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Denkmaler der Verteidigungs-Baukunst Drucken E-Mail
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Es wurde schon jede Menge Arbeit gemacht. Keine Absturzgefahr mehr
Die Architektur wird haufig als „Steinsymphonie“ oder „versteinerte Musik“ bezeichnet. Und die besten Denkmaler der Geschichte der Baukunst kann man zurecht als „Akkorde“ dieser Symphonie bezeichnen. Sie klingen immer noch erhaben und feierlich und ruhmen das Meisterwerk und den Verstand ihrer Schopfer. 
Es gibt solche „Akkorde“ auch unter den Befestigungsseinrichtungen im Kaliningrader Gebiet. Das sind Bastionen, Wallschilder, Turme, Festungstore und Forts. Ihre konstruktiven und architektonischen Formen kamen zu uns aus einer fernen Vergangenheit und wurden in unseren Tagen zu Denkmalern des Ingenieur-Gedankenguts, der Baukunst, Architektur und Geschichte mit ihren eigenen Stilbesonderheiten aus verschiedenen Epochen.  
Aus der Tiefe
der Jahrhunderte
Seit alten Zeiten gibt es einen Spruch, der besagt, dass Siege stets durch Disziplin, Heldenmut und Befestigungsanlagen (Fortifikation) errungen wurden. Die Entwicklung der Fortifikation wurde immer durch Theater und Formen der Kriegsoperationen, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Militardoktrinen des Staates beeinflusst, aber das Entscheidende war stets ihre „Konkurrenz“ mit der Artillerie. 
Seit der Entwicklung der Gie?erei und der Entstehung von Haubitzen, Handrohren aus Eisen und Belagerungsgeraten, Brenn- und Sprenggeschossen brauchte man zu Beginn des XVII. Jahrhunderts neue Befestigungsanlagen, die gegen das Feuer der Artillerie gewappnet waren. 
Als Ansto? zur Grundung der Festung Konigsberg diente die Invasion der schwedischen Armee des Konigs Gustav Adolf nach Preu?en. Das Gebiet des neutralen Preu?ens wurde damals als Losung des schwedisch- polnischen Konfliktes fur den Besitz der Ostsee genutzt. 
Die Eroberung Pillaus und die allmahliche Erweiterung des Aufmarschgebietes mit der Annaherung der Grenzen zu Konigsberg machte es notwendig, sich um die eigene Sicherheit des Herzogtums Preu?ens zu kummern, an dessen Steuer der Kurfurst Georg Wilhelm (1619-1640) stand. 
Es sei zu bemerken, dass das XVII. Jahrhundert eine Blutezeit der Mathematik und Naturwissenschaften in Europa war und die ersten Tragwerksplaner der Festungen waren naturlich Mathematiker. Deshalb wurde damals vom Professor der Mathematik an der Konigsberger Universitat, dem Astronomen Johann Strau? (1590-1630), das technische Projekt des Bastion-Verteidigungs-Mauerringes um die Altstadt, Lobenicht, Kneiphof und fur die Umgebung ausgearbeitet. 
Die Erbauer der Walle waren Oberst Graf Abraham von Dohna (1579-1631) und der Landvermesser Konrad Burck (? bis 1652). Etwa im Jahre 1640 war der Befestigungsgurtel fertig. Insgesamt wurden 26 Bastionen, 8 Halbbastionen und 9 Haupttore gebaut. Die Befestigungsringe umschlossen die Stadt in einer Lange von 15 Kilometern.
Bastionen stellten funfeckige Befestigungsbauten dar, die aus dem Hauptwall hervorsprangen und miteinander durch Kurtinen in einer Lange von 250 bis 300 Meter verbunden waren. Das Projekt von J. Strau? wurde ins Leben gerufen. 
Die Zitadelle in der Fassung aus edlen Mineralien
Der erste Befestigungsgurtel um Konigsberg  schien bis Mitte des XVII. Jahrhunderts seine Sicherheit zu gewahrleisten. Allerdings war es spater nicht mehr so. Es fehlte der wichtige Bestandteil der Festung, namlich die Zitadelle, die als letzter Stutzpunkt im Falle einer  Eroberung als Hauptbefestigung gegen den Feind dienen sollte. 
Das Projekt einer Zitadelle wurde vom Hofmathematiker Christian Otter 1652 entwickelt. Bei der Wahl des Ortes fur den Bau der Zitadelle entstand ein Konflikt zwischen dem Projektanten und dem Kurfursten Friedrich Wilhelm. An der von Ch. Otter ausgewahlten Stelle befand sich namlich das Landeshaus des Kurfursten. Der Konflikt wurde jedoch konstruktiv gelost. Der Kurfurst erlaubte die Bauarbeiten nach dem Motto: „Lieber das kurfurstliche Landeshaus opfern, als den Furstenthron verlieren“. 
Die Zitadelle namens Friedrichsburg, die im Jahre 1657 an der westlichen Festungsgrenze, an der Stelle ihres Schnittpunktes mit dem Pregel (heute Bezirk der Warenstation) gebaut wurde, sollte unter anderem als Kontrollpunkt der Wasserstra?e dienen. Die Zitadelle war quadratisch mit eckigen Steinbastionen, die die Namen der Edelsteine trugen: Smaragd, Rubin, Diamant und Perle. 
Der Zentralbau der Zitadelle war von einem Wassergraben umgeben, der mit dem Pregel verbunden war. In ihrem Innenhof wurden zu verschiedenen Zeiten Kasernen, Lagerhauser, Arsenale und Werkstatten errichtet;   ebenfalls wurden eine Komendatur,  ein Wachraum, eine Kirche und ein Gefangnis gebaut. Mit dem Bau der Zitadelle konnte nun Konigsberg zurecht als Festung bezeichnet werden. 
Im Jahre 1697 besuchte Peter I. unter dem Decknamen eines Unteroffiziers vom Preobrashenski-Regiment Peter Michajlov Konigsberg. Neben der Seefahrt und dem Schiffsbau widmete Peter I. seine gro?e Aufmerksamkeit den Befestigungen in den Zitadellen Friedrichsburg und Pillau. Nicht zufallig begann nach seiner Ruckkehr von der Auslandstour auf der Insel Kotlin  am Finnischen Meerbusen der Bau der Forts nach dem Vorbild der preu?ischen Zitadellen. 
Das Ergebnis der Untersuchung des Studienprozesses an der Konigsberger Fortifikationsschule durch Peter I. war die Errichtung der ersten Militar-Ingenieur-Bildungseinrichtung in Russland. 
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Die Zitadelle hatte eine Quadrat-Form mit Bollwerken aus Stein und Erde an den Ecken, die wie Edelsteine Smaragd, Rubin, Diamant, Perlen genannt wurden
Die Zitadelle Friedrichsburg war nie bis zum Zweiten Weltkrieg im Kriegszustand, sie war aber manchmal komplett in Kriegsbereitschaft. Das geschah zur Zeit der schwedisch-polnischen Kriege wahrend des XVII. bis XVIII. Jahrhundert, der Anfangsperiode des Ersten Weltkrieges und der Kriegsoperationen der Roten Armee in Polen im Jahre 1920.
Und doch wurde oftmals mit Kanonen von der Zitadelle Friedrichsburg geschossen, allerdings nicht mit scharfer Munition, sondern nur mit Platzpatronen. Sie dienten als Salutschusse bei  der Kronung der Konige, bei feierlichen Jubilaen des Staates und bei der Weihe des  Pregels zur Zeit des Siebenjahrigen Krieges. 
Die Zitadelle Friedrichsburg (Mitte des XIX. Jahrhunderts als Fort genannt) existierte bis zum Jahre 1910. In diesem Jahr konnte die Stadt das Fort beim Militaramt kaufen und wollte das Gebiet fur den Ausbau der Eisenbahn nutzen. Bastionen und Kurtinen (Walle zwischen den Bastionen) wurden beseitigt und die Wassergraben zugeschuttet. Das Friedrichsburger Tor (nachgebaut Mitte des XIX. Jahrhunderts) blieb als Denkmal der Geschichte, Kultur und Architektur fur die Nachkommen erhalten.
In der Nachkriegszeit geriet das Tor trotz seiner Anerkennung als Denkmal der Architektur in einen sehr schlechten Zustand. Die Frakturaufschrift „Friedrichsburger Tor,  Architektur-Denkmal des XVII. Jahrhunderts“ konnte das Tor auch nicht retten. Dass man sich dabei um 200 Jahre verrechnete (es ist namlich das Denkmal des XIX. Jahrhunderts), zeugt von der Unkenntnis der Geschichte des Landes und seiner Bauten. 
Im Moment wird das Friedrichsburger Tor renoviert und in Zukunft als Filiale des  Weltozean-Museums genutzt werden.
(Zitadelle Friedrichsburg)
Avenir Owsjanov,
Hauptreferent fur Denkmalschutz
im Kaliningrader Gebiet
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 10. April 2011 um 20:12 Uhr
 

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