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Die Einstellung des Zugverkehrs zwischen Berlin und Kaliningrad durch die polnische Eisenbahngesellschaft ist f?r viele Messebesucher unverst?ndlich. Das brachte auch Herr Dr. Schmidt aus 10179 Berlin im Gespr?ch mit Frau Alina Drutman von Baltma Tours (Foto) zum Ausdruck. Er kann sich vorstellen, wie vielen Menschen in dieser Region der Tourismus Arbeit und Brot gibt und schon aus diesem Grunde muss die Zugverbindung wieder aufgenommen werden.
Frau Peggy Eckert aus Dresden war bereits zwei Mal in Kaliningrad und ist erstaunt, wie schnell sich das Gesicht der Stadt zwischen ihren beiden Reisen ver?ndert hat. Nun plant sie zu Pfingsten erneut eine Reise und hofft, dass bis dahin der Zug Berlin – Kaliningrad wieder im Fahrplan erscheinen wird.
Herr Rodegast aus 19322 Wittenberge war schon oft in Masuren und in diesem Jahr m?chte er aber unbedingt den n?rdlichen Teil des ehemaligen Ostpreu?ens kennen lernen. So ist es erkl?rlich, dass er viele Fragen auf dem Herzen hatte, die ihm Frau Tatjana Udovenko von der Firma Swena Tours ausf?hrlich beantworten konnte. Herr Hentschel aus 16547 Birkenwerder bei Berlin f?hrt gerne in die Kaliningrader Region und erz?hlte mit Stolz, wie sehr ihm seine russischen Sprachkenntnisse aus dem Schulunterricht in der ehemaligen DDR (GDR) jetzt immer bei seinen Reisen eine Hilfe sind; er bedauert, dass dieses Schulrussisch nicht ausreichend f?r pers?nliche Gespr?che ist, aber es gen?gt bei der Orientierung und macht ihn unabh?ngig von Gruppenreisen, bei denen alles streng nach Zeitplan abl?uft. F?r seine k?nftigen Reisen w?nscht er sich, dass der Betonklotz im Zentrum der Stadt, wie er das Haus der R?te bezeichnet, bald einmal verschwindet und an dieser Stelle die Stadt Kaliningrad ein modernes europ?isches Gesicht bekommen m?ge, wie es das Fischdorf bereits hat.
Herr Kalek aus Potsdam wird in diesem Jahr zum ersten Mal in das ehemalige Ostpreu?en fahren. Sein Interesse gilt haupts?chlich den St?dten Baltisk (Pillau) und Svetlogorsk (Rauschen). Hier gibt es famili?re Bezugspunkte seiner Gro?eltern, insbesondere in Rauschen. Dort war sein Gro?vater in den Jahren von 1890 bis 1900 als G?rtner f?r die Gemeindeverwaltung t?tig und in dieser Zeit wurden von ihm unz?hlige Stra?enb?ume neu gepflanzt, haupts?chlich in der heutigen uliza oktjabrskaja. Herr Kalek f?hrt in der Hoffnung nach Svetlogorsk, das Werk seines Gro?vaters dort vorzufinden und im Schatten dieser ?ber 100 Jahre alten B?ume spazieren gehen zu k?nnen. Sein Wunsch wird sich erf?llen. Das wissen wir.
Herr Leiste aus Berlin ist auch gesch?ftlich in der Kaliningrader Region t?tig, also gut mit allen Geschehnissen vertraut. Er liest die „K?nigsberger Allgemeine“ seit ihrem ersten Erscheinen im Juli des vergangenen Jahres und m?chte der Redaktion Dank sagen f?r die aktuelle und vielseitige Berichterstattung. Die Zweisprachigkeit der Zeitung hat nach seiner Auffassung eine Marktl?cke geschlossen und ist f?r ihn eine wertvolle Hilfe zur Erweiterung seiner russischen Sprachkenntnisse.
Das Ehepaar Buttgereit aus 15299 M?llrose erkundigte sich am Stand der Kaliningrader Region ?ber die Formalit?ten zur Beantragung eines Visas f?r eine private Reise nach Kaliningrad. Obwohl sie schon mehrmals ?ber ein Reiseb?ro in Kaliningrad waren, zieht es sie jedoch immer wieder dorthin, denn sie sind beide echte Ostpreu?en. Es st?rt sie auch nicht, wenn die jetzigen Ostpreu?en russisch sprechen. F?r sie ist es wichtig, dass die Kaliningrader die deutsche Geschichte nicht vergessen, sondern behutsam bewahren und an die junge Generation weitergeben. Das beweist nach ihrer Meinung allein schon der Name der Zeitung: „K?nigsberger Allgemeine“. Erst hier auf der ITB Berlin haben sie von der Existenz der Zeitung Kenntnis bekommen und sie w?nschen der Redaktion, dass es dieser jungen Zeitung aus dem heutigen Kaliningrad verg?nnt sein m?ge, einmal die Beliebtheit zu erreichen, die die „K?nigsberger Allgemeine Zeitung“ im ehemaligen Ostpreu?en hatte.
Ein Berliner, der seinen Namen aber nicht nennen m?chte, um bei der n?chsten Visabeschaffung keine Schwierigkeiten zu bekommen, sah es f?r notwendig an, dass sein Erlebnis mit der Polizei in Kaliningrad an die „richtige Adresse“ geleitet wird. Es war im Sommer 2008, als er sich mit dem eigenen Auto in Kaliningrad verfahren hatte und hinter einer Stra?enkreuzung anhielt, um einen Passanten nach dem Weg zu fragen. Leider ging das in seinem gebrochenen Russisch nicht in Sekundenschnelle. Aber in Sekundenschnelle war die Polizei pr?sent, um ein Protokoll zu schreiben. Dann gab es keine andere Wahl: entweder eine Unterschrift zu diesem in russischer Sprache aufgenommenen Protokoll zu geben oder eine Geldstrafe zu zahlen. Bis zu Zahlung der Geldstrafe waren die Papiere beschlagnahmt. Die Polizisten waren sehr hartn?ckig und wiederholten nach mehrmaligen Pausen immer wieder ihre Geldforderung. So wurde der Streit stets erneut entfacht. Dann blieb pl?tzlich eine Frau stehen, h?rte kurz zu, worum es ging und mischte sich in das Gespr?ch ein. Daraufhin bekam der Berliner Tourist seine Papiere zur?ck und durfte seine Fahrt fortsetzen, als w?re ?berhaupt nichts gewesen.
Zusammenfassend kann eingesch?tzt werden, dass das Interesse an privaten Einzelreisen zugenommen hat, ob mit der Bahn oder auch mit dem eigenen Auto. W?hrend man vor einigen Jahren doch lieber in der Obhut eines Reiseveranstalters in diese Region fuhr, so kommt jetzt immer mehr der Wunsch auf, zum Beispiel am Strand der russischen Ostseek?ste einen Urlaub zu verleben, der nicht von der Uhr eines Reiseunternehmens abh?ngig ist. In diesem Zusammenhang gab es auch kritische Hinweise, die bei den zust?ndigen Stellen in der Kaliningrader Region Beachtung finden sollten. So k?nnten unter anderem wichtige Schilder f?r die Orientierung zweisprachig bzw. nicht nur mit kyrillischen Buchstaben bezeichnet sein, wie es schon bei den Ortsschildern der Fall ist. Kurz: Orientierungshilfen in deutscher Sprache in jenen Bereichen, die einem deutschen Touristen den Aufenthalt erleichtern. Text und Fotos: WOLFRAM NEUFELDT
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