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Inzwischen sind die Treffen der Heimatforscher aus dem Kaliningrader Gebiet zu einer Tradition geworden und erfreuen sich vieler Teilnehmer. Diesmal versammelten sich im Deutsch-Russischen Haus ?ber hundert Heimatliebhaber aus vielen gro?en und kleinen St?dten und D?rfern des Gebietes.

Anla? f?r die Versammlung war das 20-j?hrige Jubil?um des Heimatforschervereins. Seine Mitglieder sind Menschen unterschiedlicher Berufe und Altersgruppen. Die Gebietsduma des Kaliningrader Gebietes zeichnete den Verein durch eine Urkunde aus, im ?brigen empfingen die Mitglieder Gratulationen und Gl?ckw?nsche des regionalen Kulturministeriums, der Museen, des Staatsarchivs und ihrer Kollegen…
Die ?berraschendste Gratulation kam jedoch vom Vertreter des Vorsitzenden der Staatsduma der Russischen F?deration, Wladimir Schirinowsky. Er w?nschte den Mitgliedern weitere Erfolge auf dem Gebiet der Forschung und Popularisierung der Geschichte und der Kultur des Gebietes.
Am Anfang des Treffens gedachte man der Heimatforscher, die im letzten Jahr verstorben sind.  Solange diese Menschen in der Erinnerung bleiben, werden  auch sie und ihr Erbe weiterleben.
Durch ihre unerm?dliche Arbeit zeichnete sich die Mitarbeiterin der regionalen wissenschaftlichen Bibliothek, Tamara Ivanovna Gorbunova, aus. Diese Frau ist Autorin zahlreicher Kalender und  bibliographischer Nachschlagwerke. Das Letzte von ihr umfasst vier B?nde und tr?gt den Namen „Operation Ostpreu?en“. Tamara Ivanovna verf?gt ?ber ein au?erordentliches Ged?chtnis und in ihrer freundlichen und uneigenn?tzigen Art leistete sie  den Historikern und Heimatforschern eine wichtige Hilfe.
Der bekannteste Heimatforscher der Stadt Sowjetsk (Tilsit) und ihr Ehrenb?rger, I.Ruthmann, bediente sich der modernen Technik und sprach mittels einer Video?bertragung zu den Teilnehmern ?ber seine Kollektion des antiquarischen Geschirrs aus Tilsit. Auch wenn Herr Ruthmann nicht direkt von sich selbst erz?hlte – seine Begeisterung und Leidenschaft sowie die hervorragende Kenntnis der Details wurden deutlich.
Doch nicht nur Heimatforscher aus Kaliningrad vereinten sich. Die Vertreter unterschiedlicher Vereine aus allen Gegenden des Gebietes berichteten ?ber ihre Arbeit seit dem letzten Treffen. Zum Beispiel gaben die Heimatforscher aus Baltijsk (Pillau) ein gro?artiges Buch ?ber die baltische Nehrung heraus und arbeiten nun an neuen B?chern.
In Tschernjahovks (Insterburg) finden regelm??ig Konferenzen der Heimatforscher statt, die geschichtliche Zeitschrift „Nadrovia“ (nach dem ostpreu?ischen Gau Nadrauen benannt)  und  der k?nstlerisch-publizistische Almanach „ Die Ufer der Angrapa“ werden herausgegeben.
Der Leiter des Heimatvereins „wei?er Rabe“ des Dorfes Privolnoe, A. Klenovyj, berichtete ?ber seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Vereinen und Schulen.
Der Heimatverein aus Sowjetsk wurde erst vor kurzer Zeit gegr?ndet, trotzdem sind die Ambitionen hoch. Viel Erfolg und die Erf?llung aller seiner Pl?ne w?nschten ihm die anderen Heimatforscher.
Im Gegensatz dazu ist der Kaliningrader Verein ein „alter Hase“ mit allem was dazu geh?rt: regelm??ige Treffen, ein Arbeitsplan und ein Jahrbuch.
Zu einer lebhaften Diskussion kam es nach den Ausf?hrungen der Leiterin der baltischen Gebietsabteilung des f?deralen Amtes f?r den Kultur- und Denkmalschutz, L.Radjuk. Sie berichtete ?ber M?glichkeiten und Grenzen ihres Amtes und rief die Heimatforscher dazu auf, die ?ffentlichkeit ?ber alle Vorf?lle des Vandalismus und der Vernachl?ssigung von Denkm?lern zu informieren.
W?hrend der Veranstaltung erinnerte man auch an einige k?nftig anstehende  Gedenktage, um schon jetzt mit den Programmplanungen f?r diese Ereignisse anzufangen. Das ist der 200. Jahrestag des Vaterlandskrieges von 1812, der 100. Jahrestag des Beginns des I. Weltkrieges und der 300. Geburtstag des litauischen Poeten Christian Donalitius. Die Heimatforscher sind als gute Organisatoren oder Veranstalter bekannt, wenn es darum geht, Jubil?en und sonstige Feierlichkeiten vorzubereiten. In der Vergangenheit berieten sie die Gebietsregierung bei der Veranstaltungsplanung und beschafften finanzielle Mittel f?r die Durchf?hrung.
Die Erinnerung an den Krieg von 1812 ist auch in jener Hinsicht ein besonderes Datum, als dass die nachfolgenden Befreiungskriege, an denen auch russische Truppen teilnahmen, ein beachtenswerter Ber?hrungspunkt der westeurop?ischen Geschichte mit der russischen Geschichte ist – so die Meinung des Leiters des Geschichtsmuseums in Bagrationovsk (ehemalig Preu?isch Eylau) A.Pantschenko.
Nach der Beendigung des offiziellen Teils der Veranstaltung kam es zu vielen Erfahrungsaustauschen und die Gespr?che zogen sich bis in die sp?ten Abendstunden hin.
Ein besonderer Dank f?r die finanzielle Unterst?tzung gilt der Kaliningrader Handelskammer. Wie schon so oft stellte das Deutsch-Russische Haus Veranstaltungsr?ume zur Verf?gung und bewies zum wiederholten Male eine ganz besondere Gastfreundschaft.
Das Treffen zeigte den Teilnehmern, wie zahlreich die Heimatforscher in der Region sind. Gemeinsam k?nnen sie  viel erreichen und ihre St?rke liegt in der Zusammenarbeit. Nur auf diese Art und Weise kann man die Geschichte und die Kultur erforschen und bewahren.

Boris ADAMOV, Mitglied des Vorstandes des Kaliningrader Heimatvereins, Veranstalter des Treffens

 

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