|
Array
Das einzige Gebiet Deutschlands, in dem K?mpfe und Schlachten des Ersten Weltkrieges stattfanden, war Ostpreu?en. Und f?r das heutige Russland ist eben solch ein einziges Territorium das jetzige Kaliningrader Gebiet.
Die Spuren des Krieges finden sich nicht nur in den zerst?rten St?dten und D?rfern... Sie finden sich in den Soldatengr?bern und -friedh?fen und in den unz?hligen Denkm?lern, die ihnen zu Ehren errichtet wurden.
Die Gefallenen wurden auf speziellen Soldatenfriedh?fen, wie auch auf Ehrenpl?tzen der Gemeindefriedh?fe bestattet. Am meisten verbreitet waren Friedh?fe mit einer kleinen Anzahl Bestatteter. Man kann aber auch sehr gro?e finden. So zum Beispiel wurden auf dem Friedhof in G?ritten (Puschkino, Nesterowskij Rayon) 186 deutsche Soldaten und Offiziere und 601 russische Krieger beerdigt. Auf dem Neuen Soldatenfriedhof in K?nigsberg wurden 2 878 Personen bestattet, die zum gr??ten Teil in den Lazaretten gestorben waren.
Auf dem Friedhof in Mattischkehmen (heute Siedlung Sowchoznoje, Nesterowskij Rayon) ruhen 643 deutsche und 438 russische Krieger.
Nach der schweren Schlacht bei Mattischkehmen am 20. August 1914 bargen und beerdigten die russischen Soldaten die Gefallenen am n?chsten Tag auf dem lokalen Friedhof. Hier bestatteten auch die Deutschen ihre Gefallenen und errichteten auf diesem Soldatenfriedhof eine gro?e Gedenkst?tte.
Die Soldaten ruhen in Einzel-, wie auch in Massengr?bern. Sehr oft begr?bt man die im Kampf gefallenen russischen und deutschen Krieger auf einem Soldatenfriedhof. Nebeneinander stehen sie – Kreuze mit der Abbildung des Eisernen Kreuzes und Grabsteine mit den sechs- oder achtzackigen russisch-orthodoxen Kreuzen. Der Tod vers?hnte die ehemaligen Feinde. Deshalb waren die Friedh?fe immer und unabh?ngig davon, wer auf ihnen beigesetzt ist, gepflegt.
Wenn die Daten der meisten deutschen Soldaten und Offiziere bekannt sind (sie sind auf den Grabkreuzen aufgetragen), blieben die russischen Krieger namenslos. Auf ihren Gr?bern stehen vertikale Gedenksteine und Kreuze mit den f?r solche Friedh?fe traditionellen Inschriften: „Hier ruhen 41 unbekannte russische Krieger“, „Hier ruhen 59 unbekannte russische Krieger“. In dieser Inschrift ?ndert sich nur die Anzahl der begrabenen Soldaten…
Auch die deutschen Einwohner verga?en ihre in den Kriegsjahren gefallenen Landsleute nicht. In den D?rfern, die als Kirchengemeinden galten, wurden Denkm?ler verschiedenster Formen und Gr??en aufgestellt, sehr oft mit Angabe der Familiennamen der Gefallenen, sowie der Orte, aus denen sie an die Front gegangen waren. Die Gedenkinschriften auf ihnen sind sehr verschieden: „Treue um Treue“, „Den Gefallenen zur Ehre, den Lebenden zur Mahnung“, „Unseren gefallenen Helden zur Ehre 1914 – 1918“, „Den Helden die Heimat“, „Unseren Helden 1914 – 1918. Wir werden nie vergessen“, „Sie gaben Euch alles. Ihr Leben, ihr Blut. Sie gaben es hin mit heiligem Mut. – f?r uns“…
Solche Denkm?ler entstanden auch in den St?dten. Dort existieren auch Denkm?ler der Regimentsangeh?rigen f?r ihre gefallenen Kameraden, zum Beispiel in Insterburg (Tchernyachovsk), den gefallenen Ulanen des Zw?lften Litauischen Ulanenregiments, in Gumbinnen (Gusev) - den Ulanen des Achten Ostpreu?ischen Husarenregiments des Grafen Dohnar, in K?nigsberg (Kaliningrad) - den gefallenen Infanteriepionieren des Ersten Ostpreu?ischen Bataillons des F?rsten Radziwill und andere.
In der sowjetischen Zeit war das Verh?ltnis zu den Denkm?lern unterschiedlich.
Im Bagrationowsker Rayon standen sie, bis sich 1972 die Kommission unter Vorsitz des Direktors des Kaliningrader Museums f?r Heimatkunde entschloss sie abzutragen, als der sowjetischen Ideologie nicht entsprechend und widersprechend. Einen traurigen und betr?blichen Anblick bietet ein zerst?rter Soldatenfriedhof in der Siedlung Iljinskoje des Nesterowsker Rayons (Kassuben), wo die Gebeine von 66 russischen und 76 deutschen Soldaten und Offizieren ruhen.
Doch haben wir auch eine Vielzahl von Beispielen eines anderen Verh?ltnisses zu den Kriegsgr?bern und Denkm?lern. Und diese Beispiele werden immer mehr.
Der gro?e Soldatenfriedhof neben dem Dorf Waldaukadel (Siedlung Stepnoje, Nesterowskij Rayon), auf dem 361 Deutsche und 332 Russen begraben sind wurde bereits Anfang der 1970-er Jahre in Ordnung gebracht. Deshalb wurden auf der zentralen Stele ein Stern und eine Inschrift in russischer Sprache eingepr?gt: „Ewiges Gedenken den russischen Soldaten, gefallen im Ersten Weltkrieg 1914–1918“.
Der Einwohner der Siedlung Liwenskoje im Krasnoznamensker Rayon (Gallbrasten), J. N. Solowjew brachte 1985 ein zerfallenes Denkmal in Ordnung, restaurierte es und stellte es an der Stelle wieder auf, wo es fr?her stand, wie die ehemaligen deutschen Dorfeinwohner best?tigen.
In der Siedlung Pogranitschnyj im Bagrationowsker Rayon (Hermsdorf) hat Walentin Bubnow neben seinem Haus ein Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges wieder aufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Obelisk mit der entfernten deutschen Inschrift auf dem Ehrengrab der sowjetischen Krieger aufgestellt. Als die sterblichen ?berreste der gefallenen Soldaten in einem gr??eren Massengrab bestattet wurden, wurde der Obelisk stehen gelassen.
1992 fertigte Walentin Bubnow neben seinem Haus den Sockel und verbrachte den Obelisk zu ihm. Auf Marmorplatten wurden Aufschriften in zwei Sprachen – in russischer und deutscher aufgebracht: „Unseren im Weltkrieg 1914 – 1918 Gefallenen zum bleibenden Gedenken. Der Nachwelt als Appell zur Verst?ndigung“.
Eine bedeutende Arbeit (und oft aus eigenen Mitteln) zur Pflege der Friedh?fe und Gr?ber des Ersten Weltkrieges vollbringt der Tchernyachowsker Unternehmer Wladimir Iwanowitsch Janowski. Er besitzt eine gro?e Materialiensammlung ?ber den Ersten Weltkrieg und pr?sentierte sie uns allen 2008 in einem Privatmuseum.
Es entstehen auch neue Denkm?ler. Sehr nah an der Stra?e in der Siedlung Puschkino im Nesterowsker Rayon steht ein pyramidenf?rmiges Denkmal aus Feldsteinen. Die Idee zu seiner Errichtung stammt vom Kirchenvorsteher der Stadt Nesterow und Oberpriester Georgij Biryukov. Er organisierte die notwendigen Bauarbeiten des Mahnmales, welche im Juni 2002 beendet wurden. Eine kurze Zeit k?mpfte im Oktober 1914 der russische Dichter Nikolaj Stepanowitsch Gumiljow in Ostpreu?en. Und nur wenige Stunden verbrachte er in Schillehnen. Doch dieses gab die M?glichkeit eine Erinnerungstafel f?r den russischen Dichter in der heutigen Siedlung Pobedino des Krasnoznamensker Rayons aufstellen zu lassen, deren feierliche Enth?llung am 26. Oktober 2002 stattfand. Und genau seitdem wird im Dorf j?hrlich das Literaturfest „Gumiljowsker Herbst“ veranstaltet. Die Kaliningrader Heimatkundler verga?en nie die Ereignisse des Ersten Weltkrieges. 2004, zum 90. Jahrestag des Kriegsbeginnes organisierten wir eine Ausstellung und veranstalteten die Konferenz f?r Heimatkunde „Ostpreu?en im Ersten Weltkrieg“. Danach unternahmen wir eine Reise zu den Kampfpl?tzen und Bestattungsorten und legten dort Blumen und Kr?nze nieder. Im vorigen Jahr wurde in Gusev eine wissenschaftliche Konferenz, die der Schlacht bei Gumbinnen – Goldap am 20. August 1914 gewidmet war, durchgef?hrt. Gemeinsam mit Kollegen bereiteten wir vor kurzem ein Buch ?ber die erhaltenen Friedh?fe und Denkm?ler des Ersten Weltkrieges auf dem Territorium unseres Gebietes vor. Neue Informationen und jegliche Hilfe nehmen wir dankbar an – immerhin sind dies doch unsere gemeinsame Geschichte und unser gemeinsames Gedenken. In letzter Zeit haben sich auch die Beh?rden in dieses Problem eingeschaltet, die ihr Programm zur Verewigung des Gedenkens an die Gefallenen und zur Wiederherstellung der Soldatengr?ber und Denkm?lern ausarbeiten. Ich hoffe, zusammen erf?llen wir unsere Pflicht. Und was denken Sie? Boris Adamow, Mitglied des Verwaltungsrates des Kaliningrader Vereins f?r Heimatkunde
|
Kommentare
Leider habe ich keine Nachricht, ob und auf welchem Soldatenfriedho f er liegt. Vielleicht kann mir in dieser Angelegenheit jemand helfen. Zitieren
lt. Volksbund Gr?bersuche ist ein Karl Korherr in einem Lazarett in Gdingen (Gdynia - Polen)verstorbe n.Geboren am 14.05.1924 in Forsthartl. Todesdatum 02.03.1945
Insgesamt sind 3 Gleichnamige eingetragen, aber hier scheint die beste ?bereinstimmung mit deinen wenigen Daten vorzuliegen.
peter-sziedat(at)vers anet.de Zitieren
Friedhof in K?nigsberg ist, wo gr??tenteils die im Lazarett Verstorbenen
beerdigt wurden.
Ich bin schon seit langer Zeit auf der Suche nach meinem Onkel, der in einem Lazarett in K?nisberg verstorben ist.
Es handelt sich um KORHERR Karl.
Wohin kann ich mich wenden um zu erfahren, ob mein Onkel unter diesen
Beerdigten ist ???? Zitieren