Person
Die Puppen helfen den Menschen Drucken E-Mail
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Katja Kriwoschejeva wird bald 17. Dem Aussehen nach ist sie eine ganz normale Studentin wie alle anderen auch. Aber kaum erwachsen geworden, entschied sich Katerina, ihren alten Traum zu verwirklichen. Sie will denen helfen, die korperlich behindert sind, und sie wei? bereits sogar, wie. 
Ihr Freund sitzt im Rollstuhl. Er hat einen Hund. Katja fuhrt den Hund aus, bringt ihn zum Tierarzt, denn der Freund kann das selbst nicht machen. Wenn er diese Hilfe nicht hatte, besa?e er keinen Hund, denn er kann sich wegen seiner Behinderung nicht ausreichend um den Hund kummern. 
Ein Hund oder eine Katze sind fur so einen Menschen nicht einfach nur Haustiere, sondern Familienmitglieder. Haufig ist es das einzige Lebewesen, das immer bei ihnen und vollkommen von seinem Herrchen abhangig ist. Aber wenn man korperlich eingeschrankt ist und sich nicht um das Tier kummern kann, dann gibt es keine Familie dieser Art. 
Das alles brachte Katja Kriwoschejeva auf den Gedanken, den behinderten Menschen zu helfen, dass sie integriert  werden, mit eigenen Handen zu arbeiten, sich ein Haustier anschaffen konnen und Freunde in Deutschland   finden. 
Die Idee ist einfach wie auch alles Geniale. Unter den behinderten Kaliningradern gibt es viele talentierte Menschen. Sie fertigen originelle Gegenstande in Handarbeit an, legen nicht nur ihr Talent, sondern auch ihr Herz hinein und wollen Deutsche ihresgleichen damit bekannt machen, indem sie ihnen ihre Werke anbieten. Ein Teil vom Erlos wird in die Organisation der Tierpflege von  Haustieren der Puppenmacher investiert. Das ist eine lang gereifte Initiative in Kaliningrad, die Katja engagiert zu verwirklichen versucht. Sie hofft dabei auf die notwendige offentliche Hilfe von Russen und Deutschen.
Einige Kaliningrader Behindertenorganisationen erklarten sich schon bereit, mit dem Unternehmen zu arbeiten, das wohl von der jungsten und sozial orientiertesten Unternehmerin der Region gegrundet wird, namlich von Jekaterina Kriwoschejeva. Mehrere Puppen sind angefertigt und warten darauf, in Deutschland endlich ausgestellt zu werden. 
Besondere Aufmerksamkeit soll den Figuren der runden Kater mit Schlusseln und Bernstein, woran Ostpreu?en reich ist, geschenkt werden. Das ist kein einfacher Kater, das ist ein preu?ischer Kater, den die Kaliningrader Bildhauerin Ludmila Bogatova erdachte und in Kupfer verwirklichte. Heute sitzt er in dem wunderschonen Raum des Museums am Konigstor. Er bekam den offiziellen Status des Schlusselwachters von allen Stadttoren. Sein glanzender Kopf wird von Tausenden Besuchern gestreichelt, das soll namlich Gluck bringen. Seine Abbildungen, die von den behinderten Kaliningradern als Souvenirartikel angefertigt werden, sind zum neuen Markenprodukt des Unternehmens geworden. Der preu?ische Kater wird nach Katjas Grundidee auch noch zum Botschafter der Freundschaft, der allen ganz neue Geschichten Konigsbergs/Kaliningrads erzahlen wird.
So eine „humanitare Brucke“ baut die junge Katja, eine Brucke zwischen den Menschen, zwischen Russland und Deutschland, zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. 
Oleg PAWLOW
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 14. April 2011 um 21:37 Uhr
 
STEPHANIE KUHLMANN Drucken E-Mail

 

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P?nktlich zu Weihnachten erscheint als Erstlingswerk von Stephanie Kuhlmann „Hoffnung hei?t Nadjeschda“. Damit kommt ein Ostpreu?en-Roman der besonderen Art in den Buchhandel, herausgegeben vom redACtionsbureau aus dem Aachener Grenzland und erschienen im Verlag Books on Demand in Norderstedt.

 

- Was gab Ihnen den Ansto?, dieses Buch zu schreiben?
- Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal ins Kaliningrader Gebiet reiste, um nach den Wurzeln meiner ostpreu?ischen Familie zu suchen, begegnete ich einer russischen Bev?lkerung, die ich Besuchern gegen?ber als ?beraus offen und herzlich empfand. All diese Erlebnisse wollte ich in Form eines Buches festhalten, zusammen mit den Kindheitsanekdoten, die mir mein Vater erz?hlt hatte.

- Wie sind Sie auf den Buchtitel gekommen?
- In einer ersten Version lautete der Titel „Hoffnung hei?t heute Nadjeschda“. Es war mir einerseits wichtig, zu verdeutlichen, dass das ehemals deutsche Gebiet heute zu Russland geh?rt und dass es andererseits dort viele positive Ans?tze und Entwicklungen gibt, Wirtschaft und Kultur wiederzubeleben – in einem heute befriedeten Europa. Nicht zuletzt ist Nadjeschda aber auch ein russischer Frauenname, den in der Romangeschichte eine ganz besondere Figur tr?gt.

- Die Geschichte Ihres Romans besteht aus verschiedenen Ebenen, eine spannende Reisegeschichte, eine anr?hrende Vater-Tochter Beziehung und Erz?hlungen aus einer vergangenen Zeit. Wie ist die Gesamtstory entstanden?
- Da ich mir zun?chst ?ber die Gattung noch nicht im Klaren war, begann ich die Reisegeschichte, wie ich sie erlebt habe, ersteinmal aufzuschreiben. Es entstanden thematische Abschnitte, die ich mit den entsprechenden Anekdoten meines Vaters versehen konnte. Erst im Laufe des Schreibens wurde es mir zunehmend ein Bed?rfnis, Gef?hle und Emotionen auszudr?cken. Zugleich begann ich, fiktive Passagen einzuarbeiten. Doch das ?bergeordnete Thema sollte die deutsch-russische Verst?ndigung sein, sie sollte die Romangeschichte tragen. Ich wollte den Menschen im Kaliningrader Gebiet eine positive Stimme geben.


- In Ihrem Roman geht es um eine verlorene Heimat von Deutschen und eine Gegenwart, in der das Kaliningrader Gebiet zu Russland geh?rt. Was verbinden Sie selbst mit dem Begriff Heimat?
- F?r mich pers?nlich existiert Heimat nicht nur an einem Ort. Sie ist dort, wo ich von meiner Familie und meinen besten Freunden umgeben bin. Wenn man l?ngere Zeit irgendwo lebt, wird einem die Umgebung schnell vertraut, man f?hlt sich zu Hause. Sehnsuchtsvolle Gef?hle verbinden mich mit der Landschaft in Norddeutschland, meiner Geburtsstadt Hamburg, der Ostsee und der Stadt Moskau.

- Was hat Sie besonders motiviert, Ihr Erstlingswerk zu ver?ffentlichen?

- Von Beginn an hat mich mein Mann ermutigt und mir Kraft gegeben, das Buch zu vollenden und schlie?lich auch zu ver?ffentlichen. Meine erste Lektorin Katrin McClean, eine bekannte Autorin, las mein Manuskript und bescheinigte mir eine gute Arbeit. Handwerkliches musste verbessert werden und ich begab mich erneut ans Werk. Mein Roman sollte sich abheben von den vielen bislang ver?ffentlichten B?chern, die das ehemalige Ostpreu?en vergangenheitsbezogen thematisieren. Mir war es wichtig, aus Sicht der j?ngeren Generation nach vorn zu blicken und Hoffnungsvolles im Kaliningrader Gebiet zu betonen. So entstand eine Geschichte, in der es vor allem um deutsch-russische Freundschaften in einem befriedeten Europa geht. Diese Idee zusammen mit dem Anliegen, das Buch meiner Tochter zu widmen, gaben mir gro?en Antrieb. Viele Freunde in Deutschland und Russland best?rkten mich zudem, mein Werk zu vollenden und der ?ffentlichkeit publik zu machen. Immer wieder, wenn ich an einen Punkt kam, an dem ich meine Arbeit beiseite legen wollte, ergaben sich neue positive Impulse. In der letzten Ausgestaltungsphase war mir Heinz B?ck eine ?beraus wichtige St?tze. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass das Buch in dieser Form existiert – als eine Lekt?re zur deutsch-russischen Verst?ndigung. Mit ihm zusammen konnte ich vor allem junge Menschen motivieren, gemeinsam mit uns an dem Projekt zu arbeiten. Insofern ist der gew?nschte grenz?berschreitende Br?ckenschlag allein schon durch die freiwillige, engagierte Zusammenarbeit gelungen. Russen und Deutsche leisteten ihren Beitrag dazu. Deshalb ist ihnen ein eigenes Kapitel gewidmet.

- Was tun Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

- Die gr??te seelische Bereicherung empfinde ich beim Reisen in fremde L?nder zu anderen Kulturen. Ob in Equador, Australien oder Russland, ?berall in der Welt l?sst sich Neues bisher nicht Gekanntes entdecken. Oft f?llt mir dann der Satz von Hermann Hesse wieder ein: „In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“. So erlebe ich Begegnungen mit Menschen und Kulturen.

- Was w?nschen Sie sich f?r die Zukunft?
- Vor allem w?nsche ich mir, dass sich meine Tochter weiterhin so gut entwickelt und eine gl?ckliche Kindheit verlebt. F?r meinen Roman w?nsche ich mir viele Leser – sowohl in Deutschland als auch in Russland, um bei ihnen ein wenig Hoffnung und Zuversicht zu s?en. Deshalb streben wir eine gute Gesamt?bersetzung des Buches ins Russische an.

Der Roman ist in deutscher Sprache erschienen, mit einem angehangenen Werkstattbericht seiner Herausgabe. Er enth?lt darin – als zweisprachige Fibel – sieben Vorabfolgen in Deutsch und Russisch.

Bibliographische Angaben:
Titel: „Hoffnung hei?t Nadjeschda“
Autorin: Stephanie Kuhlmann
Hrsg.: RedACtionsbureau Heinz B?ck
ISBN: 978-3-8423-2721-4,
Paperback, ca. 288 Seiten, Preis: 19,80 Euro
Onlinebestellung: www.nadjeschda.eu/de/das-buch/
oder in jeder Buchhandlung





Zuletzt aktualisiert am Freitag, 03. Dezember 2010 um 16:37 Uhr
 
EIN SCHLACHTFELD AUF DEM TISCH Drucken E-Mail

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In der Rubrik „Das Meisterwerk“ werden wir unsere Leser mit Menschen bekannt machen, die ?ber hervorragende berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten verf?gen. Was f?r einige ein Hobby ist, ist f?r andere ein Lebenswerk. Heute stellen wir Ihnen den unikalen Meister Igorj Wasiljewitsch Gorbunow vor – einen Wissenschaftler und K?nstler, der im Genre der historischen Miniature arbeitet.

IGORJ WASILJEWITSCH GORBUNOW,
Dozent der Design-, Dekorationskunst- und der technisch-graphischen Fachrichtungen. Kandidat der Kunstwissenschaft, Mitglied der  wei?russischen Designer-Vereinigung. Seine berufliche Laufbahn begann Igorj Wasiljewitsch als B?hnentechniker im Drama-Theater der Stadt Sovetsk (ehem. Tilsit). Im Jahre 2005 promovierte er mit einer Doktorarbeit zum Thema „DIE KUNST DER BATAILLEN-DIORAMA. Eine kreative L?sung vom Museums- und Ausstellungsensemble in milit?r-historischen Museen der UdSSR und GUS in der zweiten H?lfte des XX. Jahrhunderts“. Grundrichtung seines Schaffens ist die Erforschung des kultur-historischen Erbes  vergangener Jahrhunderte aus der Sicht der Milit?rgeschichte und ihres Zusammenhanges mit der Bataillen-Kunst sowie die Erkundung von Milit?runiformen und Kriegsgeschichte des XX. Jahrhunderts und fr?herer Epochen.

Soweit sich Igorj Wasiljewitsch erinnern kann, schaffte er seine ersten Figuren mit 7 Jahren aus der Knetmasse. Das schien zuerst nur eine altersbedingte Leidenschaft zu sein, so dass sein Vater als K?nstler und P?dagoge im Hobby seines Sohnes keine Voraussetzung f?r ein lebenslanges Werk sah: „Modelliert der Sohn ?Fig?rchen? Na ja, lass ihn erst mal weiter machen...“.
Doch es war keine kurzzeitige Begeisterung. Als auf dem Arbeitstisch vom kleinen Igorj eine eindrucksvolle dreidimensionale Nachstellung  der Schlacht von Borodino entstand, auf die jedes Geschichtsmuseum stolz sein k?nnte, war es klar: in der Stadt Sovetsk (ehem.Tilsit) w?chst ein K?nstler heran, der in einer sehr seltenen Kunstrichtung arbeitet. Das waren noch Jahre, als der zuk?nftige Maitre der Bataillen-Komposition selbst?ndig sein K?nnen im Modellieren verbesserte. Dabei musste er unter anderem Geschichtsb?cher studieren und sich mit seinen Schullehrern konsultieren. „Das Brot eines Historikers ist ein hart verdientes Brot“, sagte des ?fteren sein Geschichtslehrer W. Solomin.  Geschichte interessierte Igorj aber nicht nur als Wissenschaftsfach, sondern er  unternahm Versuche, die historischen Ereignisse zu modellieren, sie zu verk?rpern und dadurch greifbarer zu machen. Das schafft man durch die Bewegungsplastik der Figuren und die kleinsten Details ihrer Uniformen. Leider ist es so, dass Kriege eine der aktivsten Besch?ftigungen von Menschen im Laufe von mehreren Epochen waren. Aus diesem Grund konnte dieses soziale Ph?nomen von den Kunstwissenschaftlern, Rekonstrukteuren und Modellierern nicht ausser Acht gelassen werden; zu grell, zu ausdrucksvoll und zu vielf?ltig war die „Militarismus-Kunst“.
?brigens w?rden die schulischen Erfahrungen des jungen Batailleurs wom?glich nur in Form von Kindheitserinnerungen im Ged?chtnis von I. Gorbunow bleiben, wenn er nicht den ber?hmten Moskauer Sammler und Bildhauer-Miniaturristen  P.F. Kosmolinskij getroffen h?tte. Das geschah schon nach dem Wehrdienst in Baltijsk (ehem. Pillau). Pjotr Kosmolinskij stand damals an der Spitze einer Bewegung von Gleichgesinnten. Im Jahre 1991 fand die erste Ausstellung milit?r-historischer Miniature in der UdSSR statt. Laut Igorj Gorbunow war die ganz normale Knetmasse damals das g?ngigste Bastlermaterial. Insgesamt wurden im Zentralmuseum der Milit?rkr?fte circa 2500 Figuren ausgestellt. Alles hielt sich dank purem Enthusiasmus zusammen. Und heutzutage gibt es in der unweit von Moskau gelegenen Balaschicha eine ganze Meisterschule f?r diese Kunstrichtung. Momentan arbeitet Igorj Wasiljewitsch in Wei?russland, verliert dabei aber nicht seine Verbindung zum Kaliningrader Gebiet. In Vorbereitung ist ein Projekt zur  Organisation einer Ausstellung seiner Arbeiten in einer Reihe regionaler Museen. Den Unterschied seiner Modelliertechnik zur  Technik anderer Schulen sieht Igorj darin, dass er alle Bestandteile seiner Kompositionen  selbst?ndig herstellt und keine „Halbfabrikate“ aus den Bastell?den benutzt. So wird zum Beispiel f?r die Uniform die rote, f?r die Manschetten die blaue und f?r die Stiefel die schwarze Plastik verwendet. Auf den ersten Blick scheint es ganz einfach zu sein. Doch, wie tiefgr?ndig soll man sich in Uniformen auskennen, um z.B. eine wirklich authentische Figur von einem Grenadier des XVIII. Jahrhunderts zu schaffen! Auch eine ernsthafte Komposition w?re ohne sichere Kenntnisse in der Geschichte der Milit?rbekleidung ebenfalls nicht machbar. Genau auf diese Weise entstanden die Folgen: „Die Russische Flotte“, „Die Romanow-Familie“, „Anno 1812“, „Der Siebenj?hrige Krieg“, „Der Nord-Krieg“, „Der Zweite Weltkrieg“, „Die Franz?sische Revolution“ und „Der Tilsiter Frieden“. Insgesamt bestehen sie aus 266 Figuren. Das alles wurde auf der Grundlage von eigenen wissenschaftlichen Erkundungen geschaffen. Am 25. Juli fand im Museum der doppelt Rotfahnigen Baltischen Flotte (Baltijsk) die Er?ffnung der ersten Ausstellungs-Staffel statt, die Igorj Gorbunow im Kaliningrader Gebiet geplant hatte. Au?erdem hat der Meister eine Ausstellung im Baltischen Kriegsmarine-Institut namens Uschakow und im Museum Friedl?nder Tor vor.  

Jurij GORBUSCHIN

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 19. August 2010 um 07:32 Uhr
 
DER DOKTOR EMPFING DIE PATIENTEN UND DAS MUSEUM DEN DOKTOR Drucken E-Mail

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Es ist unm?glich, alle Reisen des ber?hmten Zahnarztes Ingo Warwas ins Kaliningrader Gebiet aufzuz?hlen. Er kommt und ist pl?tzlich da. Oftmals spontan. Doch diesmal wussten die Gebietsbewohner schon im voraus Bescheid,  sowohl ?ber seine Anreise, als auch dar?ber, dass er in Gesellschaft studentischer Praktikantinnen kommen wird. In erster Linie sind sie nat?rlich an einem Erfahrungsaustausch interessiert. Dar?ber hinaus aber wollen sie  auch diese russischen Menschen n?her kennen lernen, und sich einfach mal mit Gleichaltrigen ganz zwanglos ?ber alles unterhalten, um auf dieser Ebene einen Einblick in die russische Realit?t zu bekommen. Wer Freundschaft sucht, der findet sie auch. Ganz sicher. Auf diese Weise sind schon viele  Freundschaftsbr?cken entstanden.

Mit Herrn Dr. Warwas ins Kaliningrader Gebiet zu reisen, ist schon ein kleiner Grundstein f?r eine Freundschaftsbr?cke. Er ist im weiten Umkreis bekannt und so wird es f?r die Studentinnen in seiner Begleitung nicht schwer sein, ihre Ziele zu erreichen. In der Tat, es ist wirklich erstaunlich, wie viele Menschen im Nesterowsker, Gusewsker oder in anderen Kreisen den deutschen Arzt kennen! Kinder nennen ihn liebevoll Doktor Doolittle und die Erwachsenen tauften ihn f?r seine Unerm?dlichkeit scherzhaft „Bohrmaschine“.  Das ist keinesfalls ?bertrieben, denn der Arbeitstag des Doktors beginnt schon um 8 Uhr und oftmals wird erst gegen 22 Uhr der Bohrer aus der Hand gelegt. Das verwundert nicht, denn seine Patienten kommen aus dem gesamten Kaliningrader Gebiet nach Jasnaja Poljana, dem Standort der Praxis. Sie alle werden von Dr. Warwas unentgeltlich behandelt.
Diesmal bereiteten die Siedlungsbewohner  unter der Mitwirkung unserer Zeitung eine besondere ?berraschung zur Anreise des Doktors vor. Zahlreiche Fotos und Presseartikel in russischer und deutscher Sprache, die ?ber die uneigenn?tzige Arbeit des Doktors berichteten,  wurden zusammengetragen und als Dokumentation auf einem Stand ausgelegt.  Die Redaktion der „K?nigsberger Allgemeinen“  beschenkte Herrn Dr. Ingo Warwas mit einem Flechtkorb, der von dem Gusewer Flechtmeister Fjodor Simtschenko hergestellt wurde.
 Um den G?sten aus der deutschen Stadt Munderkingen einen besseren Einblick ins Kaliningrader Gebiet zu erm?glichen, buchte unsere Zeitung f?r sie einen Besuch des Weltozean-Museums. Unentgeltlich, wie es bei Freunden ?blich ist.
Sehr erfreulich war auch die Tatsache, dass neben Ingo Warwas und seinen drei Studentinnen auch noch viele andere dabei waren. Au?er seiner st?ndigen Assistentin und ?bersetzerin Natalja Janzen haben auch Kinder und Eltern aus Jasnaja Poljana, sowie  Kaliningrader ?rzte am Museums-Ausflug teilgenommen.
Als erster erschien Jewgenij Wolkow, Vorsitzender der Zahn?rzte-Assoziation des Kaliningrader Gebietes, in der auch der Wissenschaftler Dr. Ingo Warwas Mitglied ist.  Dr. Wolkow besprach mit Dr. Warwas berufliche Vorhaben, bei denen es darum ging, wo, wann und zu welchem Thema der deutsche Spezialist Vorlesungen f?r die regionalen Zahn?rzte halten k?nnte.
Mit zahlreichen Souvenirs, B?chern,  Andenken und Abzeichen wurde Doktor Ingo Warwas im Laufe dieses Treffens im Weltozean-Museum beschenkt, so dass ihm dieser ehrenvolle und herzliche Empfang noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

Anatolij PERSCHIKOW

Foto: Eduard MOLTSCHANOW

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 11. Mai 2010 um 20:45 Uhr
 
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?ber den Beitrag der Kaliningrader Duma zur Entwicklung dieser Beziehungen, sowie ?ber die Entwicklung des europ?ischen Tourismus in der Kaliningrader Region hat der Reporter der „K?nigsberger Allgemeine“ mit dem Vorsitzenden der Kaliningrader Duma Sergej Bulytschew gesprochen.

K.A.: Sergej Wasiljewitsch, im vorigen Jahr hat der Mitglied des Deutschen Bundestages und der Partei „Die Gr?nen“ Manuel Sarrazin dem Kaliningrader Gebiet einen Besuch abgestattet. Inwiefern sind solche Besuche oft und regelm??ig?
S.B.: – Es war wirklich ein sehr interessantes Treffen. Wenn Sie sich noch erinnern, waren zusammen mit Herrn Sarazzin viele junge „Gr?nen“ in Kaliningrad angekommen. Im Unterschied vom Herrn Sarrazin haben sie unser Gebiet zum ersten Mal besucht, und ich hoffe, dass Russland und Kaliningrad sie positiv beeindruckt haben. Aber ich muss sagen, dass dieser Besuch eine Ausnahme von der Regel war. Es geht darum, dass die Kaliningrader Regionalduma sich mit den zwischenparteilichen Beziehungen nicht besch?ftigt. Wir entwickeln eine interparlamentarische Kooperation systematisch und planm??ig, wir h?ngen aber der Sache kein parteiliches M?ntelchen um. Ich wei?, dass die Kaliningrader Abteilungen der russischen Parteien zu den jeweiligen litauischen, polnischen, deutschen und anderen europ?ischen Parteien, die sich auf ?hnlichen politischen Plattformen basieren, Kontakte aufbauen. Die Regionalduma als eine mehr- parteiliche politische Institution ist immer durch die Abgeordneten verschiedener Parteien vertreten. Unsere Partner – die regionalen Parlamente europ?ischer L?nder, – sind auch immer durch die mehrparteiliche Delegationen vertreten. Darin besteht der Unterschied zwischen einer internationalen und einer zwischenparteilichen Kooperation.
–  Wer ist in diesem Fall ein Partner der Kaliningrader Duma in Bezug auf die interparlamentarische Kooperation?
– Das sind in der Regel die regionalen Parlamente verschiedener europ?ischen Staaten – die Sejme in Polen oder die Landtage in Deutschland. Kraft der geopolitischen Besonderheiten unserer Region arbeiten wir auch mit dem Sejm in Litauen zusammen; das ist ein Beispiel f?r die verschiedene internationale Kooperation. Dazu muss man sagen, dass die Abgeordneten der Kaliningrader Duma an der Arbeit von vielen parlamentarischen Verb?nden Europas, z.B. an der Ostseeparlamentariekonferenz, teilnehmen. 
– Sagen Sie bitte, mit wem arbeiten Sie eng zusammen?
– Ich kann genau sagen, dass sich die interparlamentarischen Beziehungen zu den Deutschen Landtagen trotz der Wirtschaftskrise sehr dynamisch entwickeln. Wir haben die Vereinbarungen ?ber die Zusammenarbeit mit dem Bundesland Schleswig-Holstein und mit dem Parlament in Hamburg abgeschlossen. Unter unseren Partnern sind auch einige Woiwodschaften Polens: Woiwodschaft Pommern, Woiwodschaft Westpommern und Woiwodschaft Ermland-Masuren, die alle unmittelbar an die Kaliningrader Region grenzen. Mit einigen von ihnen arbeiten wir sehr eng zusammen, so dass unsere Abgeordneten zur Weiterbildung in diese L?nder reisen und die wiederum zu uns. Gute Beziehungen haben sich mit dem Sejm Litauens gebildet. In diesem Jahr hat ein Treffen in Vilnius stattgefunden. Laut Gesch?ftsordnung soll das n?chste Treffen in Kaliningrad stattfinden.
– Welche Probleme werden w?hrend der Zusammenarbeit besprochen?
- Eine gute Frage. In der Tat gibt es einige Probleme, die alle europ?ischen Regionen, einschlie?lich das Kaliningrader Gebiet, vereinigen: Probleme der Sicherheit, ?kologie, Energiewirtschaft (insbesondere Problem des Atomkraftwerksbaus im Kaliningrader Gebiet), sowie Probleme der Transportindustrie, Investitionen, kulturellen Verh?ltnisse und nat?r- lich, der touristischen Branche. Au?erdem werden die Fragen des Visumregimes bei allen internationalen Versammlungen von unseren Abgeordneten aufgeworfen.
– Wollen wir dann das Thema des Tourismus und konkret des Visumregimes als eines wichtigen Faktors der Entwicklung des internationalen Tourismus im Kaliningrader Gebiet.
– …sowie der Reisen der Kaliningrader in die EU-Staaten. An der Erleichterung bzw. Abschaffung der Visa-Pflicht sind nicht nur die russischen Staatsb?rger, sondern auch die EU-Bewohner interessiert.
Probleme der touristischen Branche stehen im Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit. Alle Teilnehmer solcher interparlamentarischen Foren wie die Ostseeparlamentarienkonferenz, N?rdlicher Rat, Forum der Parlamente des S?dbaltikums sind an der Entwicklung des internationalen Tourismus interessiert.
Auf diesem Weg haben wir bestimmte Fortschritte erzielt, es gibt aber auch Schwierigkeiten, an denen wir arbeiten. Einer der positiven Momente wurde die Er?ffnung des Kaliningrader Haffs (deut. Weichselhaff) und des Kurisches Haffs f?r eine internationale Schifffahrt.
Touristische Schifffahrt durch das Kaliningrader Haff (in Polen nennt man es „Zalew Wislany“ = deut. Weichselhaff) wird schon dieses Jahr m?glich. Es schafft einen Zugang zu der Stadt Baltijsk, welche der westlichste Punkt Russlands ist. Dort wurde schon ein Flussbahnhof in Betrieb genommen. Es wurde die n?tige Infrastruktur geschaffen. Falls die Touristen in Baltijsk mit dem Kreuzfahrtschiff oder mit der Jacht ankommen, haben sie die M?glichkeit, St?dte der Kaliningrader Region zu besuchen. Daf?r werden sie ?ber 72 Stunden verf?gen. F?r diese Periode wird ein Visum im vereinfachten Regime direkt in Baltijsk erstellt werden.
In den n?chsten Jahren werden wir den Bau von Primorskoje Koltso abschlie?en. Dann k?nnen die Touristen eine Reise durch Baltijsk, Kaliningrad, Zelenogradsk, Swetlogorsk, Jantarnij machen und zu ihrem Schiff zur?ckkehren.
Es gibt leider noch genug Probleme mit der Entwicklung des Seetourismus im Kurischen Haff. Obwohl alle notwendigen Unterlagen auf staatlicher Ebene schon unterzeichnet sind, befindet sich die Er?ffnung des Grenz?berganges im Dorf Rybatschi (Kaliningrader Region, Kurische Nehrung) noch im Stadium des Briefwechsels.
Im Nida (deut. Nidden, ein Dorf in Litauen, auf der Kurischen Nehrung) ist schon alles vorbereitet: die Zollkontrolle, die Grenzsoldaten und die ganze Infrastruktur. Das hei?t, es werden Schritte unsererseits erwartet. Wir, die Abgeordneten der Kaliningrader Regionalduma, haben uns schon mehrmals an Federalnoje Sobranie (deut. Bundesversammlung) mit diesem Problem gewendet. Wir beabsichtigen, dies weiter zu machen, und haben auch den Senator und Vertreter unserer Region Nikolaj Tulaew darum gebeten, die Frage mit dem Bau des Grenz?berganges in Rybatschi zu l?sen. Als Wladimir Putin unsere Region besuchte, ?berreichte ihm der Gubernator der Kaliningrader Region Georgij Boos einen Brief mit derselben Bitte. Eine positive Antwort haben wir leider noch nicht bekommen.
In absehbarer Zeit wird die ausw?rtige Konferenz auf dem Territorium der Kaliningrader Region stattfinden, an der die Vertreter der Kaliningrader Regionalregierung sowie die Minister, die an diesem Problem beteiligt sind, teilnehmen werden. Das gibt uns mehr Sicherheit, dass wir auf eine positive Entscheidung hoffen k?nnen, und dass wir die M?glichkeit bekommen, den Schiffsverkehr im Kurischen Haff w?hrend des touristischen Saisons 2010 vor?bergehend zu starten     
Au?erdem hoffen wir, dass es uns gelingt, die Wasserstra?en der Region zu vereinen, und somit eine touristische Route zu schaffen. Das Ziel ist es, die Kurische und Kaliningrader (Weichsel-) Buchten f?r Kleinboote und Yachten zu ?ffnen und so die M?glichkeit zu schaffen, die inneren Fl?sse zu befahren.
– Das sind ja gro?artige Pl?ne. Und wie steht es im Zusammenhang damit mit dem Visumregime?
– Das ist zweifellos eine der komplizierten Fragen der staatlichen Beziehungen zwischen Russland und den Staaten der Schengen-Zone. Vor kurzem haben wir in Vilnius besprochen, ob die M?glichkeit besteht, das visafreie Regime in der 30 km langen Grenzzone einzuf?hren. Die Realisierung dieser Idee kann aber viele negative Folgen hervorrufen. Bei der Verwirklichung dieser Idee wird das Kaliningrader Gebiet in drei nicht gleichberechtigten Zonen eingeteilt werden. Die Bewohner einer Zone werden dann ohne Visum nach Litauen fahren k?nnen, die Bewohner einer anderen Zone – nach Polen, und die Bewohner der Zone, die sich in der Mitte befindet (wo auch Kaliningrad liegt) werden weder nach Litauen noch nach Polen reisen k?nnen.
Au?erdem ist es ein bisschen problematisch, den Aufenthalt eines Menschen in einer 30 km langen Zone zu verfolgen.  Sollte, zum Beispiel, ein Bewohner der Kaliningrader Zone nach Litauen fahren, und w?rde er dann bis nach Klaipeda reisen, verletzt er sofort die Staatsgrenze. Es ist kein Geheimnis, dass es dem russischen Menschen, sowie auch dem litauischen und polnischen, im Urlaub alles M?gliche passieren kann. In einem popul?ren sowjetischen Film „Ironija sudby, ili s legkim parom!“ („Ironie des Schicksals!“) wachte der Hauptheld des Films nach einem Saunabesuch in Leningrad, in einer fremden Wohnung in Moskau auf…
Es wurde also die Entscheidung getroffen, ein visafreies Regime f?r das ganze Territorium der Nachbarl?nder f?r alle Bewohner der Kaliningrader Region zu erreichen zu versuchen. Diese Idee wurde danach mit der Frage der Visumabschaffung zwischen Russland und EU verbunden. W?hrend des Besuchs des Au?enministers Russlands Sergej Lawrow in Spanien, das zurzeit den Vorsitz in der EU f?hrt, wurde mitgeteilt, dass die Regierung dieses Landes die Idee der Visumabschaffung unterst?tzt. Anscheinend treten daf?r auch Italien und Frankreich auf, zu einer einheitlichen Meinung ist man noch nicht gekommen. Wir haben vorgeschlagen, dass Kaliningrad das Erstprojekt bei der Abschaffung der Visa-Pflicht wird; die konkreten Entscheidungen wurden aber noch nicht getroffen. Die Frage bleibt offen.
Deshalb bin ich den Massenmedien sehr dankbar, weil diese auf dem internationalen Niveau dieses Problem aufwerfen.

Wadim LICHTIN

Foto: Wadim LICHTIN

 

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 11. März 2010 um 14:18 Uhr
 
EIN MANN MIT DEM G?TTLICHEN FUNKEN Drucken E-Mail

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Ingo Warwas schenkt Frauen ein sch?nes L?cheln

Ein deutscher Zahnarzt behandelt kostenlos die Einwohner eines russischen Dorfes und macht dies ausschlie?lich dank seinem guten Herzen.

Heute gibt es keine Unterschiede zwischen dem Dorf Jasnaja Poljana und den umliegenden D?rfern. Vor dem zweiten Weltkrieg aber hie? das Dorf noch Gross Trakehnen und glich eher einer Kleinstadt mit wundersch?nen Bauten und Skulpturen der Siegerpferde. Diese hie?en Tempelh?ter und Morgenstrahl. Jetzt stehen diese Skulpturen auf dem Gel?nde der Moskauer Agrar- und Landwirtschaftsakademie.
Bei seinem ersten Besuch schrieb Ingo Warwas in sein Tagebuch: „Wie arm ist doch die Gegend an Blumen, gepflegten Geh?ften, ganz besonders in l?ndlichen Gebieten. So viele h?bsche Frauen, die nicht l?cheln k?nnen, weil ihre Z?hne schlecht sind.“ Damals kam der Zahnarzt auf die Idee, eine Zahnklinik zu bauen und die Gegend um das Dorf Jasnaja Poljana mit Blumen zu bepflanzen.
Der Traum des Deutschen verwandelte sich schnell in ein sehns?chtiges Verlangen, den Bewohnern des armen russischen Dorfes zu helfen. So begann er 1993 mit dem Bau der zahnmedizinischen Klinik nach seinem eigenen Projekt. Am 19. Juli 1997 war die offizielle Neuer?ffnung.
Vor kurzem besuchte er das kleine Dorf erneut und brachte aus der fernen deutschen Stadt Munderkingen auf seinem alten Mercedes zwei Studenten mit. Zusammen mit ihnen sowie mit den drei weiteren Kollegen behandeln sie seit der zweiten Monatsh?lfte September kostenlos die Patienten. Innerhalb eines Zeitraumes von eineinhalb Wochen behandelt das Team unter der F?hrung des Doktors ?ber 400 Patienten.
Das kann man mit Sicherheit als ein Beispiel f?r ein altruistisches Benehmen bezeichnen.
Die Erfahrung hat bewiesen – wenn ein Mensch talentiert und hilfsbereit ist, wird sich das auf alles, was er tut, positiv auswirken.
Nicht von ungef?hr erinnerten sich im Guten nicht nur die Bewohner des Dorfes Jasnaja Poljana, sondern der ganze Region Nesterowski an Doktor Warwas.  Eine Patientin bemerkte nach ihren Besuch beim Doktor: „Dieser Mann tr?gt den g?ttlichen Funken“.

Anatoli Pershikov
Foto des Autors


Zuletzt aktualisiert am Montag, 02. November 2009 um 20:41 Uhr