|
Array
Liebe Leser und Freunde! Es ist ein Jahr vergangen seit dem Augenblick, als Sie die erste Ausgabe der Zeitung „K?nigsberger Allgemeine“ in die Hand genommen haben. Das erste Lebensjahr ist auch die erste Etappe, nach deren ?berwindung schon einige Bilanzen gezogen werden k?nnen. Das Projekt zur Herausgabe einer russisch-deutschen Zeitung, die sich ausschlie?lich dem Kaliningrader Gebiet Russlands und dem ehemaligen Ostpreu?en widmet, ist von Anfang an als eine Informationsbr?cke zwischen Russland und Deutschland geplant worden. Diese Br?cke soll unsere beiden V?lker verbinden und soll zu einer Plattform der Festigung von Freundschaft und Verst?ndigung werden. Es ist so passiert, dass die Menschen, die heute in dieser Region leben, die Erben einer regionalen deutschen Geschichte und Kultur sind, eines kulturellen, deutschen Nachlasses. Dieses geistige Erbe ?bt auf die Menschen eine anziehende Wirkung aus und bringt das russische und deutsche Volk n?her zusammen. Nur diese Region vermag es, uns eine m?chtige Grundlage f?r eine vielseitige Zusammenarbeit zu bieten und auf dieser Grundlage haben wir uns die Aufgabe gestellt, dieses Potential optimal auszunutzen. Es ist dabei von sehr gro?er Bedeutung, dass die „K?nigsberger Allgemeine“ eine unabh?ngige Zeitung ist, welche dank einer rein privaten Initiative von Kaliningrader B?rgern im Bewusstsein gegr?ndet wurde, dass die Ver?nderungen von Grenzen und Namen den Z?hler der Geschichte nicht auf den Nullstand bringen soll. Diese Menschen versuchen nicht nur das deutsche Kulturerbe zu retten und zu bewahren, sondern auch dabei zu helfen, die Trennlinie zu ?berwinden, welche diese Region in eine „Davor-Zeit“ und in eine „Danach-Zeit“ teilt... Zuerst sollte diese Zeitung einen anderen Namen tragen. Doch w?hrend eines Treffens mit meinen deutschen Kollegen lernte ich einen sehr interessanten Menschen aus der Bundesrepublik Deutschland kennen: Herrn Wolfram Neufeldt. In seinem Pass sah ich zum ersten Mal mit eigenen Augen die Eintragung „Geburtsort K?nigsberg, Ostpreu?en“. Das hat mich damals sehr stark beeindruckt. Der K?nigsberger Wolfram Neufeldt erkl?rte sich bereit, unserer Redaktion zu helfen und befl?gelte uns mit seiner Idee, die Zeitung „K?nigsberger Allgemeine“ zu nennen; sozusagen zum Gedenken an das ber?hmte Presseblatt Ostpreu?ens, die „K?nigsberger Allgemeine Zeitung“. So wurde selbst der Name dieses neuen internationalen Projektes zum Symbol f?r die Aufbewahrung von historischer Erinnerung und geistigem Erbe. Die Zeitung ist nur ein Werkzeug. Viel wichtiger ist, wozu dieses angewendet wird. Wir selbst verstehen unter unserem Projekt mehr als nur die Zeitung. Wir kn?pfen Kontakte mit Geschichtswissenschaftlern, Heimatkundlern, Arch?ologen, Restaurateuren und Rekonstrukteuren, privaten Sammlern, Schriftstellern und vielen anderen. Es sammeln sich langsam unterschiedliche Informationen und Materialien an. Es wenden sich Menschen an uns mit ihren eigenen Projekten und Ideen, viele suchen nach M?glichkeiten, Deutschland in ihre Vorhaben einzubeziehen oder Gleichgesinnte in diesem Land zu finden. Andererseits erreichen uns auch Briefe aus Deutschland, welche ebenfalls Fragen, Bitten und Vorschl?ge enthalten. Obwohl das Zeitungsteam noch nicht so gro? ist, versuchen wir mit unserer ganzen Kraft, auf alle diese Anregungen und W?nsche zu reagieren, indem wir n?tzliche Info-Reihen, thematische Artikel und sogar Ausz?ge aus B?chern publizieren. Darin besteht ja auch unsere Hauptaufgabe – eine Informationsbr?cke mit zweiseitigem Verkehr aufzubauen, welche sowohl den Privatpersonen als auch den Institutionen bei der L?sung von vielen Fragen helfen w?rde. Daran m?ssen wir gemeinsam arbeiten, denn nur so k?nnen wir die Bedingungen f?r eine perspektivvolle Zusammenarbeit schaffen. Wir sind Zeugen davon, dass die Anziehung zwischen unseren beiden V?lkern nicht erlischt, aber sie mus immer aufs Neue gepflegt und weiterentwickelt werden. Nur eine aktive Wechselwirkung zwischen den russischen und deutschen Lesern wird uns dabei helfen, einander besser zu verstehen. Ich m?chte noch einmal besonders betonen, dass das Kaliningrader Gebiet der einzige Ort im ganzen Russland ist, welcher mit so einem einmalig historisch-kulturellen Potential ausgestattet ist. Unser Ziel ist der gemeinsame Aufbau dieser Verbindungsbr?cke zwischen unseren V?lkern, die von den Pfeilern der Freundschaft und Mitarbeit getragen werden soll. Aus diesem Grund strebt unsere Zeitung danach, den Wiederaufbau und die Erhaltung von regionalen kulturgeschichtlichen Objekten – den deutschen Kirchen, Schl?ssern und Skulpturen zu unterst?tzen sowie auch eine Aufrechterhaltung und Pflege von deutschen Grabst?tten u.v.m. zu f?rdern. Das alles hat den Zweck, eine gr??ere Ann?herung unserer V?lker und Staaten zu erreichen wie auch das Image von Russland in Deutschland und umgekehrt aufzubessern. Mittlerweile sind wir auch pers?nlich mit den Deutschen gut bekannt, die schon viel daf?r getan haben und weiterhin auf diesem erhabenen Weg bleiben, und wir berichten regelm??ig ?ber solche Menschen. Die „K?nigsberger Allgemeine“ wird auch in Zukunft solche Tatsachen beleuchten, um sie an die ?ffentlichkeit zu bringen, eine gesellschaftliche Resonanz zu aktivieren und somit eine allgemeine Anerkennung von diesen besonderen Menschen zu initiieren, darunter auch seitens der Regierungsstrukturen. Zum Beispiel hat unsere Zeitung die Aufmerksamkeit der ?ffentlichkeit darauf gerichtet, dass es im Kaliningrader Gebiet au?er den gro?en staatlichen Museen auch noch kleinere, provinzielle gibt, deren Sammlungen unterschiedliche Exponate, Dokumente und Briefe beinhalten. Alle diese Sammlungsobjekte sind der ?ffentlichkeit praktisch unbekannt. Oft k?nnen ihre gegenw?rtigen Besitzer nicht einmal den Grad der Wichtigkeit richtig einsch?tzen. Dabei k?nnen sich darunter unbezahlbare oder wichtigste historische Dokumente befinden. Leider werden die kleineren Museen und Sammlungen oft nur dank der Hingabe und der Begeisterung eines konkreten Menschen erhalten und verschwinden spurlos nach seinem Tod. In einem meiner Artikel habe ich schon einmal die Idee der Gr?ndung eines virtuellen Museums angesprochen, welche einen entfernten Zugang zu all diesen Exponaten und Dokumenten erm?glichen w?rde, damit diese Seite der Kultur nicht von den Geschichtsseiten verschwindet. Zu dieser Idee bekamen wir schon einige positive Resonanzen aus Deutschland. Ich hoffe sehr darauf, dass wir schon in naher Zukunft eine gemeinsame Arbeit zu diesem Projekt starten werden. Es macht uns gro?e Freude, wenn die Leser der „K?nigsberger Allgemeinen“ ihre W?nsche zu einer Zusammenarbeit ?u?ern. Wir sind immer dazu bereit, solche Initiativen zu unterst?tzen, weil es in unserem Interesse ist, einen m?glichst lebendigen und aktiven Informationsaustausch herzustellen. Dabei ist es unser Ziel, nicht nur die Lieferung von qualitativen Nachrichten zu gew?hrleisten, sondern auch an der Entwicklung von neuen gemeinsamen Projekten zum Wohl aller B?rger unserer beiden L?nder teilzunehmen. Es muss auch bemerkt werden, dass sich an uns nicht nur deutsche B?rger, sondern auch Staatsangeh?rige aus Holland, Argentinien und Kanada wenden. Geplant ist auch der Vertrieb unserer Zeitung auf dem Territorium Polens und anderen Regionen Russlands. Nicht zuletzt wird das Interesse f?r uns durch die Internetseite der „KA“ – www.koenigsberger-allgemeine.com gef?rdert, wo man stets einen Blick in die elektronische Version der aktuellsten Ausgabe werfen kann. Da unsere Zeitung auch schon mehrmals das Interesse zum Sprachstudium geweckt hat (der russischen Sprache in Deutschland und der deutschen in Russland), spielen wir mit dem Gedanken einer unmittelbaren Zusammenarbeit mit Universit?ten und anderen Lehran- stalten. So schreiben zum Beispiel einige Leser, dass sie nur dank unserer Zeitung mit dem Lernen der Fremdsprache angefangen haben. Wir werden oft gefragt: „Wie kann man helfen?“. Die Antwort ist simpel. Werden Sie zum aktiven Leser unserer Zeitung, teilen Sie mit uns Ihre Eindr?cke, wenden Sie sich an die Redaktion mit Ihren Vorschl?gen und Fragen. Wir sind immer dazu bereit, den Dialog aufrecht zu halten. Wollen Sie immer die aktuellsten Nachrichten aus dem Kaliningrader Gebiet wissen? Dann wird Ihnen das Abonnement unserer Zeitung dabei sehr behilflich sein. Lassen Sie uns den neuen Raum f?r die Verbindung unserer V?lker gemeinsam ergr?nden! Daf?r wollen wir mit- einander erfinderisch sein! Wir sind erst ein Jahr jung. Das ist nicht viel. Doch wir haben viele Pl?ne, welche sehr f?rderlich sein k?nnen. Wir hoffen sehr darauf, diesen Weg mit Ihnen zusammen zu gehen. Michail PALEY, Chefredakteur Foto: Chefredakteur Michail Palej mit seiner Enkelin Mascha – einer Altersgenossin der Zeitun
|
Kommentare
Gl?ckwunsch zu Ihrem Mut! Meine Gro?mutter Martha Anna Elisabeth Zucker-Frisch und ihr Ehemann Leo Zucker-Frisch,alias Leo Grand,Tragheime r Kirchenstra?e 46, K?nigsberg, schrieben am 21. 2. 1935 an die Allgemeine Zeitung wegen einer Verlustenliste aus dem 1. Weltkrieg. Gesucht wurde Max Rautenberg, mein leiblicher Gro?vater. Leider kenne ich nicht die Antwort. Auch wei? ich nicht wann Leo starb. Oma Anna starb als "Schauspielerwit we" am 19.8.1937, laut Sterbeurkunde des Standesamtes 1 in K?nigsberg.So wird Leo zwischen dem 21.2.1935 und dem 19.8.1937 in K?nigsberg gestorben sein. Haben Sie dar?ber Kenntnis?
Mit Gr??en, Dr. Klaus Becker Zitieren
herzlichen Gl?ckwunsch zum Jubil?um - und zu Ihrer Zeitung. Sie ist wirklich toll.
Ich habe keine Vorfahren aus Ostpreu?en, ich liebe einfach nur die tolle Landschaft. Deshalb freue ich mich immer ?ber Berichte aus Ostpreu?en/Kaliningradskaj a oblast.
Ich w?nsche uns allen eine gemeinsame, friedliche Zukunft, so, wie Sie sie mit Ihrer Zeitung vorleben. Vielen Dank und viel Erfolg!!! Zitieren
als ich die K?nigsberger Allgemeine zum ersten Mal in H?nden hielt, war ich wirklich begeistert.Ich bin davon ?berzeugt, dass jeder Einzelne einen Beitrag zur Verst?ndigung und zum Frieden in Europa leisten kann, auch und schon dann, wenn er "blo?" Ihre Zeitung liest. F?r Freunde der Kaliningrader Region ein ganz wertvolles Geschenk, weil es Trennung ?berwindet und die Menschen verbindet. Unser junges LiteraTOUR-Projekt Nadjeschda ist ja ebenfalls ein Br?ckenprojekt, das jetzt schon – vor der eigentlichen Ver?ffentlichung – Russen und Deutsche freundschaftlic h zusammenbringt. Zum 1. Geburtstag Ihrer gro?artigen Zeitung gratuliere ich Ihnen und Ihrem Redaktionsteam im Kaliningrader Gebiet und in Deutschland recht herzlich und w?nsche Ihnen eine lange erfolgreiche Zukunft!
Stephanie Kuhlmann
Autorin des Romans „Hoffnung hei?t Nadjeschda“
www.nadjeschda.eu Zitieren
Ihnen und Ihrer Redaktion meinen Gl?ckwunsch und alles Gute f?r die n?chsten Jahre. Die Grenzen sind bereits ?berwunden, wie unser gemeinsames spontanes Projekt "Nadjeschda" beweist, an dem auf deutscher und russischer Seite schon jetzt viele Menschen zusammenarbeite n. Und darum geht, um Offenheit f?reinander und Gemeinsamkeit miteinander. Die Resonanz auf Ihre Unterst?tzung des Buchprojekts ist hier in Deutschland ?beraus positiv. Daf?r danke ich Ihnen. Das Projekt verschafft umgekehrt Kaliningrad Interesse und Beachtung neuer Leserschichten hier, die sich f?r die besondere historische und politische Situation sensibilisieren . Wir jedenfalls m?chten uns weiterhin gerne daf?r einsetzen, die Verbindungen zu st?rken, Br?cken zu bauen und mit zu helfen, endlich in einem gemeinsamen und freiz?gigen Europa die Teilung zu ?berwinden.
Heinz B?ck - Freier Publizist - Aachen Zitieren