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In der Rubrik „Das Meisterwerk“ werden wir unsere Leser mit Menschen bekannt machen, die ?ber hervorragende berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten verf?gen. Was f?r einige ein Hobby ist, ist f?r andere ein Lebenswerk. Heute stellen wir Ihnen den unikalen Meister Igorj Wasiljewitsch Gorbunow vor – einen Wissenschaftler und K?nstler, der im Genre der historischen Miniature arbeitet. IGORJ WASILJEWITSCH GORBUNOW, Dozent der Design-, Dekorationskunst- und der technisch-graphischen Fachrichtungen. Kandidat der Kunstwissenschaft, Mitglied der wei?russischen Designer-Vereinigung. Seine berufliche Laufbahn begann Igorj Wasiljewitsch als B?hnentechniker im Drama-Theater der Stadt Sovetsk (ehem. Tilsit). Im Jahre 2005 promovierte er mit einer Doktorarbeit zum Thema „DIE KUNST DER BATAILLEN-DIORAMA. Eine kreative L?sung vom Museums- und Ausstellungsensemble in milit?r-historischen Museen der UdSSR und GUS in der zweiten H?lfte des XX. Jahrhunderts“. Grundrichtung seines Schaffens ist die Erforschung des kultur-historischen Erbes vergangener Jahrhunderte aus der Sicht der Milit?rgeschichte und ihres Zusammenhanges mit der Bataillen-Kunst sowie die Erkundung von Milit?runiformen und Kriegsgeschichte des XX. Jahrhunderts und fr?herer Epochen. Soweit sich Igorj Wasiljewitsch erinnern kann, schaffte er seine ersten Figuren mit 7 Jahren aus der Knetmasse. Das schien zuerst nur eine altersbedingte Leidenschaft zu sein, so dass sein Vater als K?nstler und P?dagoge im Hobby seines Sohnes keine Voraussetzung f?r ein lebenslanges Werk sah: „Modelliert der Sohn ?Fig?rchen? Na ja, lass ihn erst mal weiter machen...“. Doch es war keine kurzzeitige Begeisterung. Als auf dem Arbeitstisch vom kleinen Igorj eine eindrucksvolle dreidimensionale Nachstellung der Schlacht von Borodino entstand, auf die jedes Geschichtsmuseum stolz sein k?nnte, war es klar: in der Stadt Sovetsk (ehem.Tilsit) w?chst ein K?nstler heran, der in einer sehr seltenen Kunstrichtung arbeitet. Das waren noch Jahre, als der zuk?nftige Maitre der Bataillen-Komposition selbst?ndig sein K?nnen im Modellieren verbesserte. Dabei musste er unter anderem Geschichtsb?cher studieren und sich mit seinen Schullehrern konsultieren. „Das Brot eines Historikers ist ein hart verdientes Brot“, sagte des ?fteren sein Geschichtslehrer W. Solomin. Geschichte interessierte Igorj aber nicht nur als Wissenschaftsfach, sondern er unternahm Versuche, die historischen Ereignisse zu modellieren, sie zu verk?rpern und dadurch greifbarer zu machen. Das schafft man durch die Bewegungsplastik der Figuren und die kleinsten Details ihrer Uniformen. Leider ist es so, dass Kriege eine der aktivsten Besch?ftigungen von Menschen im Laufe von mehreren Epochen waren. Aus diesem Grund konnte dieses soziale Ph?nomen von den Kunstwissenschaftlern, Rekonstrukteuren und Modellierern nicht ausser Acht gelassen werden; zu grell, zu ausdrucksvoll und zu vielf?ltig war die „Militarismus-Kunst“. ?brigens w?rden die schulischen Erfahrungen des jungen Batailleurs wom?glich nur in Form von Kindheitserinnerungen im Ged?chtnis von I. Gorbunow bleiben, wenn er nicht den ber?hmten Moskauer Sammler und Bildhauer-Miniaturristen P.F. Kosmolinskij getroffen h?tte. Das geschah schon nach dem Wehrdienst in Baltijsk (ehem. Pillau). Pjotr Kosmolinskij stand damals an der Spitze einer Bewegung von Gleichgesinnten. Im Jahre 1991 fand die erste Ausstellung milit?r-historischer Miniature in der UdSSR statt. Laut Igorj Gorbunow war die ganz normale Knetmasse damals das g?ngigste Bastlermaterial. Insgesamt wurden im Zentralmuseum der Milit?rkr?fte circa 2500 Figuren ausgestellt. Alles hielt sich dank purem Enthusiasmus zusammen. Und heutzutage gibt es in der unweit von Moskau gelegenen Balaschicha eine ganze Meisterschule f?r diese Kunstrichtung. Momentan arbeitet Igorj Wasiljewitsch in Wei?russland, verliert dabei aber nicht seine Verbindung zum Kaliningrader Gebiet. In Vorbereitung ist ein Projekt zur Organisation einer Ausstellung seiner Arbeiten in einer Reihe regionaler Museen. Den Unterschied seiner Modelliertechnik zur Technik anderer Schulen sieht Igorj darin, dass er alle Bestandteile seiner Kompositionen selbst?ndig herstellt und keine „Halbfabrikate“ aus den Bastell?den benutzt. So wird zum Beispiel f?r die Uniform die rote, f?r die Manschetten die blaue und f?r die Stiefel die schwarze Plastik verwendet. Auf den ersten Blick scheint es ganz einfach zu sein. Doch, wie tiefgr?ndig soll man sich in Uniformen auskennen, um z.B. eine wirklich authentische Figur von einem Grenadier des XVIII. Jahrhunderts zu schaffen! Auch eine ernsthafte Komposition w?re ohne sichere Kenntnisse in der Geschichte der Milit?rbekleidung ebenfalls nicht machbar. Genau auf diese Weise entstanden die Folgen: „Die Russische Flotte“, „Die Romanow-Familie“, „Anno 1812“, „Der Siebenj?hrige Krieg“, „Der Nord-Krieg“, „Der Zweite Weltkrieg“, „Die Franz?sische Revolution“ und „Der Tilsiter Frieden“. Insgesamt bestehen sie aus 266 Figuren. Das alles wurde auf der Grundlage von eigenen wissenschaftlichen Erkundungen geschaffen. Am 25. Juli fand im Museum der doppelt Rotfahnigen Baltischen Flotte (Baltijsk) die Er?ffnung der ersten Ausstellungs-Staffel statt, die Igorj Gorbunow im Kaliningrader Gebiet geplant hatte. Au?erdem hat der Meister eine Ausstellung im Baltischen Kriegsmarine-Institut namens Uschakow und im Museum Friedl?nder Tor vor. Jurij GORBUSCHIN
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