Region
Das russische Fischereiwesen und Verkehrsministerium haben ein Abkommen uber die Einrichtung der Marina in Pionerskij getroffen Drucken E-Mail
Array Array
Russlands Verkehrsministerium und Fischereiwesen haben einen Vertrag unterzeichnet, der die Auseinandersetzungen, die der Einrichtung der Marina in Pionerskij gestort haben, behebt.  Das Dokument reduziert die Erfordernisse an den eventuellen Investor des Projekts. Der Minister der Infrastrukturentwicklung des Gebiets Alexander Rolbinow  hatte daruber berichtet und hinzugesetzt, dass der Investor infolge von 3 Monaten von der Regierung auserwahlt werden sollte. Der Pressedienst der Regionalregierung hat dem Korrespondenten von „Newkaliningead.ru“ am Mittwoch daruber berichtet.

Alexander Rolbinow hat auf der gemeinsamen Sitzung der Leitern von Russlands Verkehrsministerium  und russischen Fischereiwesen die Regionalregierung vertreten.  Nach seinen Worten hat das Ubereinkommen der Behorde die Auseinandersetzungen behebt, „welche jahrelang die Einrichtung von der Marina in Pionerskij gestort haben“. 
„Unter anderem sind die uberspannten Erfordernisse an den potenziellen Investor, darunter die Vertiefung des Hafens bis zum 12 Meter, behebt. Der Langen-Hohengrad der Einlegemauer  war eingeschatzt fur 800 Meter. Die Erma?igung der Erfordernisse erhoht die okonomischen Interessen der eventuellen Investoren  an dem Projekt, “ – erklarte der Minister.  Au?erdem werden bei der Einrichtung der Marina die Interessen der Fischer berucksichtigt, welche laut Rolbinow die Moglichkeit bekommen werden, den Anlegeplatz fur Vertauung und Loschung der Schiffe kostenlos zu benutzen. 
In der Regierung hat man gesagt, dass die Verwirklichung des Projektes «„Jantarnij Bereg“  - Jachtklub und Kurort»  wegen einen langfristigen Vertrags, welcher das Prioritatsrecht der Benutzung des Anlegeplatzes  der Erdolgesellschaft gegeben hat, sich auf einige Jahre  verzogert hat.  Dabei ist bekannt worden, dass der Pachter sein Wunsch ausgedruckt hat, den Vertrag zu kundigen, laut der Regierung, welche ihrerseits  auf den Stellvertreter  des Russlands Verkehrsministers Wiktor Olerskij beruft.  Der nachste Pachter des Komplexes wird der Investor des Projektes der Marina-Einrichtung werden. „Der Konkurs fur den Vertragsabschluss  wird innerhalb von drei Monaten angemeldet,“ – hat man in der Regierung gemeldet. 
Wir erinnern euch daran, dass Anfang Juni  2011 der Leiter des russischen Fischereiwesens Andrej Krajnij gesagt hat, dass er keine Genehmigung fur die Einrichtung der Marina in Pionerskij geben wird bis das Problem mit dem Fischereihafen gelost ist. Im Jahr 2009 hat Krajnij gesagt, dass die Entwickler von Marina in Pionerskij eine Art der Koexistenz mit dem Fischereihafen finden gezwungen werden. 
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 08. Juli 2011 um 18:05 Uhr
 
Wortspiele um AKW´s Drucken E-Mail
Array Array
Grundsteinlegung beim Bau des AKW Belojarsk, das 2016 in Betrieb genommen werden soll
Die tragischen Ereignisse in Japan fuhren zu einer neuen Auffassung von der Atomenergetik. Die gefahrliche Strahlung der Havariereaktorblocke in Fukushima beeinflusst die offentliche Haltung gegenuber  derartigen Objekten in unmittelbarer  Nachbarschaft. Da im Kaliningrader Gebiet gerade ein AKW gebaut wird, ist das ein au?erst wichtiges Thema.

Die Bewohner des Gebietes sind nicht nur durch die Ereignisse in Fukushima beunruhigt, sie beobachten auch alles, was in Europa passiert ist. Zum Beispiel eine sprunghafte Steigerung der Proteste in Deutschland gegen die Atomenergetik und die Anderung der Regierungshaltung – bis zur Abschaltung der alten AKW?s.
Die skeptische Haltung der Kaliningrader gegenuber dem AKW hat sich weiter verscharft. Die AKW-Gegner schreiten heftiger aus. Andererseits sagen die Experten, es gabe bei uns nicht dieses Risiko eines Unfgalls, wie es in Japan passierte. 
„Als die modernsten zurzeit realisierenden AKW-Projekte gelten die Kernkraftwerke in Finnland und in Frankreich. Doch auch sie haben nicht alle Bauteile, die die russischen Technologen aufweisen. Auch bei dem schlimmsten Szenario wird die radioaktive Ausstrahlung durch die doppelte Reaktorschutzhulle und durch die Schmelz-Falle nicht in die Atmosphare gelangen“, so Alexander Kasarin, Hauptingenieur des Projektes fur den Bau eines AKWs bei Sankt Petersburg. (Die Bauweise des Kaliningrader AKW?s  geschieht nach den gleichen Prinzipien).
Man betont auch, dass die von den russischen Wissenschaftlern konstruierte Falle die Kernschmelze unbegrenzt lange aufhalten kann.
Das AKW kann einen Aufprall eines absturzenden Flugzeuges aushalten, das 100 Meter pro Sekunde fallt und 5,8 Tonnen  schwer ist, so Ivan Grabelnikow, der Hauptingenieur des Projektes Baltisches AKW (BAKW).
Nach einer der Auffassungen soll aber die gemeinsame Unruhe wegen der Atomenergetik neue Beweise fur die  Sicherheit der russischen AKW fordern. Die entsprechenden Berechnungen und Garantien konnen die Projektanten den interessierten europaischen Strukturen bereitstellen, so A. Kasarin.
Es ist umso wichtiger, weil die litauischen Politiker immer wieder die Sicherheit des BAKW offentlich anzweifeln. Daruber hinaus will die litauische Regierung im Hintergrund der gespannten offentlichen Meinung uber die Atomenergetik in Europa  die EU und OSZE in den Kampf gegen den Bau von BAKW?s  einschalten, steht unter „delfi.lt.“
Der litauische Premierminister, Andrius Kubilius, hat den Massenmedien mitgeteilt, dass „die Versuche, mit den Nachbarn einen bilateralen Dialog uber Umweltfragen und Sicherheit zu fuhren, nutzlos seien“. Nach seinen Worten entspricht Russland nicht den BAKW-Sicherheitsanforderungen, die in den internationalen Konventionen vorgesehen sind.
Der litauische Au?enminister, Audronius Azubalis, hat noch im Januar dem Generaldirektor der IAEO, Yukiya Amano, gesagt, Litauen mache sich Sorgen uber den „geplanten Bau des AKW?s im Kaliningrader Gebiet Russlands“. Audronius Azubalis meint, dass Russland sich nicht an die internationalen Konventionen halt und dass das Kaliningrader AKW gebaut wird, ohne  den Bau vorher mit den Nachbarstaaten in Fragen Umwelteinwirkung zu besprechen. Im Marz au?erte sich ahnlich der stellvertretende Au?enminister von Litauen, Egidius Meilunas, wahrend des Treffens mit einem Mitglied vom IAEO.
Jedoch erschien in der Zeitung „Litowskij kurjer“ („Der litauische Kurier“) ein bemerkenswertes Interview unter dem Titel „Atomgehorlosigkeit“ mit Sergej Bojarkin, dem Vertreter des russischen Konzerns „Rosatom“.
So behauptet S. Bojarkin, dass das russische Au?enministerium einen offiziellen Bericht noch im November 2009 nach Litauen geschickt hat. Die russische Seite hat auch zweimal die Fragen von Litauen beantwortet. Litauen ist uber Russlands Zustimmung, Konsultationen durchzufuhren, informiert.
Ahnliche Noten, Dokumente und Einladungen zu den Konsultationen hat das russische Au?enministerium auch den anderen Landern geschickt. Im Januar und Februar dieses Jahres haben solche Konsultationen in Riga (Lettland) und Berlin (Deutschland) stattgefunden.
Man kann es sich fast denken: die litauischen Diplomaten haben die russische Kollegen sehr uberrascht. Danach wurden alle notigen Dokumente wieder nach Litauen geschickt. Au?erdem hat der russische Au?enminister Sergej Lawrow wahrend des Moskauer Aufenthaltes von Herrn Azubalis die litauische Seite personlich zu den Konsultationen eingeladen.
Aber auch danach beklagt sich die litauische Regierung bei den IAEO-Beamten und versucht, alles so darzustellen, als ob die russischen AKW-Erbauer sie boswillig ignorieren.
Es ist klar, dass das in der Tat ein okonomischer Wettkampf ist, wo die Politik ganz gewissenlos benutzt wird, denn trotz der gesellschaftlichen Anti-Atom-Hysterie in der EU will Litauen auf den Bau ihres eigenen AKW nicht verzichten. Und die ganzen „Unruhen“ wegen der russischen und wei?russischen AKW „in der Nahe von der litauischen Grenze“ sehen vollig anders aus, wenn aufgedeckt wird, dass die litauischen Politiker gar nichts gegen die polnischen Plane haben, ein AKW „in der Nahe  der litauischen Grenze“ zu bauen.“
Noch eine merkwurdige Tatsache. Die litauische Prasidentin, Dalia Gribauskeite, beklagte sich bei den Journalisten uber den wei?russischen Autokraten Lukaschenko. Sie habe ihm ziemlich schroff gesagt, ein AKW im 50-Kilometer-Bereich der litauischen Grenze sei unzulassig, worauf dieser Grobian antwortete, sie sollen die Ingalina von der wei?russischen Grenze wegschieben. (Es handelt sich dabei um den Ort des geschlossenen litauischen AKW?s und die Baustelle eines vermutlichen). Ist das denn nicht logisch?
Doppelstandards taugen nie. Geschweige denn in den so sensiblen Fragen wie zur Atomsicherheit. Das betriffgt auch die Versuche, die Tragodie fur seine selbstsuchtigen Ziele zu nutzen. Ubrigens uberschneiden sich die gro?e Politik und die  Moral sehr selten – sie gehen an den beiden Seiten der Grenze zwischen Russland und der EU entlang. Leider!

Igor KOWALJOW


Zuletzt aktualisiert am Montag, 11. April 2011 um 20:43 Uhr
 
CHECKPOINT "MAMONOWO II" IST KEIN ALPTRAUM MEHR HERZLICH WILLKOMMEN IN RUSSLAND! Drucken E-Mail

Array Array

Am 7. Dezember ereignete sich ein Event, das alle Pendler zwischen der westlichsten russischen Region und Europa direkt betraf. Der neue Checkpoint „Mamonowo II – Gzhehotki“ öffnete sich.

Die Übergangsstelle ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Seine Kapazität ist  im Vergleich zu der Gesamtdurchlassfähigkeit der drei anderen Checkpoints auf diesem Grenzabschnitt überdurchschnittlich. Zwölf Spuren in jede Richtung lassen 4000 Autos  die russisch-polnische Grenze täglich  passieren; darunter befinden sich 2600 PKWs, 1250 LKWs und 150 Busse.
Dieser Checkpoint ist das Ergebnis eines gemeinsamen Handelns von der EU und der Russischen Föderation, wofür jede Seite 13 Millionen Euro bereitstellte. Der Bau war gemäß eines russisch-polnischen  Abkommens über den Wiederaufbau von Straßen und die Errichtung der Grenzübergangstelle ausgeführt worden.
So wurde nach 65jähriger Unterbrechung der Verkehr auf einer Straße wiederbelebt, die früher den Namen „Autobahn Nr. 1 Berlin-Königsberg“ trug.
Dies war, um darauf hinzuweisen, ein lang ersehntes Ereignis, das infolge mangelnder Koordinierung zu einem Zeitverzug führte, denn der russische Teil der Übergangsstelle konnte erst viel später als der polnische gebaut werden. Ein weiteres Jahr verfloß, da die Eröffnung aus bürokratischen Gründen nicht stattfinden konnte. Jetzt muss man aber sagen: besser später, als nie.   
Die feierliche Zeremonie hieß viele Journalisten und Prominente willkommen.
Das rote Band auf der Kaliningrader Seite zerschnitten gleich vier zuständige Behördenvertreter: der Gouverneur Nikolaj Zukanow, der Chef des Föderalen Zolldienstes Andrej Beljaninov, der Leiter der Frontier-Agentur, Dmitrij Bezdelov und der Vertreter der EU-Kommission in Russland, Michael Webb. Nach gleicher Art hantierten mit den Scheren auf der polnischen Seite der stellvertretende Innenminister der Republik Polen, Peter Stachanczyk und die Leiter der Zoll- und Grenzüberwachungsbehörden des Landes.
Es gab kein Mangel an Gratulationssprüchen. Jeder unterstrich die Wichtigkeit des Events, sah aber das Geschehene aus seiner eigenen Perspektive. Der Gouverneur Zukanow betrachtete es zum Beispiel unter dem Gesichtspunkt der Grenzpartnerschaft des  Kaliningrader Gebietes mit der Republik Polen und der EU. Den Hauptzöllner Russland begeisterten am meisten die Aussichten des Güterumsatzwachstums. Und der Diplomat Webb legte großen Wert auf die Vorwärtsbewegung der gemeinsamen Projekte in den Kooperationsfeldern von Russland und der EU.
Eine große Bedeutung der vereinten Kräfte beim Bau des neuen Checkpoints betonte auch D. Bezdelov, der zu diesem Anlass einen symbolischen Grenzschlüssel aus den Händen Michael Webbs bekam.   
„Mamonowo II – Gzhehotki“ gilt nicht nur als die größte, sondern auch als die am besten technisch ausgerüstete und komfortabelste Übergangsstelle. Das trifft für Einzelpersonen, die die Grenze überqueren, als auch für das Personal zu. Es werden dort in der nächsten Zeit ein Vorwarnsystem sowie das Programm der Zollanmeldung auf Datenträgern eingeführt. Die beiden Maßnahmen sollen die Zeit beim Grenzübergang verkürzen.
Mit der Eröffnung des Übergangs werden die Arbeiten in seiner Randzone nicht eingestellt. Es wird als erstes ein Abschnitt der  angrenzenden Autobahn rekonstruiert. Zweitens sollen die sich schon im Bau befindlichen Zolllager mit der gesamten  Ausstattung ihre Arbeit im nächsten Jahr beginnen.
Menschen zu vereinen, Güterumschlagprozesse zu vereinfachen“ – darin sieht Peter  Stachanczyk die Rolle des neuen Grenzobjektes. Und er sieht diese Rolle als vorherrschend sogar im Vergleich zum Schutz der gemeinsamen EU-Grenze vor Schmuggelwaren.
Für die Mehrheit der Kaliningrader – unter  ihnen befinden sich sowohl Geschäftsleute als auch andere Bürger – ist die neue große Übergangsstelle eine Hoffnung, die bisher unverschämt großen Warteschlangen auf der Grenze zu reduzieren. In dieser Angelegenheit ist der Gouverneur N. Zukanow mit den Bewohnern der Region solidarisch:
„Die wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes hängt von den Grenzen ab. Die Warteschlangen ruinieren das Geschäft und dämmen die Tourismusentwicklung.“
 Wie wichtig diese Innovation für die Bevölkerung ist, war gleich zu merken.
„Mamonowo II – Gzhehotki“ legte mit der Arbeit noch einige Tage vor seiner offiziellen Eröffnung los. Sie wurde nur für einige Stunden durch die Eröffnungsfeier unterbrochen.  Der Umstand, dass die Übergangstelle sich schon in Betriebsbereitschaft befindet, wurde nicht breit zur Schau gestellt – eventuell aus dem Grund, damit der Autoandrang die Veranstaltung nicht unterbrach.
Und man musste sich die verwunderten und glücklichen Gesichter der noch nicht zahlreichen Autofahrer ansehen. Sie haben es nicht fassen können, vor der Grenze nun die vielen freien Übergangsspuren anstatt des sonst üblichen Alptraums vorzufinden. Ohne Zweifel waren sie dazu bereit, sich ganz aufrichtig für jede Stunde ihrer Erlösung von diesem Alptraum zu bedanken.
Heute besteht die Hoffnung, dass dieser Checkpoint das Überqueren der Grenze zwischen Polen und Kaliningrader Gebiet – zwischen EU und Russland – ganz erheblich beschleunigen wird.

Igor KOWALYOW

Foto: Die russischen und europäischen Teilnehmer des Projektes eröffnen ein neues Tor zwischen dem Kaliningrader Gebiet und Europa

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 26. Januar 2011 um 16:33 Uhr
 
HEIMATFREUNDE ERFORSCHEN GESCHICHTE UND KULTUR Drucken E-Mail

Array Array

Inzwischen sind die Treffen der Heimatforscher aus dem Kaliningrader Gebiet zu einer Tradition geworden und erfreuen sich vieler Teilnehmer. Diesmal versammelten sich im Deutsch-Russischen Haus ?ber hundert Heimatliebhaber aus vielen gro?en und kleinen St?dten und D?rfern des Gebietes.

Anla? f?r die Versammlung war das 20-j?hrige Jubil?um des Heimatforschervereins. Seine Mitglieder sind Menschen unterschiedlicher Berufe und Altersgruppen. Die Gebietsduma des Kaliningrader Gebietes zeichnete den Verein durch eine Urkunde aus, im ?brigen empfingen die Mitglieder Gratulationen und Gl?ckw?nsche des regionalen Kulturministeriums, der Museen, des Staatsarchivs und ihrer Kollegen…
Die ?berraschendste Gratulation kam jedoch vom Vertreter des Vorsitzenden der Staatsduma der Russischen F?deration, Wladimir Schirinowsky. Er w?nschte den Mitgliedern weitere Erfolge auf dem Gebiet der Forschung und Popularisierung der Geschichte und der Kultur des Gebietes.
Am Anfang des Treffens gedachte man der Heimatforscher, die im letzten Jahr verstorben sind.  Solange diese Menschen in der Erinnerung bleiben, werden  auch sie und ihr Erbe weiterleben.
Durch ihre unerm?dliche Arbeit zeichnete sich die Mitarbeiterin der regionalen wissenschaftlichen Bibliothek, Tamara Ivanovna Gorbunova, aus. Diese Frau ist Autorin zahlreicher Kalender und  bibliographischer Nachschlagwerke. Das Letzte von ihr umfasst vier B?nde und tr?gt den Namen „Operation Ostpreu?en“. Tamara Ivanovna verf?gt ?ber ein au?erordentliches Ged?chtnis und in ihrer freundlichen und uneigenn?tzigen Art leistete sie  den Historikern und Heimatforschern eine wichtige Hilfe.
Der bekannteste Heimatforscher der Stadt Sowjetsk (Tilsit) und ihr Ehrenb?rger, I.Ruthmann, bediente sich der modernen Technik und sprach mittels einer Video?bertragung zu den Teilnehmern ?ber seine Kollektion des antiquarischen Geschirrs aus Tilsit. Auch wenn Herr Ruthmann nicht direkt von sich selbst erz?hlte – seine Begeisterung und Leidenschaft sowie die hervorragende Kenntnis der Details wurden deutlich.
Doch nicht nur Heimatforscher aus Kaliningrad vereinten sich. Die Vertreter unterschiedlicher Vereine aus allen Gegenden des Gebietes berichteten ?ber ihre Arbeit seit dem letzten Treffen. Zum Beispiel gaben die Heimatforscher aus Baltijsk (Pillau) ein gro?artiges Buch ?ber die baltische Nehrung heraus und arbeiten nun an neuen B?chern.
In Tschernjahovks (Insterburg) finden regelm??ig Konferenzen der Heimatforscher statt, die geschichtliche Zeitschrift „Nadrovia“ (nach dem ostpreu?ischen Gau Nadrauen benannt)  und  der k?nstlerisch-publizistische Almanach „ Die Ufer der Angrapa“ werden herausgegeben.
Der Leiter des Heimatvereins „wei?er Rabe“ des Dorfes Privolnoe, A. Klenovyj, berichtete ?ber seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Vereinen und Schulen.
Der Heimatverein aus Sowjetsk wurde erst vor kurzer Zeit gegr?ndet, trotzdem sind die Ambitionen hoch. Viel Erfolg und die Erf?llung aller seiner Pl?ne w?nschten ihm die anderen Heimatforscher.
Im Gegensatz dazu ist der Kaliningrader Verein ein „alter Hase“ mit allem was dazu geh?rt: regelm??ige Treffen, ein Arbeitsplan und ein Jahrbuch.
Zu einer lebhaften Diskussion kam es nach den Ausf?hrungen der Leiterin der baltischen Gebietsabteilung des f?deralen Amtes f?r den Kultur- und Denkmalschutz, L.Radjuk. Sie berichtete ?ber M?glichkeiten und Grenzen ihres Amtes und rief die Heimatforscher dazu auf, die ?ffentlichkeit ?ber alle Vorf?lle des Vandalismus und der Vernachl?ssigung von Denkm?lern zu informieren.
W?hrend der Veranstaltung erinnerte man auch an einige k?nftig anstehende  Gedenktage, um schon jetzt mit den Programmplanungen f?r diese Ereignisse anzufangen. Das ist der 200. Jahrestag des Vaterlandskrieges von 1812, der 100. Jahrestag des Beginns des I. Weltkrieges und der 300. Geburtstag des litauischen Poeten Christian Donalitius. Die Heimatforscher sind als gute Organisatoren oder Veranstalter bekannt, wenn es darum geht, Jubil?en und sonstige Feierlichkeiten vorzubereiten. In der Vergangenheit berieten sie die Gebietsregierung bei der Veranstaltungsplanung und beschafften finanzielle Mittel f?r die Durchf?hrung.
Die Erinnerung an den Krieg von 1812 ist auch in jener Hinsicht ein besonderes Datum, als dass die nachfolgenden Befreiungskriege, an denen auch russische Truppen teilnahmen, ein beachtenswerter Ber?hrungspunkt der westeurop?ischen Geschichte mit der russischen Geschichte ist – so die Meinung des Leiters des Geschichtsmuseums in Bagrationovsk (ehemalig Preu?isch Eylau) A.Pantschenko.
Nach der Beendigung des offiziellen Teils der Veranstaltung kam es zu vielen Erfahrungsaustauschen und die Gespr?che zogen sich bis in die sp?ten Abendstunden hin.
Ein besonderer Dank f?r die finanzielle Unterst?tzung gilt der Kaliningrader Handelskammer. Wie schon so oft stellte das Deutsch-Russische Haus Veranstaltungsr?ume zur Verf?gung und bewies zum wiederholten Male eine ganz besondere Gastfreundschaft.
Das Treffen zeigte den Teilnehmern, wie zahlreich die Heimatforscher in der Region sind. Gemeinsam k?nnen sie  viel erreichen und ihre St?rke liegt in der Zusammenarbeit. Nur auf diese Art und Weise kann man die Geschichte und die Kultur erforschen und bewahren.

Boris ADAMOV, Mitglied des Vorstandes des Kaliningrader Heimatvereins, Veranstalter des Treffens

 
F?R EIN GL?CKLICHES GEDEIHEN DER GEMEISAMEN HEIMAT Drucken E-Mail

Array Array

In Gusew fand das III. deutsch-russische Forum 2010 „Die Zukunft braucht die Vergangenheit“ statt. Am 16. Oktober versammelten sich mehr als 70 Teilnehmer aus Deutschland und Russland im Stadtkulturheim.

Die Leute der verschiedenen Altersstufen sa?en an den Tischen im Saal vor einem roten Vorhang, der mit dem goldenen Wappen von Gusew geschm?ckt war, das den Pfeil aus dem Wappen von Gumbinnen aufbewahrt hatte und mit dem Kopf des Gumbinnener Elches erg?nzt worden ist.
Erschienen waren die Mitglieder der ostpreu?ischen Landsmannschaften und die Vertreter der wohlt?tigen Organisationen aus Deutschland, die Beamte des ?ffentlichen Dienstes aus den St?dten und Siedlungen des Kaliningrader Gebietes, die Mitarbeiter der Museen und Archive, die Heimatkundler, die ?kologen und die Journalisten – all jene Menschen, die die Kontinuit?t der Geschichte verstehen und danach streben, diesem Land die Gesamtheit des Seines in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft  zur?ckzugeben.
„Wir arbeiten nicht nur auf kulturellem Gebiet, wir festigen die Freundschaft der V?lker“, so  bezeichnete Klaus Lunau als Moderator des Forums und Mitglied der Landsmannschaft „Fischhausen“ die Mission dieser Treffen. „Man muss jetzt die Arbeit beginnen. Wer au?er uns kann eine lebendige Verbindung zwischen dem, was war, und dem, was jetzt ist, herstellen? Gerade wir m?ssen den Grundstein f?r eine feste und nahe Partnerschaft legen“.
Dieses Thema setzte die Leiterin der deutschen Delegation als Mitglied des Bundesvereines „Landsmannschaft Ostpreu?en“, Brigitte Stramm, mit folgenden Worten fort:  „Alles ver?ndert sich. Die Arbeit unseres Forums bringt ein positives Ergebnis“.
Mit den Worten von Frau Stramm ist die B?rgermeisterin von Gusew, Galina Silenko, einer Meinung. Sie erg?nzte dazu, dass das Wichtigste in der Zusammenarbeit die Entwicklung unserer gemeinsamen Heimat ist. Frau Silenko legte jedem ans Herz, die positiven Ergebnisse des Forums auch mit ganzer Kraft in der Praxis zu verwirklichen.
Man muss betonen, dass sich ein positives und praktisches Ergebnis sofort zeigte. Der Vertrag ?ber die Partnerschaft zwischen der Bundeslandsmannschaft und dem Kaliningrader  Staat- lichen Gebietsarchiv wurde untergeschrieben. Wie Frau Stramm und die Leiterin des Archivs, Alla F?dorova, bemerkten, sind die Mitglieder der Landsmannschaften jetzt schon nicht mehr nur   einfache nostalgische Touristen, sondern  vollwertige Partner.
Es ist auch wichtig, noch hervorzuheben, dass im Rahmen dieses Gusewer Forums ein Vertrag ?ber Partnerschaft zwischen dem Kulturzentrum „Ostpreu?en“ in Ellingen und dem Museum „Friedl?nder Tor“ in Kaliningrad geschlossen wurde. Der Vertreter des Kulturzentrums, Wolfgang Freyberg,  machte eine sehr treffende Bemerkung: “Wir m?ssen alle Fragen zusammen besprechen und gemeinsam l?sen. Das dient der Festigung der Freundschaft zwischen unseren V?lkern“.
Die Leiterin des Museums „Friedl?nder Tor“, Swetlana Sokolowa, ?u?erte ihrerseits nicht nur volle Zustimmung zur gemeinsamen T?tigkeit, sondern bezeichnete auch eine der Richtungen dieser T?tigkeit.
Das Museum restauriert zusammen mit der Direktion des Kaliningrader Zentralparkes (fr?her Luisenpark) die Halbrotunde der K?nigin Luise. Die Gipskopie der verlorenen B?ste der K?nigin ist in Berlin hergestellt, und das Bild wurde in Sankt-Petersburg aus Pflasterstein gegossen. Die B?ste ist fertig f?r die Aufstellung.    
?hnlich, wie  man diese Rotunde in K?nigsberg aufbaute, wird die Spendensammlung f?r die Restauration unter den Einwohnern von Kaliningrad organisiert.
Die Zeit f?r die Auszeichnungen wurde auch gefunden. Die Mitarbeiter des Kaliningrader Staatlichen Archivs, Alla F?dorowa, Vera Makarowa  und Anatolij Bachtin, bekamen  offizielle Anerkennungen vom Mitarbeiter des Generalkonsulates Deutschlands in Kaliningrad, Herrn Birmans.
Die Vortr?ge erweckten gro?es Interesse. Zuerst zollte Eckard Steiner aus der Heimatkreisgesellschaft von Gumbinnen mit seinen ausf?hrlichen Worten zum Thema „Die Stadt Gumbinnen und ihr reiches Kulturerbe“ seine Hochachtung gegen?ber dem Ort des Ereignisses.
?ber die internationale Zusammenarbeit des Kulturzentrums „Ostpreu?en“ erz?hlte sein Leiter, Herr Freiberg, mit der Hilfe einer guten elektronischen Pr?sentation.
Ziemlich emotionell wurde der Vortrag vom  Doktor Witalij Maslow aus  der Russischen Staatlichen Immanuel-Kant-Universit?t aufgenommen, in dem es um die Koexistenz zwischen Deutschen und Russen im Kaliningrader Gebiet nach der Kapitulation und in den ersten Nachkriegsjahren ging.
?brigens wurden die Diskussionen nicht nur um die Themen der Vortr?ge gef?hrt. Nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart ist aufregend. Die Grenzprobleme mit den Visa verstimmen die Leute von beiden Seiten der Grenze. Als interessant kann man es auch bezeichnen, wie einige Mitglieder der deutschen Delegation die Situation den anderen erkl?rten.  Dabei wurde der Gedanke ausgesprochen, dass das Hauptproblem die Position der EU ist, die den Vorschlag Russlands ?ber unverz?gliche Feststellung des  visafreien Reiseverkehres regelm??ig ablehnt und dass die deutschen Massenmedien dar?ber schweigen.
Das n?chste Forum „Es gibt keine Zukunft ohne Vergangenheit“* findet in Deutschland statt, vielleicht in Ellingen. Und weder Visa, noch Entfernungen, k?nnen daran hindern.

Marina BELOWA

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 06. November 2010 um 09:22 Uhr
 
Drucken E-Mail

Array Array

Am 28 September wurde der neue Gouverneuer des Kaliningrader Gebietes ins Amt eingef?hrt. In den nachfogenden f?nf Jahren wird diese Stelle von Nikolaj Zukanov bekleidet. 

Einige Tage zuvor wurde seine Kandidatur, ein Vorschlag des Pr?sidenten Dmitrij Medvedev, durch eine Abstimmung der Abgeordneten der Kaliningrader Kreisduma best?tigt. Das Ergebnis der Abstimmung – 30 zu neun, mit einer absoluten Mehrheit f?r den Kandidaten. F?r eine Entscheidung zugunsten von Zukanov h?tten bereits 21 Stimmen gereicht.
Wie erwartet, bekam Nikolaj Zukanov, Oberhaupt der Gusever Munizipalit?t und Sekret?r des ?rtlichen regionalen Rates der Partei "Edinnaja Rossija" ("Einiges Russland") die Unterst?tzung seitens seiner Parteigenossen unter den Abgeordneten. Sogar unter Einberechnung der Erkl?rungen einiger weniger Vertreter der Opposition ?ber ihre Absicht, gegen die Kandidatur von Zukanov zu stimmen, war wohl keine gro?e Intrige zu erwarten. Postfaktum erschien die Information ?ber die Klage zweier Abgeordneter ?ber die Nichteinhaltung der Prinzipen einer geheimen Abstimmung. Dieser Klage lag Folgendes zu Grunde: Der Abstimmungsschein war so konzepiert, dass man nur im Fall einer Gegenstimme etwas ermerken musste. Auf diese Weise gingen alle, die f?r den Kandidaten stimmten, sofort zu der Wahlurne und warfen ihre Scheine ein, ohne zuvor in der abgeschlossenen Wahlkabine gewesen zu sein.
Nikolaj Zukanov bestimmte bereits einige Schwerpunkte seiner T?tigkeit im Amt des Gouverneurs, wobei er die regionalen Probleme nannte, die am ehesten einer effektiven L?sung bed?rfen. Darunter sind die Kooperation der Regierung und der B?rger, die Festsetzung gerechter und tragbarer Tarife f?r die Dienstleistungen der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft, die Wiedereinrichtung, beziehungsweise der Ausbau einer Transportstruktur, welche die Region wieder erreichbar machen soll, die qualitative Verbesserung der ?rztlichen Betreuung, der Bau von erwerbbaren Wohnfl?chen, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Haranziehung der riesigen, ungenutzten Ressourcen der Landwirtschaft in die Produktion, Bek?mpfung der Korruption.
In Verbindung mir dem ersten unter den oben genannten Anliegen ist die Aussage des bevollm?chtigten Vertreters des russischen Pr?sidenten im F?rderationskreis Nordwestrussland, Ilja Klebanov, welcher Nikolaj Zukanov den Abgeordneten des regionalen Parlaments vorstellte, ?u?erst interessant:
"Die Geschehnisse, die sich in den letzten Tagen bei euch ereignet haben (gemeint ist die Nichtantretung zu den Wahlen des alten Gouverneurs Georgij Boos nach den Massendemonstrationen in Kaliningrad) tragen einen sehr bedeutenden Charakter und geben ein deutliches Signal an alle Gouverneure" – sagte Klebanov. "Wir sind gewohnt, das Tempo des industriellen Wachstums zu beachten, dar?ber hinaus noch ?konomische Fragen, Fragen der Infrastruktur. Aber nur in der letzten Zeit lernten wir zu beachten, wie die Bev?lkerung der Region zu alldem steht."
Ins Selbe m?ndet auch ein Ausspruch von Zukanov selbst:
"Ich habe einen Traum – das Leben des Kaliningrader Gebiets besser zu machen. Auf eine solche Weise, dass ich nach f?nf Jahren meiner Amtszeit frei und mit erhobenem Haupt durch die Stra?en von Kaliningrad gehen kann und niemand mir b?se Worte nachruft".
Wird der neue Gouverneur des Kaliningrader Gebiets auf dem Feld erfolgreich, auf dem der alte scheiterte?
Es ist kein Geheimnis, dass viele meinen, Nikolaj Zukanov sei Georgij Boos pers?nlicher Beg?nstigter. Zumindest z?hlte Zukanov, solange er den Posten des Oberhaupts der Gusever Munizipalit?t bekleidete, zu einem der Boos Favoriten, der nie Problem mit der regionalen Regierung hatte und des ?fteren wohlwollende Hilfe von ihr empfing. Gleichzeitig trug der ehemalige Gouverneuer wahre Kriege unter Einbeziehung aller administrativen M?glichkeiten mit den Chefs anderer Munizipalbezirke. Mehr als das, Zukanov selbst betonte mehrmals, dass seine Bekanntschaft mit dem ehemaligen Gouverneur viele Jahre zur?ckliegt, noch in die Zeiten, als Boos noch nicht das Amt bekleidete. Und es gibt sehr viele, welche einer solchen, m?glichen "Beg?nstigung" sehr aufmerksam entgegentreten.  
Andererseits sieht Zukanov, wie schon oben erw?hnt, dass er ein Problem der Kommunikation zwischen der Regierung und den B?rgern sieht. Er scheint auch ihren potentiellen konstruktiven oder destruktiven Einfluss richtig einzusch?tzen. Deshalb gibt es auch Grundlagen f?r ein bisschen Optimismus.
Es gibt aber einige Aspekte, in denen Zukanov wohl oder ?bel als Boos Nachfolger agieren wird: Der Bau der K?stenautobahn, die alle Orte der Samlandk?ste und die Gebietshauptstadt verbindet, die Errichtung einer Reihe von Fitnesskomplexen, eines Medizinzentrums, welches sich auf Kardiologie spezialisiert, Bau eines Atomkraftwerks. Dass riesige, f?derale Mittel zur Finanzierung dieser Projekte in die Region herangezogen werden konnten, wird oft damit verbunden, dass Georgij Boos ?ber starke pers?nliche Beziehungen zu Menschen an der Spitze der Machthabern Russlands verf?gt. Kaum verf?gt Zukanov ?ber vergleichbare M?glichkeiten. Ob die Finanzierung aller dieser Projekte im gleichen Ma?e und unter gleichen Bedingungen weiter laufen wird?
Ilja Klebanov versprach, dass der neue Gouverneur mit seiner Hilfe auch n?tzliche Beziehugen schlie?en wird. Und obwohl die L?sung staatlicher Probleme mittels pers?nlicher Beziehungen als ?berbleibsel von stammes-archaischen Beziehungen erscheint, k?nnen sie helfen, die Interessen der Region und ihrer Bewohner zu realisieren. Eben das zu tun, was man von Zukanov erwartet.
Die fr?here T?tigkeit Nikolaj Zukanovs in der Stadt Gusev und im anliegenden Bezirk wird sowohl von den Einwohnern, als auch von den politischen Vertretern hoch gesch?tzt. Innerhalb einer kleinen Zeitspanne ver?nderte sich die Stadt, sowohl ?u?erlich, als auch strukturell, sehr zum Positiven. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurde die ehemals wirtschaftlich zweitentwickelte (nach Kaliningrad) Stadt der Region zum Ort sozialer Missst?nde und Arbeitslosigkeit. In den letzten f?nf Jahren jedoch erholte sich die wirtschaftliche Lage der Stadt und die Haushaltseink?nfte stiegen.
Man muss anmerken, dass ein Vorschlag des Pr?sidenten f?r die Kandidatur eines Gouverneurs aus den Reihen der Oberh?upte von Munizipalit?ten wenn auch nicht einmalig, so doch besonders in der russischen politischen Praxis ist.

Igor KOWALJOW

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 02. November 2010 um 09:38 Uhr
 
WANDERUNGEN ENTLANG DER BERNSTEINK?STE... Drucken E-Mail

Array Array

Mit der Autorin des Buches „Die Bernsteink?ste: Jantarnyj Bereg“ trafen wir uns an der Bernsteink?ste in der „bernsteinigsten“ aller St?dte unseres Bernsteinlandes – Jantarnyj (ehem. Palmnicken).

Wir hoffen sehr, dass unsere Leser diese Tautologie verzeihen werden; sie ist nicht zuf?llig. Die Autorin Kristel Hofeins ist  ein F?hrungsmitglied der „Jantarj“-Gesellschaft der Hamburger Universit?t. In meinen H?nden liegt ihr Werk – ein illustriertes Album, f?r dessen Fertigstellung  sie f?nf Jahre ben?tigt hat. Ich schlage es auf und entdecke f?r mich das Samland aufs Neue, als ob ich es nicht schon vorher kreuz und quer befahren habe. Das ist es eben: ich fuhr die Bernsteink?ste mit dem Wagen entlang und Kristel durchwanderte die gesamte K?ste von Swetlogorsk (Rauschen) bis nach Jantarnyj (Palmnicken) zu Fu?. Nur wandernd kann man sich mit der Gegend und mit den Menschen richtig vertraut machen, meint Kristel.
Das Buch „Die Bernsteink?ste: Jantarnyj Bereg“ ist das Ergebnis von Besuchen der Autorin, die sie der Stadt Jantarnyj im Laufe von einigen Jahrzehnten abgestattet hat. Angefangen hat alles mit einer Kurzreise nach Litauen, als deutsche Vertreter der „Jantarj“-Gesellschaft mit dem ber?hmten russischen Bernstein-Kombinat im Kaliningrader Gebiet bekannt gemacht wurden. „Ich war von dieser Reise sehr stark beeindruckt,“ erz?hlt Kristel. Nach dem ersten Besuch in Jantarnyj lernten Kristel und ihre Freundin das Ehepaar Bartsch kennen, das jedes Jahr in diese Stadt an der See kam. Es stellte sich schnell heraus, dass es keine nennenswerten Probleme f?r solche Besuche gibt, weil die Menschen hier sehr gastfreundlich und hilfsbereit sind. So kommt Kristel schon seit zehn Jahren nun Jahr f?r Jahr nach Jantarnyj. Mal mit ihrem Ehemann, mal ohne. Doch ihre Kamera ist immer dabei. „Die Landschaft“, sagt Kristel, „ hat sich im Vergleich zu der von der Vorkriegszeit sehr ver?ndert. Fr?her wuchsen entlang der K?ste keine ‚Dschungel’ wie jetzt.“ Sie kam sogar im Winter, um Aufnahmen von den Abh?ngen zu machen, als die B?ume kahl waren.
W?hrend ihrer Wanderungen entlang der Ostseek?ste dachte Kristel ?fters daran, dass es spannend sein k?nnte, die alten Ansichten von diesen Ortschaften (Gravuren, Postkarten) den modernen Fotos gegen?ber zu stellen. So wurde die Idee dieses Werkes geboren und wuchs in f?nf Jahren dann zu diesem wundersch?nen Bildband heran. Grundlage ist eine stattliche Sammlung alter Ansichtkarten. Diese Motive bestimmten die heutigen Aufnahmeorte und Pl?tze, um dadurch alle landschaftlichen Ver?nderungen darstellen zu k?nnen. Oft wurden sogar neben den Postkarten auch  Reproduktionen alter Bilder und Gem?lde benutzt. Ein Teil dieser Bilder entstand im XIX. Jahrhundert. Als Ergebnis dieser langen und aufwendigen Arbeit kam ein vielseitig illustriertes Buch heraus, das dem Leser den Zeitwandel einer Landschaft vermittelt. Die Fotoaufnahmen f?r dieses Buch hat Kristel ganz bewusst aus dem gleichen Blickwinkel gemacht, unter dem sie vor 100 bis 200 Jahren entstanden sind. F?r uns als Leser ist diese Zusammenstellung sehr bequem: links eine alte K?stenansicht, rechts eine Aufnahme von heute. Zu den Bildern erz?hlt die Autorin eigene Eindr?cke und Erlebnisse von ihren Wanderungen zwischen Swetlogorsk (ehem. Rauschen) und Jantarnyj (ehem. Palmnicken) und erg?nzt vieles mit historischen Daten. Ein solcher Blick durch das Prisma der pers?nlichen Wahrnehmung auf beispielsweise den modernen Zustand von Hafenst?dten ist nicht weniger reizvoll. Fr?her fand man hier eine sehr gut entwickelte Erholungs-, Sport- und Tourismusinfrastruktur vor. Heute hat sich vieles ver?ndert; leider nicht zum Guten, wenn man bedenkt, dass damals sogar jede Schlucht einen Namen hatte und einige von ihnen mit Laternen ausgestattet waren. Das betrifft zum Beispiel die Siedlung Lesnoe, ein fr?her sehr popul?rer Kurort namens Warnicken. Die ber?hmte „Wolfsh?hle“ war eine der tiefsten Schluchten der gesamten K?ste und hatte eine spezielle  Aussichtsplattform. Zum Aussichtspunkt „K?nigs-Thron“kamen sogar K?nige, um einen Blick auf die See aus dieser Perspektive zu werfen.
Und dann gab es da noch den „Galgenberg“. Wer von den heutigen Ortsbewohnern in Donskoj  wei? dar?ber noch etwas? Vom XV. bis XVI. Jahrhundert hat das Herzogtum als Inhaber von Monopolrechten f?r die Bernsteingewinnung alle bestraft, die einen Sonnenstein in ihre eigene Tasche legten, anstatt ihn an die Schatzkammer abzugeben. Menschen, die in kleinen D?rfern entlang der Ostseek?ste gelebt haben, waren auf Befehl eines Regierungsbevollm?chtigten verpflichtet, ins Wasser zu springen und mit einem Kescher Bernsteine zu suchen. Schon damals existierte hier eine Verbotzone, ?hnlich den bei Goldgruben auf Alaska. ?brigens mussten damals alle K?stenbewohner mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres den sogenannten „Bernstein-Eid“ leisten (f?r Deutsche ist ein Eid sehr heilig). Sie haben geschworen, jeden gefundenen Bernstein an die Schatzkammer abzugeben. Es wurde sogar eine spezielle Durchgangserlaubnis f?r Strandbesuche eingef?hrt.
Beim Lesen des Buches von Kristel Hofeins erfahren wir, dass der h?chste Punkt der Samlandk?ste 66 Meter misst. Hier liegt der „Sp?hberg“. Ausgerechnet hierher kamen im XIX. Jahrhundert Kunstmaler aus ganz Europa. Die in ihren Mitteln eingeschr?nkten K?nstler lebten bei den Fischern und zahlten oft f?r diese Unterkunft mit ihren Landschaftsgem?lden. Es sind mit Sicherheit alle deutsche Expressionisten hier gewesen. Leider ist das Buch „Die Bernsteink?ste: Jantarnyj Bereg“ zuerst nur in deutscher Sprache herausgegeben worden. Dar?ber soll man sich nicht wundern, denn alle Kosten trug Kristel Hofeins pers?nlich. Doch ich denke, dass eine russische ?bersetzung dieses gro?artigen Reisef?hrers ?ber die Ostseek?ste nur eine Frage der Zeit sein wird.

Jurij GORBUSCHIN

Foto: Chefredakteur der KA, Michail Palej, ist davon ?berzeugt, dass dieser Bildband unbedingt auch in russischer Sprache erscheinen soll

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 01. September 2010 um 08:01 Uhr
 
WAS UNS DAS KONZERT EREIGNIS LEHRTE Drucken E-Mail

Array Array

Die Wiener Philharmoniker in Begleitung von ?ber 1500 Fans aus allen Kontinenten gingen in Klaip?da mit dem Luxus-Liner „Mein Schiff“ vor Anker. Von dort aus wagten sie einen ''Bus-Sprung“ von 150 Kilometern nach Kaliningrad,
um dort zu Ehren ihres Orchestergr?nders ein Konzert zu geben

Zum ersten Mal seit seiner Gr?ndung gab das Wiener Philharmonie Orchester im Rahmen seiner Baltikum-Tournee ein Konzert in der Geburtsstadt des Orchestergr?nders und Komponisten Carl Otto Ehrenfried Nicolai. Dieses Konzert war dem 200. Geburtstag des Orchestergr?nders gewidmet.
Am 7. Juli verlie? der Liner mit den Wiener Philharmonikern und vielen Fans den Hafen im deutschen Kiel und brachte sie nach Tallin, Sankt Petersburg, Helsinki und Stockholm, wo sie je einen Auftritt gegeben haben. Einen besonderen Platz nahm in der Tournee-Liste der St?dte Kaliningrad-K?nigsberg als Heimatstadt von O. Nicolai ein. Wie seltsam es auch ist, aber das Orchester der Wiener Philharmonie hat seit seiner Gr?ndung im Jahre 1842 kein einziges Konzert im Heimatort des Gr?nders gegeben.
?ber 3000 Menschen, die zu diesem Ereignis im Sportpalast „Jantarnyj“ gekommen waren, stellten sich auf einen musikalischen Kunstgenu? ein. Auf dem Programm standen Episoden aus Nicolais Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ (gesungen von der Sopran-Solistin Ildiko Raimondi) sowie das Dritte Klavier-Konzert und die Siebente Symphonie von Ludwig van Beethoven (Solo vom Pianisten Rudolf Buchbinder). Dirigiert wurde das Orchester von Christian Thielemann.
Die meisterhafte Auff?hrung der Musiker dankte das Publikum mit einem st?rmischen Applaus, der nicht enden wollte. Das bedeutete Zugabe! Aber leider gab es keine Zugabe, weil die Musiker zusammen mit mehr als 1500 Fans und anderen Passagieren des Reiseschiffes noch eine Busfahrt von 150 Kilometern zum litauischen Klaip?da vor sich hatten; sozusagen als eine logistische Notl?sung f?r die Baltikum-Tournee der „Wiener Philharmoniker“.

Wir haben schon einmal dar?ber berichtet, dass die Organisation des Kaliningrader Konzertes sehr problematisch verlief. Die Region hat leider keinen Hafen, der imstande w?re, ein Schiff von einer solchen Gr??e zu empfangen, wie es dieser Liner „Mein Schiff“ ist. Doch der Wunsch, hier in Kaliningrad unbedingt aufzutreten,  war st?rker als alle ungl?cklichen  Umst?nde, die vorauszusehen waren. So kam es zu der einzig m?glichen Variante,  im litauischen Klaip?da anzulegen und die Reise nach Kaliningrad mit den Bussen fortzusetzen.
Am 15. Juli startete dann eine Karawane aus 40 gro?en Bussen, die alle 2000 Teilnehmer der Kreuzfahrt ?ber die Kurische Nehrung nach Kaliningrad brachten. Der Karawane folgte ein Trailer mit den Musikinstrumenten.
Das Passieren des litauisch-russischen Grenz?berganges stellte sich noch b?rokratischer heraus, als es sich die Pessimisten vorgestellt hatten. F?r die Fahrg?ste war die Personenkontrolle am litauisch-russischen Grenz?bergang ziemlich unproblematisch; ganz im Gegensatz zu den  Musikinstrumenten, die diesen litauischen Grenz?bergang nicht passieren durften. Sie wurden von den litauischen Zollbeamten zu einem anderen Grenzposten umgeleitet, der mehrere Kilometer entfernt war. Das liest sich jetzt alles sehr einfach. Aber wer das komplizierte Wendeman?ver auf engstem Raum gesehen hat und dann noch die Umleitungsstrecke in Betracht zieht, der konnte ahnen, dass das zu einer enormen Versp?tung des Konzertbeginns in Kaliningrad f?hren wird. So kam es dann auch. ?ber 3000 Musikfreunde wurden auf eine harte Geduldsprobe gestellt, als mit einer fast zweist?ndigen Versp?tung dann das Konzert endlich begann. Dass dieses Konzert ?berhaupt noch stattfinden konnte, ist nur dem unb?rokratischen Verhalten der russischen Zollbeamten zu verdanken, die sehr umsichtig handelten, als sie einen Weg fanden, mit russischer Seele entscheiden zu k?nnen, ohne dabei die dienstlichen Vorschriften zu verletzen. So wurden die Autozug-Plomben nicht am Grenz?bergang, sondern unmittelbar vor dem Eingang in den Konzertsaal entfernt. Jetzt war alles gut. Was sonst hinter dem Vorhang abl?uft, geschah nun auf offener B?hne und somit vor den Augen des Publikums: viele flei?ige Helfer brachten die Musikinstrumente herein und ?bergaben sie den Musikern des Orchesters. So bekamen diesmal nicht die Wiener Musiker, sondern die B?hnenarbeiter den ersten Applaus. Um nicht noch mehr kostbare Zeit zu verlieren, spielten die Philharmoniker in sommerlicher Stra?enbekleidung. 
Auch diese ungew?hnlichen Umst?nde werden das Kaliningrader Konzert auf eine ganz besondere Weise unvergesslich machen; f?r die Musiker, wie auch f?r die Zuh?rer. Wo und wann kann man sonst noch die Wiener Philharmoniker nicht in festlichen Konzertanz?gen, sondern in ihrer ganz normalen individuellen Sommerbekleidung spielen sehen?
Einige Konzertbesucher dachten sogar, dass der Konzertanfang nur eine Tonprobe w?re. Doch dann nahm alles einen richtigen Ablauf und nichts konnte mehr den Klang dieser grandiosen Musik aufhalten: weder das ungew?hnliche Aussehen der Musiker, noch die erdr?ckende  Hitze und auch nicht die Akustikeinbu?e in diesem Saal, der nicht f?r Konzerte vorgesehen ist. Alles ?u?ere wurde bei dieser Veranstaltung zur Nebensache, verdr?ngt durch das erhabene Gef?hl, dem Gr?nder des Orchesters mit diesem Konzert zu ehren.
Dazu gab es noch eine Zugabe besonderer Art, als in Anwesenheit der Musiker an der Kathedrale eine Gedenktafel f?r den am 9. Juni 1810 in K?nigsberg geborenen Otto Nicolai angebracht wurde. Der Ort f?r diese Ehrentafel wurde nicht zuf?llig auserw?hlt, denn in der Kathedrale bekam der Komponist seine Musikausbildung. Der n?chste Auftritt des Wiener Philharmonie Orchesters in  Kaliningrad wird in der Kathedrale stattfinden; Christian Thielemann hat es versprochen.
Inzwischen ist dieses gro?artige Ereignis verklungen. Aber es sind auch Spuren geblieben, die auf  Kaliningrad einen Schatten werfen. Jeder, der f?r das Ansehen und das Bild dieser Stadt Verantwortung tr?gt, sollte aus den „abenteuerlichen“ Umst?nden des vergangenen Konzertes ernsthafte Schlussfolgerungen ziehen. Erstens: die Region braucht einen eigenen vollwertigen Passagierhafen, der nicht „?berl?uft“, wenn hier ein Luxus-Liner anlegt. Ganz deutlich hat sich gezeigt, dass das Fehlen eines solchen Hafens nicht nur die Entwicklung von touristischen, sondern auch von kulturellen Verbindungen bremst. Zweitens: Kaliningrad braucht dringend einen modernen Konzertsaal mit perfekter technischer Ausstattung und einem  gro?en Fassungsverm?gen. Sports?le als Ersatz taugen nichts. Und drittens: die Kaliningrader wollen die besten K?nstler der Welt ebenfalls zum H?ren und Sehen bekommen. Sie haben sich dieses Anrecht auf Konzerte ersten Ranges ?berzeugend verdient, sei es in den Staus auf den Stra?en zum Sportpalast „Jantarnyj“ oder w?hrend des zweist?ndigen Wartens auf den Beginn des Konzertes. Nichts hat die Kaliningrader von diesem musikalischen Erlebnis abbringen k?nnen. Dennoch sollten k?nftig derartig harte Herausforderungen den Kaliningradern erspart bleiben. Das ist Disharmonie in den Ohren aller Musikfreunde. So h?tte es auch Carl Otto Ehrenfried Nicolai empfunden. Ihm zur Ehre und den Kaliningradern zum Nutzen sollten die Schlussfolgerungen zur Probleml?sung an die richtige Adresse kommen. Vielleicht l?sst sich dann manches, was die Kaliningrader heute melancholisch stimmt und ihnen ein Kreuz auferlegt, in C-Dur umwandeln. In C-Dur gibt es kein Kreuz. Das wei? fast jeder Musikfreund.

Marina BELOWA

Foto: Eduard MOLTSCHANOW, Jurij GORBUSCHIN

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 19. August 2010 um 08:34 Uhr
 
SNAMENSK (EHEM. WEHLAU) Drucken E-Mail

Array Array

Eine der ?ltesten St?dte Preu?ens feierte unter der russischen Flagge ihr 63j?hriges Bestehen.
Obwohl die preu?ische Siedlung Wehlau noch im Jahre 1336 gegr?ndet wurde und die Ordenskirche, welche sich auf ihrem Territorium befindet, mehr als 750 Jahre alt ist, hat die russische Siedlung Snamensk (diesen Namen tr?gt jetzt Wehlau) erst 63 Jahre ihrer Nachkriegsgeschichte gefeiert.

Am 17. Juni 1947 wurde die Stadt Wehlau auf Befehl des Pr?sidiums des Obersten Rates der RSFSR in Snamensk umbenannt und zum   Gwardejskij Bezirk erkl?rt. Daran erinnerte die Leiterin des Festkommitees, Anzhelika Nowitschkowa, in ihrer Ansprache vor den Einwohnern, die sich zum Siedlungsfest eingefunden hatten. Im Besonderen ging Frau Nowitschkowa dann auf die n?heren Umst?nde ein, die in Verbindung mit einem russischen Milit?rbanner f?r die Namensgebung des Ortes eine Rolle gespielt haben.
Danach wurden die Einwohner von den Vertretern der Bezirks- und Stadtverwaltung begl?ckw?nscht. ?brigens sind die meisten Bewohner so stolz auf ihren Ort, dass sie ihn als Stadt bezeichnen.
Der Leiter der Verwaltung von Snamensk, Sergej Tschernow, hob in seiner Begr??ungsrede die sichtbaren Erfolge der wirtschaftlichen Entwicklung der Siedlung hervor und w?nschte allen Snamensker B?rgern Frieden und Wohlstand. Der Chef des Gwardejsker Bezirkes, Iwan Kawun, versprach den B?rgern, alles in seinen Kr?ften stehende zu unternehmen, um den Ort zu dem erw?nschten Wohlstand zu bringen.
Die Vorsitzende des Stadtverordnetenrates, Natalja Karasewa, erg?nzte ihrerseits diese Gl?ckw?nsche durch eine ziemlich aufregende Mitteilung: „Ob Snamensk in Zukunft eine Stadt sein wird oder eine Siedlung bleibt, werden wir alle gemeinsam entscheiden. Ich denke, wir werden uns schon in der n?chsten Zeit mit dieser Frage befassen“.
 „Was ist eigentlich Heimat? Unser Snamensk ist ein winziges St?ckchen vom riesigen Russland...“ Mit diesen Worten startete die erste Musiknummer des Festprogramms „Rossija – Rusj“. Dann wurden Ehrenurkunden und Preise an die Gewinner des Wettbewerbs zur Verbesserung und Neugestaltung eines Reviers bzw. Landfleckchens verliehen. Gewinner in der Nominierung „Der beste Innenhof eines Mehrfamilienhauses“ wurden die Bewohner des Hauses Nr. 9 in der Kaliningrader Strasse.
Au?erdem wurden die Kindertagesst?tten ausgezeichnet, die den Wettbewerb f?r die beste Gestaltung einer Territoriumseinrichtung und dessen Begr?nung gewonnen haben. Auch sie bekamen von der Gebietsverwaltung je 40 000 Rubel (ca. 1000 Euro). Die Snamensker Verwaltung wurde an diesem Tag f?r die Gestaltung der Gr?nanlage in der Siedlung und in  der Gedenkst?tte „Zu Ehren des 40j?hrigen Jubil?ums des Sieges im Zweiten Weltkrieg“ mit Pr?mien in H?he von je 900 000 Rubel (mehr als 20 000 Euro) und 47 000 Rubel ausgezeichnet.
Zugleich bot das Siedlungsfest eine M?glichkeit dazu, die Aufmerksamkeit der Gebietsverwaltung auf die vielf?ltigen Probleme in Snamensk zu richten. Das betrifft die Vorbereitung der Siedlung auf die Heizsaison als auch die Organisation der Sammlung des M?lls und seine Abfuhr, um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. Es ist sehr angenehm zu wissen, dass die B?rger neben den kommunalen Angelegenheiten auch Sinn f?r die Erhaltung des kultur-historischen Erbes von Wehlaus haben. Im Laufe der Vorbereitungen zum Fest gelang es ihnen sogar, die Bezirks- und Gebietsverwaltung dazu zu bringen, sich mit der Erhaltung der Ordenskirche aus dem 13. Jahrhundert, einem der ?ltesten Baudenkm?ler aus jener Epoche, konkreter zu befassen. Demn?chst soll dieses Denkmal vom Sprecher der Gebietsduma, Sergej Bulytschew, besichtigt werden, wonach sich wom?glich endlich die Finanzierungsfrage der angestrebten Restaurierung kl?ren wird. Und solange es noch nicht geschehen ist, wird die altert?mliche Kirche von Snamensker Enthusiasten wie der Englischlehrerin Galina Sarnatschewa mit ihren Sch?lern in Ordnung gehalten und vor dem v?lligen Verfall gerettet.

Wadim CHABAROW

 
VERS?HNUNG ?BER DEN GR?BERN Drucken E-Mail

Array Array

Am 15. Mai 2010 fand in Baltijsk (ehem. Pillau) eine Gedenkveranstaltung zum 10-j?hrigen Jubil?um der Einweihung der deutschen Kriegsgr?berst?tte statt, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V. organisiert wurde. In Baltijsk sind mehr als 12.000 Menschen  aus 24 Nationen beerdigt; darunter befinden sich sowohl Soldaten der Wehrmacht als auch zivile Kriegsopfer.
 An der feierlichen Zeremonie nahmen Vertreter der Gebiets- und Stadtverwaltung, der Generaldirektor der Vereinigung „Kriegs-Memorial“, Ewgenij Piljaew, der Pr?sident des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V., Reinhard F?hrer, sowie der Deutsche Generalkonsul in Kaliningrad, Dr. Aristide Fenster, und der Heeresattach? der Deutschen Botschaft in Moskau, Oberstleutnant Prof. Dr. Erwin J?ngel, teil.
 Generalkonsul Dr. Aristide Fenster hob hervor, dass Baltijsk unter allen Gedenkst?tten im Kaliningrader Gebiet eine besondere Bedeutung zukommt, denn hier ruhen mehr als 12.000 Opfer, mehr als in jeder anderen Gedenkst?tte des ehemaligen n?rdlichen Ostpreu?ens. Er w?rdigte das Engagement des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V. und bedankte sich bei allen russischen Freunden f?r die Teilnahme. Deutsche Kriegsgr?ber-Gedenkst?tten in Russland,  betonte Generalkonsul Dr. Fenster, seien nur dank der Vers?hnung zwischen dem russischen und dem deutschen Volk m?glich geworden.
 Unter dem Motto „Arbeit f?r den Frieden“ hatten Jugendliche aus Deutschland und Russland vier Jahre lang in Jugend-Sommerlagern an der Herrichtung der Kriegsgr?berst?tte gearbeitet.
Der B?rgermeister von Baltijsk, Iwan Kirbaj, bezeichnete diese  Arbeit als heilige Mission zur Festigung des Verst?ndnisses junger Menschen beim gemeinsamen Schutz des Friedens und guter nachbarschaftlicher Verh?ltnisse. Dank der st?ndigen Suchaktionen und der Registrierung von Gefallenen seien die meisten Opfer namentlich bekannt. Das g?be Familien vielerorts die M?glichkeit, ihre N?chsten zu ehren und an deren Gr?bern Blumen niederzulegen. Das Stadtoberhaupt Kirbai dankte ebenfalls dem Volksbund Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V. f?r die Pflege russischer Kriegsgr?berst?tten in Deutschland. Solche St?tten seien nicht nur Trauer- und Gedenkorte, sondern auch Orte f?r das Verst?ndnis der Menschen untereinander sowie f?r die Vers?hnung und Freundschaft zwischen den ehemals feindlichen Staaten. Aus diesem Grund sei die Erinnerung an die Gefallenen aller Nationen die erste Pflicht jedes Menschen dieser Welt.

 Nicht weniger emotional klangen die Worte von Reinhard F?hrer, dem Pr?sidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V.: „In der Bibel steht: Wer Wind s?t, wird Sturm ernten. Ich erlaube mir eine kleine Umformulierung dieses Satzes: Wer Sturm s?t, wird einen Orkan ernten. Und Hitler-Deutschland hat den Sturm ges?t. Zu Friedenszeiten beerdigen die S?hne ihre Eltern, aber in Kriegszeiten die Eltern ihre S?hne. An einer  Gedenktafel findet man den Namen Rudolf Reising. Er ist 1927 geboren und 1945 gefallen. Er war noch nicht einmal 18 Jahre alt . . . “  
 Reinhard F?hrer bedankte sich bei der russischen Regierung, den Veteranen und dem Volk f?r die Unterst?tzung, die Erinnerung an die Kriegsopfer wach zu halten. Es sei unwichtig, auf welcher Seite sie gek?mpft hatten und welcher Nation sie angeh?rten...
„Vers?hnung ?ber den Gr?bern“ ist das Leitmotiv des Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge e.V.

 Ein Symbol der geistigen Einheit der Nationen war der gemeinsame Gedenk-Gottesdienst, welcher von Pastor Dietrich von Sternbeck und Vater Sophronij zum Abschluss der Veranstaltung durchgef?hrt wurde. 

Text und Foto: Jurij GORBUSCHIN

Gru?wort von Generalkonsul Dr. Aristide Fenster

anl??lich der Gedenkveranstaltung zum 10. Jahrestag der Einweihung der deutschen Kriegsgr?berst?tte Baltijsk (Pillau) am 15. Mai 2010

 

Sehr geehrter Herr Minister Andrejew,

sehr geehrte Frau Ministerin Gurowa,

sehr geehrter Herr Kirbaj,

sehr geehrter Herr Pr?sident F?hrer,

sehr geehrter Herr Generaldirektor Piljajew,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Angeh?rige,

 

als Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland ist es f?r mich eine besondere Ehre, an der heutigen Gedenkveranstaltung zum 10-j?hrigen Bestehen der deutschen Kriegsgr?berst?tte im ehemaligen Pillau teilzunehmen.

 

Ich begr??e Sie alle sehr herzlich. Es ist f?r mich au?erordentlich beeindruckend, hier in Baltijsk gemeinsam mit Repr?sentanten der Gebiets- und Stadtverwaltung, Vertretern des russischen Verbandes Soldatengedenkst?tten, des „Volksbundes Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge“ zu stehen. Bewegend f?r mich ist, da? so viele Landsleute, Angeh?rige und Freunde der Verstorbenen, heute den Weg hierher gefunden haben.

 

Ich danke ganz besonders allen russischen Freunden, die sich hier mit uns versammelt haben. Ihre Anwesenheit ist nicht selbstverst?ndlich. Die deutschen Kriegsgr?berst?tten in Ru?land sind nur durch die Vers?hnung zwischen Russen und Deutschen m?glich geworden.

 

Baltijsk kommt unter den Kriegsgr?berst?tten im Kaliningrader Gebiet eine besondere Bedeutung zu. Hier sind sowohl gefallene Wehrmachtssoldaten wie auch Opfer aus der Zivilbev?lkerung beigesetzt. Heute ruhen hier ?ber 12.000 Tote - mehr als in jeder anderen Kriegsgr?berst?tte im ehemaligen n?rdlichen Ostpreu?en. Ich danke dem „Volksbund Deutsche Kriegsgr?berf?rsorge“ f?r sein unerm?dliches  Engagement im Dienste der Erinnerung.

 

Angesichts der Gr?ber sind unsere Gedanken bei den durch Krieg und Kriegsfolgen verstorbenen Menschen. Der vom nationalsozialistischen Deutschland entfachte II. Weltkrieg hat unermessliches  Leid ?ber Ru?land gebracht. Wir gedenken aller V?lker, die im Krieg gelitten haben, vor allem der uns?glich vielen B?rger der Sowjetunion, die ihr Leben verloren haben. Wir gedenken der Deutschen, die als Soldaten, bei Fliegerangriffen in der Heimat, in Gefangenschaft und bei der Vertreibung ums Leben gekommen sind. Wir sind dankbar daf?r, da? Russen und Deutsche heute gemeinsam der Verstorbenen beider Seiten gedenken k?nnen.

 

Wir leben seit 65 Jahren friedlich miteinander – ein Zustand, den sich die Menschen, die damals den Tod fanden, nicht vorstellen konnten. Je weniger Zeitzeugen uns aus dieser schrecklichen Vergangenheit berichten k?nnen, umso mehr drohen die pers?nlichen Schicksale dieser Zeit in Vergessenheit zu geraten. Die heutige Gedenkveranstaltung ist deshalb vor allem ein Tag des Innehaltens, des Erinnerns, des Gedenkens. Sie verpflichtet uns f?r alle Zukunft, ?ber alle Grenzen hinweg aktiv f?r Verst?ndigung, Vers?hnung und Frieden zwischen den Menschen und V?lkern einzutreten.

 

Meine Damen und Herren,

aus der gemeinsamen Trauer um die Toten w?chst die Kraft zur Gestaltung einer besseren Zukunft. Dazu ermahnen uns die Toten, vor denen wir uns in Trauer und Ehrfurcht verneigen.

JavaScript ist deaktiviert!
Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen Sie einen JavaScript-fähigen Browser.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 08. Juni 2010 um 14:18 Uhr
 
<< Start < Zurück 1 2 Weiter > Ende >>