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Am 15. Mai 2010 fand in Baltijsk (ehem. Pillau) eine Gedenkveranstaltung zum 10-j?hrigen Jubil?um der Einweihung der deutschen Kriegsgr?berst?tte statt, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V. organisiert wurde. In Baltijsk sind mehr als 12.000 Menschen  aus 24 Nationen beerdigt; darunter befinden sich sowohl Soldaten der Wehrmacht als auch zivile Kriegsopfer.
 An der feierlichen Zeremonie nahmen Vertreter der Gebiets- und Stadtverwaltung, der Generaldirektor der Vereinigung „Kriegs-Memorial“, Ewgenij Piljaew, der Pr?sident des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V., Reinhard F?hrer, sowie der Deutsche Generalkonsul in Kaliningrad, Dr. Aristide Fenster, und der Heeresattach? der Deutschen Botschaft in Moskau, Oberstleutnant Prof. Dr. Erwin J?ngel, teil.
 Generalkonsul Dr. Aristide Fenster hob hervor, dass Baltijsk unter allen Gedenkst?tten im Kaliningrader Gebiet eine besondere Bedeutung zukommt, denn hier ruhen mehr als 12.000 Opfer, mehr als in jeder anderen Gedenkst?tte des ehemaligen n?rdlichen Ostpreu?ens. Er w?rdigte das Engagement des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V. und bedankte sich bei allen russischen Freunden f?r die Teilnahme. Deutsche Kriegsgr?ber-Gedenkst?tten in Russland,  betonte Generalkonsul Dr. Fenster, seien nur dank der Vers?hnung zwischen dem russischen und dem deutschen Volk m?glich geworden.
 Unter dem Motto „Arbeit f?r den Frieden“ hatten Jugendliche aus Deutschland und Russland vier Jahre lang in Jugend-Sommerlagern an der Herrichtung der Kriegsgr?berst?tte gearbeitet.
Der B?rgermeister von Baltijsk, Iwan Kirbaj, bezeichnete diese  Arbeit als heilige Mission zur Festigung des Verst?ndnisses junger Menschen beim gemeinsamen Schutz des Friedens und guter nachbarschaftlicher Verh?ltnisse. Dank der st?ndigen Suchaktionen und der Registrierung von Gefallenen seien die meisten Opfer namentlich bekannt. Das g?be Familien vielerorts die M?glichkeit, ihre N?chsten zu ehren und an deren Gr?bern Blumen niederzulegen. Das Stadtoberhaupt Kirbai dankte ebenfalls dem Volksbund Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V. f?r die Pflege russischer Kriegsgr?berst?tten in Deutschland. Solche St?tten seien nicht nur Trauer- und Gedenkorte, sondern auch Orte f?r das Verst?ndnis der Menschen untereinander sowie f?r die Vers?hnung und Freundschaft zwischen den ehemals feindlichen Staaten. Aus diesem Grund sei die Erinnerung an die Gefallenen aller Nationen die erste Pflicht jedes Menschen dieser Welt.

 Nicht weniger emotional klangen die Worte von Reinhard F?hrer, dem Pr?sidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V.: „In der Bibel steht: Wer Wind s?t, wird Sturm ernten. Ich erlaube mir eine kleine Umformulierung dieses Satzes: Wer Sturm s?t, wird einen Orkan ernten. Und Hitler-Deutschland hat den Sturm ges?t. Zu Friedenszeiten beerdigen die S?hne ihre Eltern, aber in Kriegszeiten die Eltern ihre S?hne. An einer  Gedenktafel findet man den Namen Rudolf Reising. Er ist 1927 geboren und 1945 gefallen. Er war noch nicht einmal 18 Jahre alt . . . “  
 Reinhard F?hrer bedankte sich bei der russischen Regierung, den Veteranen und dem Volk f?r die Unterst?tzung, die Erinnerung an die Kriegsopfer wach zu halten. Es sei unwichtig, auf welcher Seite sie gek?mpft hatten und welcher Nation sie angeh?rten...
„Vers?hnung ?ber den Gr?bern“ ist das Leitmotiv des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V.

 Ein Symbol der geistigen Einheit der Nationen war der gemeinsame Gedenk-Gottesdienst, welcher von Pastor Dietrich von Sternbeck und Vater Sophronij zum Abschluss der Veranstaltung durchgef?hrt wurde. 

Text und Foto: Jurij GORBUSCHIN

Gru?wort von Generalkonsul Dr. Aristide Fenster

anl??lich der Gedenkveranstaltung zum 10. Jahrestag der Einweihung der deutschen Kriegsgr?berst?tte Baltijsk (Pillau) am 15. Mai 2010

 

Sehr geehrter Herr Minister Andrejew,

sehr geehrte Frau Ministerin Gurowa,

sehr geehrter Herr Kirbaj,

sehr geehrter Herr Pr?sident F?hrer,

sehr geehrter Herr Generaldirektor Piljajew,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Angeh?rige,

 

als Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland ist es f?r mich eine besondere Ehre, an der heutigen Gedenkveranstaltung zum 10-j?hrigen Bestehen der deutschen Kriegsgr?berst?tte im ehemaligen Pillau teilzunehmen.

 

Ich begr??e Sie alle sehr herzlich. Es ist f?r mich au?erordentlich beeindruckend, hier in Baltijsk gemeinsam mit Repr?sentanten der Gebiets- und Stadtverwaltung, Vertretern des russischen Verbandes Soldatengedenkst?tten, des „Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge“ zu stehen. Bewegend f?r mich ist, da? so viele Landsleute, Angeh?rige und Freunde der Verstorbenen, heute den Weg hierher gefunden haben.

 

Ich danke ganz besonders allen russischen Freunden, die sich hier mit uns versammelt haben. Ihre Anwesenheit ist nicht selbstverst?ndlich. Die deutschen Kriegsgr?berst?tten in Ru?land sind nur durch die Vers?hnung zwischen Russen und Deutschen m?glich geworden.

 

Baltijsk kommt unter den Kriegsgr?berst?tten im Kaliningrader Gebiet eine besondere Bedeutung zu. Hier sind sowohl gefallene Wehrmachtssoldaten wie auch Opfer aus der Zivilbev?lkerung beigesetzt. Heute ruhen hier ?ber 12.000 Tote - mehr als in jeder anderen Kriegsgr?berst?tte im ehemaligen n?rdlichen Ostpreu?en. Ich danke dem „Volksbund Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge“ f?r sein unerm?dliches  Engagement im Dienste der Erinnerung.

 

Angesichts der Gr?ber sind unsere Gedanken bei den durch Krieg und Kriegsfolgen verstorbenen Menschen. Der vom nationalsozialistischen Deutschland entfachte II. Weltkrieg hat unermessliches  Leid ?ber Ru?land gebracht. Wir gedenken aller V?lker, die im Krieg gelitten haben, vor allem der uns?glich vielen B?rger der Sowjetunion, die ihr Leben verloren haben. Wir gedenken der Deutschen, die als Soldaten, bei Fliegerangriffen in der Heimat, in Gefangenschaft und bei der Vertreibung ums Leben gekommen sind. Wir sind dankbar daf?r, da? Russen und Deutsche heute gemeinsam der Verstorbenen beider Seiten gedenken k?nnen.

 

Wir leben seit 65 Jahren friedlich miteinander – ein Zustand, den sich die Menschen, die damals den Tod fanden, nicht vorstellen konnten. Je weniger Zeitzeugen uns aus dieser schrecklichen Vergangenheit berichten k?nnen, umso mehr drohen die pers?nlichen Schicksale dieser Zeit in Vergessenheit zu geraten. Die heutige Gedenkveranstaltung ist deshalb vor allem ein Tag des Innehaltens, des Erinnerns, des Gedenkens. Sie verpflichtet uns f?r alle Zukunft, ?ber alle Grenzen hinweg aktiv f?r Verst?ndigung, Vers?hnung und Frieden zwischen den Menschen und V?lkern einzutreten.

 

Meine Damen und Herren,

aus der gemeinsamen Trauer um die Toten w?chst die Kraft zur Gestaltung einer besseren Zukunft. Dazu ermahnen uns die Toten, vor denen wir uns in Trauer und Ehrfurcht verneigen.

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 08. Juni 2010 um 14:18 Uhr
 

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