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In Kaliningrad wird geplant eine Volksbefragung zum Wiederaufbau des K?nigsschlosses durchzuf?hren. An der Stelle des Schlosses befindet sich heute ein ?der Platz mit einem l?ngst verwahrlosten Springbrunnen und einer Reihe von kleinen Fertigteil - L?den. ?ber die gesamte Fl?che des Schlossberges erhebt sich das nicht fertig gestellte mehrst?ckige Geb?ude des R?tehauses (Haus des Sowjets), das die Kaliningrader wegen seiner ?hnlichkeit mit einem gigantischen Roboterkopf „Monster“ nennen. Das Einzige, was an das Schloss erinnert, sind die arch?ologischen Grabungen, welche auf seiner ?stlichen Seite durchgef?hrt worden waren. Doch sehen kann man sie nur, wenn man in eine tiefe Grube blickt. Das K?nigsberger Schloss war Anfangs durch die Luftangriffe der englischen Luftwaffe im Sommer 1944 teilweise zerst?rt und ausgebrannt. Im April 1945 litt das Schloss w?hrend des Sturmes der Roten Armee noch mehr. Anfang der 50-er Jahre wurden die Schlossruinen (wie auch viele andere Geb?ude) zum Teil abgerissen, da sie die Sicherheit der Einwohner der Stadt bedrohten: einmal kam es zu einem Zwischenfall, als sich unter einer einst?rzenden Wand eine Stra?enbahn mit ihren Fahrg?sten befand. Der Rest wurde 1967 ungeachtet der Proteste von Kaliningrader K?nstlern und Intellektuellen vollst?ndig abgerissen. Es ging jetzt nicht mehr um die Sicherheit, sondern um die Ideologie. Das Schloss wurde zum „faulen Zahn des Militarismus“ erkl?rt, seine Besch?tzer litten stark unter den kommunistischen M?chten. Wie sonderbar es auch scheinen mag, aber das Schloss lebt sogar noch nach 40 Jahren. Vor allem in den K?pfen der Kaliningrader: alle wissen, wo das Schloss stand und wie es aussah. Das Schloss lebt in Form vieler Souvenirs, auf den Bildern der Kaliningrader K?nstler, in der Ausstattung der Stadt weiter. Kann sich dieses virtuelle Leben vergegenst?ndlichen? Die letzten Jahre schwebt die Idee des Wiederaufbaus des K?nigsberger Schlosses nicht nur in der Luft, sie wird als ein architektonisches Projekt diskutiert. Das Schloss taucht in allen dem Publikum vorgestellten Projekten der Bebauung des ?den Platzes in der Stadtmitte auf. Es ist sogar in einem urbanistischen Komplex aus einer Menge von Wolkenkratzern vorhanden. 2006 gab sogar der damalige Pr?sident der Russischen F?deration, Wladimir Putin, dem Wiederaufbau des Schlosses eine gewisse Unterst?tzung, nachdem man ihn mit einem der Projekte bekannt gemacht hatte. Jedoch sind die Stellungnahmen der K?nstler und Architekten und die Meinungen der Stadteinwohner ganz und gar nicht so identisch. Es gibt sowohl Bef?rworter, wie auch Gegner. Und ihre Argumentation ist absolut unterschiedlich. Es gibt auch politische Gegner. Lokale Kommunisten und einige Veteranen halten den Schlosswiederaufbau f?r ein zersetzendes Vorhaben. Die Kritik des bekannten Architekten Oleg Kopylow, dem Autor des Projektes der russisch-orthodoxen Christus-Erl?ser-Kirche auf dem Siegesplatz tr?gt eine andere Gr??e. - Der Wiederaufbau von Grund auf ist Unsinn. Sogar wenn das K?nigsschloss wiedererrichtet wird, wird nicht der 100-ige Geist dieses Bauwerks erreicht, dieses wird ein Neubau. Und das Schloss selbst… Es ist kein Weltkulturerbe, es bietet keinen bauk?nstlerischen Wert an. Die Bef?rworter des Wiederaufbaus besitzen ihre Begr?ndungen. So meint der Arch?ologe und Professor Wladimir Kulakow, dass das Schloss als Bindeglied zum kulturellen Erbe der Stadtvergangenheit ben?tigt wird. • Die letzten 200 Jahre seines Bestehens war das Schloss die kulturelle Dominante der Stadt, sagt der Professor. Viele Experte meinen, dass der Wiederaufbau «von Grund auf» nicht so ?bel und unannehmbar ist. Und bringen als deutsches Beispiel – das Berliner Stadtschloss, als polnisches - die Burg in Malbork (Marienburg), als litauisches – das Schlo? in Trakai. Diese Geb?ude sind sehr beliebt. Und weder Touristen, noch die Ortseinwohner erhalten einen Kulturschock vom Wissen, dass diese Objekte keine historischen Originale sind. Daf?r sind sie echte Kulturzentren. Aber auch unter den Bef?rwortern des Wiederaufbaus existieren Meinungsverschiedenheiten. Sie betreffen die Form; zur Auswahl stehen drei Varianten: historische Rekonstruktion, Bau einer Kopie mit modernen Baustoffen und Errichtung eines modernen Geb?udes mit Elementen, die an das Schloss erinnern. Die Diskussion zieht sich schon lange hin und kann noch unendlich weiter gehen. Einen Zwischenpunkt zu setzen strebte vor Kurzem der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, Georgij Boos, an. Auf einer Besprechung schlug er vor, ein Referendum in der Stadt durchzuf?hren und gab den Auftrag diese Frage mit der Stadtverwaltung Kaliningrads zu erarbeiten. - Jetzt tritt der Moment ein, zu dem wir f?r uns eine Entscheidung ?ber den Wiederaufbau des K?nigsschlosses treffen m?ssen, sagte Herr Boos. - Eine Entscheidung, mit der wir bereits unmittelbar tiefere Handlungen zur Realisierung dieses Projektes beginnen. Sind die Stadteinwohner dagegen, werden wir nichts wiederaufbauen. Die Willenserkl?rung des Volkes muss im vollen Umfang verwirklicht werden. Jetzt sind die Taten der beiden ?rtlichen Verwaltungszweige gefragt und der Kaliningrader Wahlkommission. Welche Entscheidung werden die Einwohner der Hauptstadt der westlichen russischen Enklave treffen?
Igor Kowalew
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 02. August 2009 um 19:15 Uhr |
Kommentare
Meine Omi lebte in K?nigsberg und war sichtlich erfreut, als ich ihr sagte, dass die Russen die K?nigsberger Altstadt und evtl. auch das K?nigsberger Schloss wieder aufbauen.
Das K?nigsberger Schloss war das Herz und der Mittelpunkt der Stadt.
Hoffentlich entscheiden sich die B?rger Kaliningrads f?r den Wiederaufbau :o) Zitieren