Startseite Tourismus Marina DRUTMAN: “WIR SIND ERST AM ANFANG DES WEGES, WOLLEN IHN ABER SCHNELL UND ERFOLGREICH BEW?LTIGEN“
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Marina DRUTMAN: “WIR SIND ERST AM ANFANG DES WEGES, WOLLEN IHN ABER SCHNELL UND ERFOLGREICH BEW?LTIGEN“ Drucken E-Mail

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Will man ein Land, seine Regionen und seine B?rger besser kennenlernen, dann reist man am besten dorthin. Ein russisches Sprichwort sagt: „Es ist besser einmal zu sehen, als hundertmal zu h?ren“. Und gleich mit diesem „einen Mal“ wird man zum Touristen. Was erwartet denn heutzutage einen Touristen im Kaliningrader Gebiet? Und womit kann man in Zukunft rechnen? Dar?ber und ?ber vieles mehr sprachen wir mit der Stellvertreterin des Wirtschaftsministers vom Kaliningrader Gebiet  und Verantwortliche f?r den  Tourismusbereich,  Marina Drutman.

– Marina Guramovna, wir reden ?ber das Kaliningrader Gebiet als eine Tourismusregion. Gibt es einen Strukturwechsel in seiner Rolle?
– Ja, einen sehr schnell durchgef?hrten sogar.  Das Kaliningrader Gebiet wurde erst zu Beginn der 90-er Jahre ein Tourismusziel. Davor kamen die meisten Gruppen einheimischer Touristen immer f?r eine kurze Zeit in unsere Region, meistens nur f?r 1 bis 3 Tage; praktisch so im Vorbeifahren auf ihren Baltikumreisen. Die spezielle touristische Infrastruktur war damals sehr schwach entwickelt und es wurden kaum Mittel in deren Entwicklung investiert.
 Erst nach der Perestrojka, als sich die Grenzen der UdSSR ?ffneten und das Kaliningrader Gebiet keinen Beschr?nkungen f?r Auslandsbesucher mehr unterlag, kam es zu einer ziemlich gro?en Touristenwelle. In erster Linie aus Deutschland, was gut erkl?rbar ist.
 Das wurde zum gro?en Problem und zu einer Herausforderung f?r uns, denn es gab beispielsweise weder Hotels, noch Cafe?s oder Restaurants mit annehmbaren Servicequalit?ten.  Zur F?rderung  des wachsenden Tourismusgesch?fts in Kaliningrad, hat sich dieses sehr schnell ge?ndert. Hierbei haben wir durch einen Erfahrungsaustausch mit europ?ischen Touristenb?ros lernen k?nnen.  Vom Anfang an sind alle Empfangsstandards in dieser Region an europ?ische Standards angen?hert worden.
Aus unserer Sicht ?hnelt die neue Infrastruktur der Gastwirtschaftsbranche in Kaliningrad mehr den europ?ischen Mustern, als irgendwelchen russischen Strukturen. Und es gibt in Kaliningrad keine Unterschiede bei der Bedienung ausl?ndischer und russischer Touristen, also keine „Sortenteilung“. Jedoch m?ssen wir noch sehr viel an uns arbeiten.
– Woher kommen die Touristen in das Kaliningrader Gebiet? Und wie viele sind es?
– Zu 75 Prozent sind es russische Staatsangeh?rige,  etwa 25 Prozent sind Ausl?nder. Die meisten russischen Touristen sind Bewohner Moskaus oder Sankt Petersburgs,  ausl?ndische Besucher  kommen bis zu 70 Prozent aus Deutschland, weitere aus   Polen und Litauen.
Im Jahre 2008 kamen zu uns mehr als eine halbe Million Touristen. Unter den Auswirkungen der Krise trat 2009 ein deutlicher R?ckgang im Tourismus ein – er verringerte sich bis zu  30 Prozent. Aber wir rechnen mit einer baldigen Wiederkehr der Touristenflut.
– Welche Lehre hat die Kaliningrader Tourismusbranche aus der Weltfinanzkrise gezogen?
– In Jahren 2005 bis 2008 gab es ein sehr gro?es Wachstum der Besucheranzahl: j?hrlich 10-20  Prozent. Und im Jahr 2009 dann einen  pl?tzlichen R?ckgang. Das hat ohne Zweifel das  Leben derer erschwert, die auf die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr angewiesen sind.
Aber die Krise war Anla? f?r ein  Umdenken in  der T?tigkeit der Kaliningrader Tourismusbranche. Es kam zu einer Ern?chterung: aus eigener Erfahrung haben wir begriffen, dass es keinen unendlichen Wachstum geben kann und dass man seine Rentabilit?t nicht durch primitives Preistreiben sichern soll.
Wir mussten die ganze ?konomische Grundlage sehr ernst revidieren. Aber f?r die Touristen ist das ein Gewinn: die Preise sind niedriger und die Leistungen sind vielf?ltiger geworden.
– Es ist ein neues Dokument erschienen: Die Strategie des Vorr?ckens des Kaliningrader Gebietes zu einem touristischen Ziel. Was wird sich ?ndern?
– Man muss sagen, dass wir damit ein effektvolles Marketingwerkzeug bekommen haben. Nach der neuen Strategie ?ndern wir Programme und orientieren unsere Bem?hungen auf deren Realisierung. Es wurde eine neue Hierarchie von Priorit?ten angeboten, auf der wir unsere ganze Kr?fte konzentrieren sollten.
Reden wir ?ber potentielle Touristen, so sind die Priorit?tsm?rkte Russland, Deutschland, Polen, Ukraine und Schweden. Dementsprechend ?ndern sich unsere Pl?ne f?r die Messepr?senz, f?r die Arbeit mit den Massenmedien und ?hnliches.
– Bedeutet es, dass damit deutschen B?rgern mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, um sie f?r eine Reise nach Kaliningrad zu begeistern?
– Ja, Deutschland interessiert uns traditionsgem?? sehr stark und ist entsprechend der neuen Strategie unsere erstrangige Richtung.
– Oft wenden sich deutsche Leser an uns, die sich Sorgen um die Verschlechterung der Verkehrsverbindung mit dem Kaliningrader Gebiet machen...
– Verkehrszug?nglichkeit ist f?r uns lebensnotwendig. Durch die Krise musste  Kaliningrad die stadteigene Fluggesellschaft KD-Avia entbehren, welche ein sehr breites Luftliniennetz in Russland und Europa abdeckte. Auf der Basis dieses Netzes wurden umfangreiche und aussichtsreiche touristische Programme aufgebaut. Von Deutschland zum Beispiel gab es t?glich Fl?ge aus 5 St?dten.
Heute verl?uft die L?ftbr?cke nach Deutschland ausschlie?lich ?ber Riga (Lettland). Das ist nicht sehr komfortabel und relativ teuer. Wir sind daran interessiert, dass diese Marktl?cke durch neue, auch ausl?ndische Fluggesellschaften ausgef?llt wird.  Soweit ich wei?, hat schon einmal „Air Berlin“ Interesse daf?r gezeigt. Die Regierung des Kaliningrader Gebietes ist offen f?r jedes Gespr?ch zu diesem Thema. Die Arbeit geht weiter und wir rechnen damit, dass Kaliningrad bald wieder ein breites Luftliniennetz bekommt.
Man muss auch erw?hnen, dass es heute keine direkte Eisenbahnverbindung zu unserem Gebiet mehr gibt. Der Zug „Kaliningrad – Berlin“ wurde infolge von Problemen bei der polnischen Eisenbahngesellschaft vom Fahrplan abgesetzt.  Wenn es auch noch nicht endg?ltig beschlossen ist, so gibt es aber schon Gespr?che ?ber die Wiederherstellung der Verbindung und sie werden weitergef?hrt, was uns objektiv zur Hoffnung berechtigt, dass der Zug bald wieder im Fahrplan auftauchen wird.
– Wie sehen Sie die weitere Entwicklung der Tourismusbranche in der Region?
– Es ist uns klar, dass wir nicht zu einer Strandzone werden k?nnen– wir sind nicht die  Adria, nicht mal Sotschi. Aber Meer und Sand laufen den Touristen nicht weg. So werden wir alle unsere Kr?fte entsprechend der Strategie in die Entwicklung von Ereignis-, Bildungs- und ?ko-Tourismus investieren und auch auf den geschichtlich-kulturellen Tourismus erweitern. Unser „Hering-Tag“ zum Beispiel hat alle Chancen, nun zu einer „Hering-Festivalwoche“ zu werden. Der dreit?gige Sommer Open Air „Don Chento Jazz“ ist einer der aufregendsten und demokratischsten in Europa und es lohnt sich, immer dabei zu sein.
Sehr interessant f?r die Zuschauer sind zahlreiche historische Rekonstruktionen, welche von Kaliningrader Klubs veranstaltet werden. Besonders beachtenswert sind das j?hrliche Mittelalter-Kultur-Festival „Kaup“ und die Rekonstruktion von Schlachten Napoleons bei Friedland und Preu?isch-Eylau.
Ein wunderbares Potential hat das Kaliningrader Gebiet im Bereich ?kotourismus. Auf einem kleinen Territorium befindet sich  eine riesige Vielfalt von Naturlandschaften, eine Mehrzahl von Naturdenkm?lern sowie Lebenspl?tze von seltenen Tieren und V?geln, die man ganz nah erleben kann. Vermutungen sind berechtigt, dass es kaum m?glich ist, noch sonst irgendwo soviele Storchkolonien mit Dutzenden von V?geln zu beobachten.
Eine grosse Zukunft sehen wir auch im Wassertourismus, wof?r Buchten und Fl?sse Kaliningrader Gebietes ge?ffnet werden sollen.
– Ist Ihre Region auch an gemeinschaftlichen touristischen Projekten mit Europa interessiert?
– Wir versuchen es, m?glichst oft an europ?ischen Programmen teilzunehmen. So wird es bald eine ?ko-Route durch den Zelau-Sumpf geben. Es wird das polnisch-russische Projekt „Gotische Schl?sser des Baltikums“ fortgesetzt, in dessen Rahmen schon ein Kostenvoranschlag f?r das Schloss Labiau finanziert wurde. Vielleicht werden auch die Mittel f?r die Restaurierung zur Verf?gung gestellt.
Eine sehr aktive Entwicklung gibt es im Bereich Land-Tourismus. Doch hier werden noch Erfahrungen ben?tigt. Wir stellen einen Antrag zur Gr?ndung einer Art Lernzentrum auf der Basis eines Bauernhofes, wo alle Hilfesuchenden, die sich in diesem Bereich besch?ftigen m?chten, das n?tige Wissen und die praktischen Erfahrungen bekommen k?nnten.  
– Inwieweit ist die regionale touristische Infrastruktur auf  solche Pl?ne vorbereitet?
– Gegenw?rtig empfinden wir ein Defizit an Infrastruktur, sowohl im Allgemeinen bei Strassen, Anlegestellen, Grenz?berg?ngen, Hotels und Gasth?usern, als auch in der Freizeit- und Vergn?gungsinfrastruktur. Es m?ssen Aqua- und Freizeitparks gebaut sowie Leistungen der Animateure erweitern werden und so weiter. Diese Richtung ist ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Und wir rechnen mit dem Interesse seitens der Investoren.
Nat?rlich sind das sehr gro?e Pl?ne. Viel Arbeit steht an. Aber ich m?chte trotzdem noch einmal daran erinnern, dass der Tourismus in dieser Region erst seit kurzem als etwas Bedeutungsvolles angesehen wird. Wir sind am Anfang des Weges. Doch werden wir uns bem?hen, ihn m?glichst schnell und erfolgreich zu meistern.

Marina BELOWA

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 06. März 2010 um 12:31 Uhr
 

Kommentare 

 
0 #1 Manfred Ihle 2010-06-24 19:18 Hallo!Ich lebe seit vielen Jahren in Lettland und kenne kaliningrad sehr gut.Bitte machen sie nicht den Fehler mit anderen tur.Zentren Zu wetteifern.Die Zukunft kann f?r K?nigsberg nur sanfter Turismus heisen.Sie haben alles was mann dazu ben?tigt.Ruhe u.Natur!Fahren Sie nach Ungarn und Schauen Sie sich die reiterh?fe an.Schaffen sie die viesapflicht ab und bieden Sie das an was andere nicht k?nnen,Ihr K?nigsberg.Machen SIe bitter Ihr sch?nes Land nicht mit Bauschalturismu s kapput.MfG Manfred Ihle Zitieren
 

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