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„Kulturbr?cke – Kaliningrad“ ist ein einzigartiges Projekt, welches f?r eine Woche das Kulturleben und Medienlandschaften vom russischen Kaliningrader Gebiet und Mitteldeutschland verbunden hat. Dessen Kulmination war zweifellos ein gro?es gemeinsames Konzert vom Leipziger MDR Sinfonieorchester und einem Organisten aus Kaliningrad, welches am 23 Januar in der Kathedrale stattfand.

Ein solches Kulturprojekt ist f?r die regionale deutsche Mediengesellschaft das gr??te in Osteuropa. Obwohl die osteurop?ische Thematik einen besonderen Vektoren in der Informationspolitik von MDR darstellt, wie es auf der Pressekonferenz seitens des Intendanz- Abteilungsleiter von MDR Reinhard Krug ge?u?ert wurde.
Die „Truppe“ von MDR-Vertreter in Kaliningrad z?hlte 220 Personen – das Sinfonieorchester in voller Besetzung, Journalisten, Fachtechniker, F?hrungskr?fte.
Und ein Tag vor dem Konzert landete noch ein Charter mit Vertretern von anderen deutschen Massenmedien und den Ehreng?sten.
Im Laufe von nur einer Woche gab es alleine bei  MDR mehr als 40 Radio-, TV- und Internet-Reportagen zum Projekt „Kulturbr?cke. Kaliningrad“, die unterschiedliche Seiten des Lebens in Kaliningrad beleuchtet haben.
F?r Kaliningrad selbst ist dieses Projektformat auch neu, deswegen weckte alles ein gro?es Interesse: wie entstand die Idee, warum ausgerechnet ein Konzert, was wird vorgef?hrt?

Eine Presse-Konferenz mit den Veranstaltern gab Antworten auf viele Fragen und ?hnelte eher einer gro?en Erz?hlung, welche einer nach dem anderen f?nf Freunde und Ereignisteilnehmer erz?hlt haben: der H?rfunkdirektor von MDR Johann Michael M?ller, der Kathedraleleiter Igor Odinzow, Deutschlands Generalkonsul in Kaliningrad Aristide Fenster, Kulturminister des Kaliningradgebiets Mikhail Andreew und der schon erw?hnte Reinhard Krug.
– Die Idee entstand 2006, als ich w?hrend meines ersten  Kathedralebesuchs Igor Odinzow  kennen gelernt  habe, sagt Herr M?ller. Seine Worte habe ich immer noch in Erinnerung, er sagte: “Wir, Russen, haben deutsche Kathedrale wiederaufgebaut. Wird es vielleicht Zeit, dass auch Ihr ein Interesse daf?r zeigt?“. Darauf antwortete ich ihm damals, dass ich alles daf?r tun werde, um die Kathedrale mit dem Leben zu f?llen. Und seit 2007 haben wir dann an der Vorbereitung dieses gro?en Projektes gearbeitet.
F?r die deutsche Seite ist das Konzert in der K?nigsberger Kathedrale ein Dank an B?rger von Kaliningrad – daf?r, das sie es gewollt und gekonnt haben, die Kathedrale aus den Ruinen wiederaufzubauen.  Wie es Herr M?ller anmerkte „zeigt dieses grandioses Projekt unsere Aufmerksamkeit und Respekt gegen?ber den Kaliningradern“.
– Musiksprache braucht keine ?bersetzung, diese Worte des Kulturministers Mikhail Andreew erkl?ren am besten die gew?hlte Ausdrucksform des „Kulturbr?cke. Kaliningrad“ – Projektes. Herr Minister ?u?erte auch Hoffnung darauf, dass dieses Ereignis kein Einzelfall sein soll und die Kulturbr?cke zwischen unseren zwei Seiten weitergebaut wird.
Der Kathedraleleiter Igor Odinzow wird oft „Dombaumeister“ genannt. Es ist v?llig unklar, was aus den Kathedraleresten ohne Initiative und Enthusiasmus dieses Menschen geworden w?re. 1992 fing alles von Null auf an. Und sofort wurde das Ziel gesetzt: nicht nur die Kathedrale aufzubauen, sondern einen kulturell-geistigen Zentrum daraus zu machen.
Mit sichtlichem Vergn?gen z?hlt Igor Odinzow alle Menschen auf, die beim Aufbau der Kathedrale geholfen haben – von Politikern des h?heren Ranges und bekannten Fonds bis hin zu anonymen deutschen Touristen und Kaliningrader Kindern, die ihre Deutschmarken, Euros und Rubel in Sammelk?sten einwarfen.
„Zusammen“ – dieses Wort gibt den Geist wieder, welches bis jetzt mit der Wiedergeburt der Kathedrale eng verbunden ist.
Zum Beispiel die Orgel der Kathedrale eine der gr??ten in Europa und wurde von einem Deutschen Namens Schuke gebaut, der schon so lange in Russland t?tig ist, dass er aus Scherz mit dem gleichklingelnden russischen Nachnahmen Schjukin (abgeleitet von der Fischbezeichnung Schjuka – dt. Hecht). Der Ziergiebel der Orgel wurde von Kaliningrader Meistern geschaffen. Und gleich werden in der Kathedrale ein deutsches Orchester und ein russischer Organist zusammenspielen.
– Wir machen ein Denkmal der russisch-deutscher Freundschaft! Diese leicht pathetische Worte von Igor Odinzow spiegeln jedoch das Wesen des Ereignisses ganz genau wieder.

MUSIK – EINE BR?CKE ZWISCHEN
DEN HERZEN
Am Samstagabend des 23 Januar wurde die Kathedrale zum Hauptanziehungspunkt von Kaliningrad. Trotz eines ungew?hnlich kalten Wetters bescherten Hunderte von Stadtb?rgern und G?sten dem Konzert einen Anschlag. Ich zweifle mich sehr daran, dass Menschen, die vor dem Kathedraleeingang nach „?bersch?ssige Karten“ fragten, f?ndig wurden. Alle Pl?tze, inklusive der zus?tzlichen waren besetzt.
Noch vor dem Konzertanfang entstand im Saal eine sehr positive Atmosph?re. Sie war fast physisch sp?rbar.
Sogar offizielle Ank?ndigungen klangen mehr nach Reden, die auf gro?en Familienfeiern gehalten und nicht wegen Dienstzwang, sondern aus dem Herzen gesprochen werden. Generaldirektor von MDR, Herr Professor Udo Reiter, Premierminister des Landes Sachsen-Anhalt Wolfgang B?hmer, Vize-Premier der Kaliningrader Gebietsregierung Elena Babinowskaja haben die vertraute Atmosph?re im Saal durch Ihre dienstliche Phrasen nicht gest?rt – im Gegensatz, sie unterst?tzten diese mit ihrer Aufrichtigkeit! 
Und nat?rlich gefielen dem russischen Teil der Versammelten die Russischkenntnisse von der Konzertmeisterin Victoria Herrmann und die des  Herrn Wolfgang B?hmer, obwohl der Letzte sein Sprachverm?gen als m??ig  bezeichnete.
Und dann erschien auf der B?hne der Dirigent Jun M?rkl, er hob den Taktstock hoch und f?r alle Anwesende im Saal, sowie f?r mehrere Millionen Menschen, welche dieses Ereignis per Rundfunk und Fernsehen mitverfolgten, fing die Zauberei von Johann Sebastian Bach an. Der ja nicht nur unerreichbare H?hen musikalischer Kunst, sondern auch Mitteldeutschland mit Leipzig verk?rpert. So war es auch gedacht: es gibt wom?glich keine st?rkere musikalische St?tze f?r eine Kulturbr?cke zwischen Leipzig und Kaliningrad, als der gro?e Bach.
Gewechselt wurde das Sinfonieorchester von MDR durch Kaliningrader Organisten Artjom Chatschaturow, der mittels Tausend R?hren des wunderbaren Instrumentes weitere musikalische Geschichten vom J.S. Bach erz?hlte.
Und wieder die sinfonische Vielstimmigkeit, gef?hrt von der expressiven Hand des Maestros M?rkl. Es scheint, als w?rde die tiefe Dramatik von Bachs Musik das Drama von K?nigsberg und der Kathedrale illustrieren. Doch in Bachs Musik gibt es auch Hoffnung. Diese Hoffnung zeigte sich noch optimistischer, als das MDR Orchester und der Kathedralenorganist Artjom Chatschaturow zusammen eine Sinfonie mit der Orgel von Camille Saint-Saens spielten.
Das Publikum applaudierte im Stehen. Erleuchtete Gesichter, verstehende Augen... Und eine Zugabe mit Werken von Rachmaninow und Wagner, hervorragender Musik eines Russen und eines Deutschen.
Ja wahrlich, verbindet eine solche Br?cke nicht weniger als Politik oder Wirtschaft. Vielleicht sogar mehr. Weil deren Erbauer keine materielle Vorteile voneinander erwarten. Und weil diese Br?cke zwischen Herzen w?chst.

KULTUR,
DIE POLITIKER F?HRT
Das Projekt „Kulturbr?cke. Kaliningrad“ hatte auch einen politischen Aspekt. Zusammen mit den Musikern und MDR-Mitarbeitern kam nach Kaliningrad eine gro?e Gruppe von Politikern und Diplomaten: Premierminister des Landes Sachsen-Anhalt,  Vorsitzender des russisch-deutschen Diskussionsforums „Peterburger Dialog“ Lothar de Maizi?re, Botschafter Deutschlands in Russland Dr. Walter J?rgen Schmid, Botschafter Russlands in Deutschland Vladimir Kotenew, Vertreter der Landesregierung von Sachsen und Th?ringen.
Sie waren nicht nur beim Konzert in der Kathedrale, sondern trafen sich mit dem Vize-Premier vom Kaliningrader Gebiet Elena Babinowskaja und mit regionalen Ministern.
„Kulturbr?cke. Kaliningrad“ ist der Anfang von neuen Partnerverbindungen des westlichsten Teils Russlands mit Deutschland. Zu den alten und schon traditionellen Partnern aus dem Norden – Hamburg und Kiel – schlie?t sich jetzt auch Mitteldeutschland an.
 

Marina BELOWA

Foto: Eduard MOLTCHANOW

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. Februar 2010 um 19:09 Uhr
 

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