Startseite Geschichte DAS HALBBEGRABENE DENKMAL DEM HALBVERGESSENEN MANN
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DAS HALBBEGRABENE DENKMAL DEM HALBVERGESSENEN MANN Drucken E-Mail

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Boris Adamov gr?bt ein vergessenes Denkmal aus

In der Siedlung Lesnoe (ehem.Warnicken) hat man das verlorene Denkmal einem deutschen Forstaufseher entdeckt. Dieser Forstaufseher hat auf eigene Kosten eine der sch?nsten Parkanlagen Deutschlands angebaut. 
Das ehemalige deutsche Warnicken (heute – Lesnoe) war eine kleine Sied-lung. Es hat aber einen gro?en Rum er-worben – nicht nur au?erhalb Ostpreu?en, sondern auch des ganzen Deutschlands. Nicht ohne Grund wurde in den Reisef?hrern die wundersch?ne Natur des Samlandes f?r die Reisenden angepriesen. Besonders wurden Wande-rungen von der Ortschaft Rauschen (Stadt Swetlogorsk) nach Warnicken (Lesnoe) empfohlen. Hat sich der Wan-derer an die empfohlene Wanderroute gehalten, so erschlossen sich seinem Auge eine bewaldete Steilk?ste sowie die kleineren Schluchten und ein wun-dervoller Ausblick auf das Meer. Die Ausfl?gler, deren Kondition nicht so stark war, konnten mit der Eisenbahn bis zur Siedlung Georgenswalde (Otradnoje) fahren und von dort aus ih-ren Wanderausflug fortsetzen. Die aber, die keine Kondition vorzuweisen hatten, konnten mit der Bahn direkt nach War-nicken, das bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges die Endstation der Saml?n-dischen Eisenbahn gewesen war, reisen.
Auch die russischen Touristen wurden nicht vergessen: f?r sie gab es einen Reisef?hrer auf Russisch, dessen 3. Ausgabe in K?nigsberg erschienen war. Aus diesem Reisef?hrer konnte man entnehmen, dass die Reise von K?nigs-berg bis Warnicken eineinhalb Stunden mit der Eisenbahn dauerte, dass das Ba-den im Meer von 06.00 bis 12.30 erlaubt war und dass die Hauptsehensw?rdig-keit die so genannte „Wolfsschlucht“ war.
Ein ber?hmter Architekt Karl Friedrich Schinkel schrieb folgendes w?hrend seiner Reise am 1. August 1834: «Die Oberf?rsterei Warnicken hat an dem ganzen Strande des Samlandes ohne Zweifel die anmutigste Lage, welche durch die ?ppigste Baumvegetation auf den H?hen und in den Schluchten der Meeresk?ste versch?nert wird. Es ist gar w?nschenswert, dass die einem Urwald gleichenden alten Baummassen, welche einzig in ihrer Art sind, von der Forst-verwaltung geschont und als Denkm?ler eines ?ppigen fr?heren Naturzustandes aufbewahrt bleiben».
Die Sch?nheit von Warnicken hat auch den preu?ischen K?nig Karl Friedrich IV in ihren Bann gezogen, sowie den ber?hmten Abenteurer und Wissen-schaftler Alexander von Humboldt, die 1840 Warnicken besucht haben. An ih-ren Besuch erinnerten dann die Namen „Der K?nigsstuhl“ und „Freundschafts-sitz“. Seitdem ist die K?ste unter dem Einfluss des sturmenden Meeres sowie die dadurch verursachten Erdrutschen um 10 Meter zur?ckgegangen. Trotz-dem erm?glicht der sog. „K?nigsstuhl“, der sich westlich der Wolfsschlucht be-findet, immer noch einen wundervollen Ausblick auf das Meer, die auf die Ufer zurollenden Wellen und das weit zu ?ff-nende Meer.
Wild und gro?artig erscheint die maleri-sche Wolfsschlucht mit ihrem Bach, der sich unaufh?rlich seinen Weg bahnt. Doch die Perle der ganzen Gegend ist der Warnicker Park, der zwischen der Wolfsschlucht und der Fuchsschlucht liegt. Ein ber?hmter Historiker des XIX Jahrhunderts und ein Sch?nheitskenner behauptete, dass nichts in Deutschland k?nne mit diesem Ort verglichen werden.
Der Gr?nder dieser Parkanlage, war der Oberf?rster Gebauer, der seit 1824 in der Forstwirtschaft gearbeitet hat. Der Anbau wurde durch seine privaten Mit-tel finanziert. Ihm ist es zu verdanken, dass im Park verschiedene Aussichts-plattformen mit romantischen Namen entstanden waren und viele B?ume mit den prachtvollen Kronen gepflanzt wor-den waren.
In 1848 wurde zu Ehren seines f?nfzig-j?hrigen Dienstes in der F?rsterei ein Gedenkstein mit einer kurzen Inschrift „Gebauersh?h“ und einem Datum „1848“ gesetzt. Festliche Er?ffnung fand vor den mehreren Einwohnern und Urlaubern aus allen Orten und Siedlun-gen bis an Neukuhren (Pionerskij) statt. Aber dort, wo damals dieser Gedenk-stein gesetzt wurde, gibt es keine Spur von ihm. Es existiert sogar kein Platz mehr, wo sich dieser Stein befand. Das zusammengest?rzte Ufer hat auch das Denkmal runtergezogen. Der Gedenk-stein schien f?r immer zu verschwinden. Aber zum Gl?ck stellte es sich heraus, dass das Denkmal entdeckt wurde.
Halbbegraben lag es auf der Mee-resk?ste. Wahrscheinlich wartete er auf jemanden, der es wieder ausfindig macht. Als ich an den Stein gestolpert hatte, begann ich wie ein Urmensch, diesen Platz mit dem Stock zu s?ubern. Ljuba, die ich zuf?llig getroffen hatte, versuchte, den fest zusammengedr?ck-ten Boden mit Hilfe des Wassers weich zu machen. Und was f?r ein Gl?ck! Als wir den Stein ausgegraben hatten, ver-gewisserte ich mich, dass die Inschrift v?llig unbesch?digt war.
Zum n?chstm?glichsten Zeitpunkt wer-den wir unbedingt den Stein auf das ho-he Ufer herausholen. Der Abgeordnete des ?rtlichen Dorfrates Igor Faminych, Enthusiast und Patriot, hat uns verspro-chen, seine Hilfe zu leisten. Danach set-zen wir das Denkmal oben, damit die Leute es bewundern und dem Ober-f?rster Hochachtung zollen konnten.
Boris Adamov,
Vorstandmitglied des Kaliningrader Klubs der Heimatforscher
Foto: Eduard Moltschanov

Zuletzt aktualisiert am Montag, 02. November 2009 um 20:42 Uhr
 

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