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Fr?her, zur preu?ischen Zeit, da trug diese Siedlung den Namen Labagow. Etymologisch stammt dieses Wort von der alten Wortwurzel „Labs“ ab – „gut“. Dieses Land war tats?chlich sehr sch?n und gut best?ckt mit W?ldern, fischreichen Fl?ssen und fruchtbarsten B?den... Etwas sp?ter, als die Kreuzritter hierher zogen, wurde aus Labagow Labiau und nach der ?bergabe Ostpreu?ens an Russland wurde die Stadt in Polessk umbenannt. Es vergingen Jahre, die Welt ver?nderte sich, doch diese Ortschaften behielten wunderbarerweise ihre ureigene Helligkeit und Reinheit. Heute z?hlt der Polessker Bezirk etwas mehr als 19 Tausend Bewohner. Fast 8 Tausend von ihnen leben in der Stadt Polessk, die sich 48 Kilometer n?rd?stlich von Kaliningrad befindet. Ein Bezirk, der sich traditionell mit der Landwirtschaft besch?ftigt und dessen Natursch?tze, die von der Industrialisierung bewahrt werden konnten, sehr viele Naturliebhaber anlocken. Die Stadt Polessk selbst liegt auf dem linken Ufer der Deima (Deime) und wird nicht selten als das „Kaliningrader Venedig“ bezeichnet. Heute sprechen wir mit Igorj Bolsun, dem Verwaltungsleiter des Polessker Bezirkes. KA: „Igorj Konstantinowitsch, wie sch?tzen Sie die gegenw?rtige Gesamtlage im Polessker Bezirk ein?“ Igorj Konstantinowitsch: „In der Zeit nach der Perestrojka hat sich die ?konomische Struktur unseres Bezirkes sehr stark ver?ndert. Wie auch im ganzen Russland, kam es auch hier zu einer beinahe v?lligen Stagnation. Es blieb nur die K?sefabrik erhalten und die Fischkonservenproduktion r?stete sich auf die Fleischverarbeitung um. Doch mit der Zeit hat sich die Wirtschaft etwas erholt. Es entstanden neue Produktionslinien: neben den traditionellen T?tigkeitsbereichen wurden Holzverarbeitungs- und M?belherstellungsunternehmen gegr?ndet. Die Produktpalette der letzteren reicht von den M?beln der ?konomie-Klasse bis hin zu handgefertigten Elite-M?belst?cken. Eine Art „W?rze“ unseres Bezirkes ist das Rosenzucht-Unternehmen, welches unter anderem mit polnischen Mitteln finanziert wurde. Auch deutsche und italienische Investitionen werden hier mit Erfolg angewendet.“ KA: „Kann man von einer perspektivvollen Entwicklung Ihres Kreises sprechen? Igorj Konstantinowitsch: „Wie auch allgemein woanders, gibt es momentan auch bei uns viele Probleme. Ziemlich kritisch sieht es mit der Arbeitslosigkeit aus – viele unsere Bewohner sind gezwungen, Arbeitspl?tze in den Nachbarbezirken oder im Gebietszentrum zu suchen. Doch innerhalb der letzten 2 Jahre entstanden hier etwa 200 neue Arbeitspl?tze, was im Vergleich zu unserer Gesamtbev?lkerungsanzahl gar nicht so wenig ist. Au?erdem halten wir uns das naturbedingte Potential unseres Bezirkes vor Augen und sind dabei, eine touristische Infrastruktur zu entwickeln, um hier letztendlich eine der Rekreationszonen des Kaliningrader Gebietes zu schaffen.“ KA: „Welche grundlegende Entwicklungsrichtungen hat Ihrer Meinung nach Polessk?“ Igorj Konstantinowitsch: „ Fangen wir mal damit an, dass wir im Besitz von einzigartigen Naturressourcen sind. Ob der Fluss Deima oder das Gew?ssernetz zwischen der Pregolja (Pregel) und Neman (Memel) – der Polessker Bezirk ist ein Anglerparadies! Wundersch?ne Landschaften und eine ausgezeichnete ?kologische Lage geben uns die M?glichkeit, hier ein gut laufendes touristisches Erholungsgebiet aufzubauen. Momentan befassen wir uns mit der konkreten Umsetzung von einigen Projekten in diesem Bereich. So wird in Sudakowo bald ein Hotel mit den dazugeh?rigen Yacht-Anlegestellen er?ffnet. Hier verlaufen die Routen von den Linien-Kuttern. Die G?ste werden ihre Autos an Land lassen k?nnen, um sich dann auf dem Wasserweg zur Erholung auf die Nehrung zu begeben. Es wird am Aufbau der Infrastruktur f?r die Erholung, sowie auch an der Errichtung von Hotels gehobener Klassen gearbeitet. Neben den normalen Tourismus-Arten k?nnten wir unseren G?sten auch exklusive Sachen anbieten. Das w?ren zum Beispiel Kartoffel-, Pilz- oder Fischtouren, denn nicht umsonst waren und bleiben diese Lebensmittel so beliebt im Kaliningrader Gebiet und in den Nachbarregionen. Ein Spaziergang durch bl?hende „Rosenfelder“, auf denen sehr viele unterschiedliche Arten dieser aristokratischen Blume gez?chtet werden, l?sst auch keinen Menschen gleichg?ltig... Und nat?rlich sollte der historische Teil unseres Bezirkes nicht au?er Acht gelassen werden, denn hier gibt es zahlreiche interessante Baudenkm?ler wie beispielsweise das Schloss Labiau aus dem XIV. Jahrhundert oder die im Jahre 1270 gegr?ndete Orden-Festung in der Nekrasowo Siedlung. In der Turgenewo Siedlung wiederum befindet sich eine t?tige Lutherische Kirche und in der Isobiljnoe Siedlung gibt es ein Frauenkloster. Auch das Kulturleben der Stadt Polessk ist abwechslungsreich genug. In vielen L?ndern kennen und sch?tzen Theaterliebhaber das Volkstheater von Natalja Schewtschenko, deren Truppe schon mehrere Auff?hrungen in russischer, deutscher, englischer und in anderen Sprachen gezeigt hat. Wie Sie sehen, wurde schon ein guter Rekreationsvorlauf geleistet und wir freuen uns sowohl auf die G?ste, als auch auf die Investoren.“ KA: “An welchen Investitionen ist Polessk am meisten interessiert?“ Igorj Konstantinowitsch: „ An allen m?glichen. Nat?rlich ist unser Steckenpferd die Landwirtschaft und die Verarbeitung von Landeserzeugnissen. Doch wir sind schon jetzt dazu bereit, eine 40 Hektar gro?e Fl?che f?r eine industrielle Produktion zur Verf?gung zu stellen. W?rde man die ?ppig vorhandenen Arbeitskr?fte in Betracht ziehen, k?nnte man hier eine Produktionsst?tte mit beliebigen Produktionsrichtungen aufbauen. Nur umweltfreundlich sollten diese sein. Ehrlich gesagt, w?nsche ich mir so sehr, dass es in unserem Gebiet wieder mal ein richtiges eigenes kleines Venedig geben w?rde.“ Jaroslaw TURUSCHEW
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