Das Abholzen von der Grünanlage bei der Straßenkreuzung von Karl Marx, Krasnaja und Patsaeva Straßen hat die öffentliche Resonanz und die allergrößte Reaktion der Lokalbehörde ausgelöst. Gleich nachdem das Unternehmen „EuroStrojKom“ die Bäume in dem dortigen Park abgeholzt hatte, klagten die Lokalbehörde, breiteten bedauernd die Arme aus und gaben ein Paar Erklärungen und Versprechungen ab, die Einwohner der benachbarten Häuser ihrerseits stiegen in die Bewegung des „grünen Protestes“ ein. Wie auch immer das weitere Schicksal von dem Grundstück sein mag, das Geschäft ist schon besorgt - die Bäume sind abgeholzt. Der Kolumnist von „NewKaliningrad.Ru“ hat versucht, sich an die Chronologie zu erinnern und diese Geschichte des Abholzens mit den anderen ähnlichen Geschichten, welche die öffentliche Resonanz ausgelöst haben, zu vergleichen.
Unerwartete Holzfäller
Array
Über das Abholzen im dem Park auf Karla Marxa Straße hat man im Augenblick angefangen zu sprechen. Die ehemalige Stellvertreterin des Industrieministers vom Gebiet Kaliningrad Marina Drutman bekam in Sicht samstagmorgens, am 21. Mai, dass man vor ihren Fenstern die Bäume im Park fällt. Das Abholzen hatte angefangen um 9 Uhr morgens, als die Einwohner von den benachbarten Häusern sich noch ausschliefen nach der Arbeitswoche und einem fröhlichen Freitag. In dieselbe Zeit, dank einem glücklichen Zufall, war die Spitze der Stadtverwaltung in der Sitzung der politischen Versammlung der Lokalabteilung von Partei „Edinaja Rossija“, wo die Fahne des Abteilungschefs ging von Hand des Bürgermeisters Alexander Jaroschuk zu Hand seines Stellvertreters, Abgeordneten und ehemaligen Kämpfers Andrej Schumilin über. Gegen Mittag desselben Tages war der Park aus aller Kraft abgeholzt worden. Nebenbei empörten sich die Einwohner, beklagten sich über den Bauherrn, der ihnen gedroht und ihre Autonummer aufgezeichnet hatte, damit sie „nicht herauslehnten“ und im Falle des Falles „nie wieder cruisten“. Der Vertreter des Bauherrn ging über das Terrain herum, wollte kein Wort über sich reden und keine Rodungsgenemigung zeigen. Die Einwohner empörten sich und berieten, wie sie sich benehmen sollten, in diese Zeit aber setzten die Arbeiter im Park fort, mit Sägen und Maschinen zu schuften. Die Bäume fielen nacheinander. Die Leute machten Photos und Videos, setzten fort, wer wem zu rufen – wer irgendwelche Freunde oder Bekannte hatte, die ihnen empfehlen könnten, wie sie sich benehmen sollten und was sie machen könnten. Danach hatte der Vertreter des Bauherrn dem Kolumnist von „NewKaliningrad.Ru“ doch die Rodungsgenemigung gezeigt. Dabei lag in der Mappe zusammen mit der Rodungsgenemigung die Liste der gefällten Bäume – das Dokument, das zur Rodungsgenemigung gehört. Doch diese Liste war auf das Jahr 2010 datiert, von der Stellvertreterin des Verwaltungschefs Danuta Smirnova unterzeichnet und 18 Benennungen der Bäume enthielt, wohin die Bäume mit Stammfäule und Kronenbeugung eingetragen waren.
Alte Sünden
Die Stadtverwaltung breitete sogleich bedauernd die Arme aus und erklärte, dass sie mehrmals und erfolglos über den Grundstück beim Gericht verklagte. Zuerst hatte es der Stadtverwaltung nicht gelungen, das Baurecht auf dieses Grundstück abzufertigen, danach verpflichtete der Bauherr die Stadtverwaltung im Prozesswege die Rodungsgenemigung auszustellen. Später stellte es sich heraus, dass das Protokoll über die Zuweisung von dem Grundstück im Jahr 2003 gesetzlich und rechtsmäßig erstellt wurde und später im Jahr 2007 passten die Abgeordneten den Generalplan der Stadtentwicklung an die Grundstücke, die durch die Protokolle über die Zuweisung von Baugrundstücken rechtsgültig gemacht worden waren. Schon am Montag lies die Stadtverwaltung das Presseinfo zirkulieren, mit den Erläuterungen darüber, wie es dazu gekommen war, das der Park auf Karla Marxa Straße unter die Axt geriet. Und diese Erläuterungen enthielten folgendes: das Protokoll über die Grundstücksauswahl wurde im Jahr 2003 erstellt, danach gelang es nicht, sowohl die Baugenehmigung zu erteilen als auch den Pachtvertrag für das Grundstück auszufertigen, der Bauherr hatte alle Versuche auf dem Gerichtswege abgestellt. Doch die gute Vorsätze waren nicht nur ohne Ergebnis geblieben, sondern auch nicht auf die große Glocke gehängt, - nur am Tag des Abholzens wurde es bekannt, dass die Stadtverwaltung mit jemandem den Prozess über die Bebauung geführt hatte. Laut dem Pressedienst der Stadtverwaltung wurden die Primärdokumente rechtsmäßig erteilt, deswegen wurden die Handlungen der Stadtverwaltung später angefochten. Die neue Information über die Rechtsmäßigkeit der Handlungen von dem Bauherrn ist am Dienstag erschienen – es stellte sich heraus, dass der erfolgreiche Teilnehmer der Gerichtsverhandlungen „EuroStrojKom“ doch gegen etwas verstoßen hatte. Unter anderem, wie es man in der Stadtverwaltung bemerkte, hatte der Bauherr unter anderem die Bäume gefällt, die er verpflanzen sollte. Und eben das stand in der Liste der gefällten Bäume, die ein Teil der Rodungsgenemigung war. Diese Liste wurde dem Reporter von „NewKaliningrad.Ru“ in der Stadtverwaltung gezeigt. Sie war auf den 13. April 2011 datiert wie eigentlich die erste Seite der Rodungsgenemigung. Gar nicht so, wie die Genehmigung, die von dem Auftragnehmer am Stock gezeigt wurde. Am Abend desselben Tages deutete der Bürgermeister von Kaliningrad Alexander Jaroschuk auf der Extrabesprechung mit den Journalisten seine Stellung an und machte die ehemalige Chefarchitekterin Tatjana Kondakowa mitverantwortlich. „Vom Jahr 2003 bis Jahr 2007 hatte die damalige Stadtverwaltung von Kaliningrad, insbesondere Tatjana Kondakowa, welche die Chefarchitektorin bis an das Jahr 2005 war, 380 Akten der Grundstückauswahl für die Bautätigkeit in der Stadt ausgestellt“, - erklärte der Bürgermeister und zeigte die Liste, die aus 32 Grundstücke bestand, die für die Bautätigkeit gegeben worden. Zwei Tage später war diese Liste ergänzt und auf der Webseite „NewKaliningrad.Ru“ veröffentlicht worden und die Volontäre – die Verteidiger von den Grünanlagen reichten die Anklage bei Gericht mit der Förderung, den Beschluss von den Abgeordneten des Bezierksrates, welche die Änderungen im Generalplan von der Stadt im Jahr 2007 gemacht hatten, zurückzurufen. Der Bürgermeister von Kaliningrad nahm auf sich die Verantwortung für 9 Grundstücke. „Ich kann allen direkt in die Augen sehen, unter meiner Leitung ist es 9 Grundstücke abgesondert worden und ich kann zeigen, wo sie sich befinden. Tatjana Kondakowa antwortete auf das Statement von Jaroschuk und bezweifelte dadurch seine Worte, außerdem entledigte sie sich der Verantwortung für 21 von 41 Grundstücke. „Ich hatte in der Stadtverwaltung seit 2005 nicht gearbeitet. Von 41 Grundstücke werden 20 Grundstücke nach dem Jahr 2005 freigegeben worden. Außerdem, wenn ihr nach meinem Vorbild vorgeht und die Kartei der Schiedsgerichtsfälle untersucht, dann findet ihr, dass es keine Klagen über die Grundstücke von der Administration gestellt worden, “ – erklärte Tatjana Lasarewna dem Reporter von „NewKaliningrad.Ru“.
Der grüne Protest
Inzwischen traten die Einwohner von den benachbarten Straßen Karl Marx, Krasnaja und Patsaeva dem Protestposten der Verteidiger von anderen Grünanlagen bei, derjenigen Verteidiger, die Chefvolontärin und die Verteidigerin seit mehr als ein Jahr von Jaltinskij Park Tatjana Pankratjewa versammelt und gelehrt hatte, die Protestposten durchzuführen. Doch etwas wirkungsvoller als Protestposten und Plakate auf den Fenstern hatten die Volontäre nicht arrangiert, und die Protestposten versammelten mit der Zeit immer weniger Leute. Letztendlich ging der letzte Protestposten, in dem die Verteidiger der Grünanlage auf Karla Marxa Straße teilgenommen hatten, beinahe unauffällig vorbei. Die Schaulustigen hatten sich für die Sonderlinge, denen es nicht egal war, was vor ihren Fenstern wächst – die Bäume oder die Hochhäuser,- nicht besonders interessiert. Außerdem hatten die Einwohner ihre eigenen gesellschaftlichen Anhörungen arrangiert, während deren alle Anwesenden (86 Leute) gegen den Bau stimmten. Laut den Ortsbewohnern hatte der Bauherr keine gesellschaftlichen Anhörungen für sie durchgeführt. „Angeblich hatte jemand bewilligt, den Müllplatz von dieser Stelle wegzuschaffen, dabei kamen zu diesen Anhörungen keine Vertreter der Stadtverwaltung und der Abgeordnete Migunow schickte seinen Assistenten her. Also, setzte sich die Macht über unsere Veranstaltung hinweg“, - erzählte das Mitglied der Initiativgruppe Fatima Kultschanowa. Die Ortsbewohner sind sich sicher, dass der naheste Haus zum Grundstück den Bau in der Nachbarschaft nicht überleben wird und stürzt ein. Sie wollen ein Paar Begutachtungen durchführen, um die Beweise den verschiedenen Behörden nachzuliefern. Es wäre nicht faire, die Gerichtsverfahren der Verteidiger von Jaltinskij Park nicht zu erwähnen, welche die Stadtverwaltung bewegte, an Kaliningrader Schiedsgericht zu gehen. Doch das Gericht wies die Klage des Komites für Staatsvermögen zurück und verweigerte, die Klage zu behandeln: anstatt des Komites für Staatsvermögen sollte die Stadtverwaltung als Kläger aufzutreten. Jaroschuk schlug den Volontären vor, den Kompromiss mit dem Bauherrn einzugehen und drückte die Befürchtungen aus, dass dieser nach den Gerichtsverfahren die Belastungen wie Errichtung von dem neuen Park, bauliche Gestaltung von dem naheliegenden Territorium, Teichreinigung, Vergraben von der Fernheizleitung und Fassaderenovierung des „Hauses mit dem Hirsch“ für die Summe von insgesamt 60 Millionen Rubel verweigern wird. Die Volontäre verweigerten, die Kompromisse einzugehen und die Stadtverwaltung wird das Gerichturteil bei der Appellationsinstanz anfechten. Inzwischen hatte der berüchtigte Bauherr von Jaltinskij Park „Grandstroj“ GmbH rechtmäßig den Bau angefangen auf dem Territorium, das ein Jahr nach dem Abholzen stillstand. Momentan gräbt die Technik die Baugrube für das Fundament des zukünftigen Hauses. Während eines Jahres der Gerichtsverhandlung haben die Volontäre des Jaltinskij Park einige Protestposten durchgeführt und sich an einige zuständige Stellen gewendet, Kilos von Dokumenten gesammelt und jetzt warten sie auf die neue Phase in dem gerichtlichen Teil der Geschichte.
Alte Wunden
Es gab einige Grünanlagen, die dem Abholzen ausgesetzt waren, was bei den Ortseinwohnern die Unzufriedenheit erweckte. Die vorjährige Geschichte mit dem Tschkalowskij Wald wo die Bäume ersichtlich unrechtmäßigerweise von jemandem abgeholzt wurden, blieb stecken im öffentlichen Sinne nach den Anhörungen über den Bau. In der Stadtverwaltung versichert man, dass heutzutage die Entscheidung getroffen ist, den Wald zum Erholungsgebiet zu machen. Die Volontäre sagen, dass „man ihnen das auch gesagt hat, aber keine Dokumente gezeigt“. Und der Abgeordnete des Bezierksrates Alexander Pjatikop, welchen derselbe Bezirk für die neue Einberufungsperiode des örtlichen Organs der Vertretungsmacht gewählt hat, der alle beteuerte, dass ohne die Ringautobahn der Bezirk Tschkalowsk nicht überleben wurde, schweigt auch. Der Protest gegen das Abholzen von der Grünanlage in der Nähe vom Sportkomplex „Junost“ hatte keine langfristige Fortsetzung gehabt, wahrscheinlich deswegen, weil die nächstliegende Häuser erheblich weit von dem Bauplatz im Verhältnis zu anderen Grünanlagen liegen. Juzsnij Park befindet sich auch in einer seltsamen Lage: es gibt die Entscheidung über die Bautätigkeit und der Grundstück ist in die Liste der Baugrundstücke eingetragen worden. Die Akten von der Grundstückzuweisung waren oftmals verändert worden wegen der Proteste der Einwohner und die Sache hatte schon die Züge des ethnischen Konfliktes bekommen. Dabei wendeten die Verteidiger des Parks mehrmals die Aufmerksamkeit darauf, dass religiöse oder nationale Fragen keine Beziehung auf ihren Protest hatten. „Wir erheben Protest gegen die Bebauung des Parks, der Grünanlage, aber nicht gegen die Moschee oder einer religiösen Institution“, – erklärte das Mitglied der Initiativgruppe für Verteidigung des Juzsnij Parks Julia Jatsenko.
Die neuen Methoden
Nach der Veröffentlichung von der Liste der Baugrundstücke wendete sich die Gruppe aus 9 Verteidigern der Grünanlagen ans Gericht mit der Anforderung, die Entscheidung der Abgeordneten des Bezirkrates vom Jahr 2007, welche die Änderungen in den Generalplan möglich machte, ungültig vom Tage der Verabschiedung zu machen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Bürgerrecht der regionalen Gesellschaftskammer Sergej Borodihin erläuterte dem Internetportal „NewKaliningrad.Ru“ die Situation mit ähnlichen Gerichtsverhandlungen, die die Grünanlagen betrafen. „Ich habe mehrmals wiederholt, dass es in unserem Gebiet eine Justizpraxis existiert, die die Bürgerrechte in der Städtebaupolitik minimisiert. Das heißt dass für einen einfachen bürger etwas beim Gericht nachzuweisen praktisch unmöglich ist, - erläuterte Sergej Borodihin. Ich habe eine große Erfahrung der Gerichtsverhandlungen und ausgehend davon kann ich den Bürgern raten, die Lokalbehörde oder die Anklagebehörde dazu zu bewegen, sich ans Gericht zu wenden, wie es im Falle mit Jaltinskij Park gemacht worden ist“. Laut Borodihin, in Fällen wenn die einfachen Bürger sich ans Gericht wenden mit der Absicht, die Parks und Grünanlagen zu erhalten und vom Abholzen und darauffolgenden Bebauung zu schützen, kommt der Gericht zum Schluss, dass die Beschwerdeführer nicht zur Gruppe gehören, dessen Interessen durch die Bebauung verletzt werden und weisen es ab, die Klagen stattzugeben. Übrigens, selbst wenn es den Volontären gelingen wird, die Entscheidung der Abgeordneten abzustreiten, ist es doch unklar, was mit den Akten der Zuweisung von Baugrundstücken, die von der Stadtverwaltung 2003-2007 rechtsmäßig ausgehändigt worden sind, weiter geschehen wird. Es ist schwer zu sagen, ob die Hinzuziehung von der Stadtverwaltung die Früchte trägt oder ein Schein von der öffentlichen Tätigkeit schafft, weil keine prinzipiellen Entscheidungen getroffen worden sind und es eine Reihe von Äußerungen und Planen gibt. Sowohl Jaroschuk als auch Borodihin haben erklärt, dass die Stadtverwaltung zusammen mit der regionalen Gesellschaftskammer die „Problemstellen“, die mit der lokalen Bebauung und vorhergehender Zuweisung von Baugrundstücken verbunden sind, abhandeln wird. Jaroschuk hatte versprochen, dass die Stadtverwaltung bis ans Ende des Jahres 2011 den 15 Terrains den Status vom Erholungsgebiet zurückgeben wird. Anscheinend soll in diese Liste das Territorium im Tschkalowskij Wald kommen. Die Stadtbehörden haben endlich das Problem der lokalen Bebauung gemerkt und haben versprochen, es zu lösen. Es ist nicht zu verwundern, dass dieses Problem niemanden rechtszeitig interessiert hat. Es passiert oft wenn irgendwelche Geldinteressen ins Geschehen einmischen. Es ist seltsam, dass diese Fragen von der Lokalbehörden viel später zur Diskussion gestellt worden waren als einige Abholzungen, die die Ortseinwohner in Aufregung gebracht hatten, durchgeführt waren. Nicht weniger seltsam ist ein anders Ding: sichtbar und unsichtbar in Kaliningrad anwesender heutiger Abgeordnete der Staatsduma Jurij Sawenko, der offensichtlich in der Aushändigung von dem Auflauf der Akten der Zuweisung von Baugrundstücken beteiligt ist, sieht in den Augen der Öffentlichkeit für das Geschehen nicht verantwortlich aus. Jemand hatte ihn in die Staatsduma gewählt. Jemand hatte ihm die erstaunlich hohe Einschätzung während vielen Jahren nach dem Rücktritt vom Bürgermeisterposten gemacht. Die Geschichte mit der Grünanlage auf Patsaewa-Krasnaja-Marxa Straßen wurde zum Katalysator für die Veröffentlichung von allen Zonen, die eine breite öffentliche Diskussion auslösten. Sie verursachte die plötzliche Besprechung des Bürgermeisters und die geplante Sitzung zusammen mit der Gesellschaftskammer. Wer weiß, wofür es gut ist, mit wessen Interessen auch immer diese Geschichte zu tun hat. Hauptsache ist, dass diese Reihe von den besten Absichten, Versprechungen und Erklärungen in die Tat umgesetzt wird. Wahrscheinlich wird Kaliningrad in diesem Fall im Schatten bleiben können. Im Schatten der Bäume, die in den Parks und Grünanlagen wachsen.
„Das unbekannte Tor“: die Reportage der Anschlagsrubrik von „NewKaliningrad.Ru“
Am 27. Mai wurde es in Kaliningrad um ein interessantes Museum mehr. Nach langer Wiederherstellung wurde für die Besucher die Zweigabteilung von dem Weltmeeresmuseum – das Friedrichsburger Tor in der Portowaja Straße 39 - geöffnet, welches während längerer Zeit am Rande des Abbruches stand. Die Anschlagsrubrik der Website „NewKaliningrad.Ru“ hat sich auch über die Rettung des Gebäudes gefreut.
Das Friedrichsburger Tor ist der einzige Bestandteil von der ehemaligen Festung (dem Fort) Friedrichsburg, das im Jahr 1852 gebaut wurde. Am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts galt dieser Art der Festigung in Königsberg als untauglich für die Abwehr, deswegen wurde die Festung im Jahr 1910 von der Regierung des Deutschen Reiches in die Verwaltung von der Eisenbahn übergegeben, die Wälle wurden eingeebnet, die Gräben wurden verschüttet, der größte Teil der Anlage wurde nachher abgetragen. Über die Fläche, die früher diese Festung besetzt hatte, wurden die Eisenbahngleise gelegt und der Güterbahnhof eingerichtet. Bis ins unsere Tage sind nur das Tor und die Kaserne erhalten geblieben.
Während ihrer ganzen Existenzgeschichte hatte die Festung kein einziges Mal in der Gefechtsaktion teilgenommen, doch während des zweiten Weltkrieges wurde das Tor stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude nicht wiederhergestellt und stand kurz vor dem Abbruch bis ins Jahr 1960, als ihm durch die Bestimmung von dem Ministerrat der RSFSR den Baudenkmalstatus verliehen wurde.
Ungeachtet des Baudenkmalstatus verblieb das Tor in der Tat herrenlos und setzte fort zu zerfallen, wie der größte Teil der deutschen Gebäude im Gebiet Kaliningrad. Die Lage auf dem geschlossenen Gelände des Güterbahnhofes und der Einsatz als Lagergebäude haben das Tor gerettet.
Seit dem Jahr 2007 wurde das Bauvorhaben dem Museum des Weltmeeres übergegeben und die Wiederherstellung fing an. Obwohl die Leiter des Wiederherstellungsprojektes versprochen hatten, das Tor zum Tag der Stadt im Jahr 2010 zu eröffnen, wurden alle Arbeiten nur jetzt beendet. Außer der Wiederherstellung des Gebäudes wurde das Terrain um es herum in Ordnung gebracht, es wurde mit Kacheln ausgelegt und umgezäunt, der Hof wurde mit den Blumen geschmückt. Es gibt keine Spur mehr von der Zerrüttung, die dort noch im Jahr 2009 geherrscht hat. Das Gebäude wurde praktisch in den originären Zustand gebracht. Das Einzige, das den Eindruck verdirbt, ist die Nachbarschaft mit den Unternehmen, Autoservices und Lagern. Doch die Museumsmitarbeiter hoffen, dass diese mit der Zeit ihre Terrains in Ordnung bringen werden.
Die Leiterin des Weltmeeresmuseums Swetlana Siwkowa hat mitgeteilt, dass es viel schwieriger war, dieses Tor wiederherzustellen im Vergleich zum Königstor. Außer der gesamten Verwahrlosung kam das Geld teilweise ein, weil der Auftraggeber für die Wiederherstellung das Kulturministerium war und der Auftragnehmer jedes Jahr sich änderte, was die Arbeitsausführung erschwerte. Zur Wiederherstellung wurden die Fachleute sowohl aus Kaliningrad als auch aus Sankt Petersburg und Welikij Nowgorod herangezogen. Der Weg zum Tor auf der Portowaja Straße wurde mit der Hilfe von der Stadtverwaltung neuaufgebaut.
Ausstellungsgegenstände werden aus den verschiedenen Regionen von Russland hergebracht. Die Ausstellung „Die Auferstehung von den Schiffen“ wurde Peter dem Ersten gewidmet, der die Festung im Jahr 1697 besucht und Bombardierwesen studiert hatte. „Der Nachenshof“ wird gegen Ende dieses Jahres gebaut, in den Pavillons werden die Modelle der traditionellen russischen Bote untergebracht und in dem Museum wird die Geschichte der Marine und der Seefahrt vertreten. Die Museumsmitarbeiter haben erzählt, dass in dem Hof die Fachleute aus der technischen Fachschule bei der Schiffswerft und der Schule der jungen Seeleute aus Pionerskij selbständig ein Schiff bauen werden, das sogar die See befahren wird.
Außerdem werden die Gäste eingeladen, die Aussichtsplatform eines der wiederhergestellten Türme am Friedrichstor zu besuchen, von welchem eine unbekannte Aussicht auf Kaliningrad sich öffnet. Von dem Aussichtsturm öffnet sich das Panorama des Hafens, der Eisenbahn und des Stadtzentrums. Ein für Touristen und Einwohner nicht besonders attraktiver Stadtbezirk ist jetzt mit den edlen Türmen verziert, die mit der Andreewskij Flagge geschmückt sind.
Bericht: Alexander Martschenko, Photo: Kirill Kleikov
Дмитрий Медведев сам решал, какому журналисту дать слово.
В ФРГ эксперты остались разочарованы пресс-конференцией российского президента Дмитрия Медведева. И не только потому, что глава государства не дал ответа на вопрос о возможном участии в будущей избирательной кампании.
Немецких экспертов по России пресс-конференция, которую провел в подмосковном Сколково Дмитрий Медведев, немного разочаровала. "На центральный вопрос - кто будет баллотироваться в президенты, Медведев так и не ответил", - отметил профессор Эберхард Шнайдер (Eberhard Schneider) из исследовательского центра "ЕС - Россия". Кроме того, по его словам, президент не озвучил принципиально новых идей. "Мы видели типичного Медведева", - прокомментировал пресс-конференцию Александр Рар (Alexander Rahr), директор Центра имени Бертольда Бейца Германского общества внешней политики. Эксперты сошлись во мнении, что Медведев готов снова участвовать в президентских выборах, но только в случае достижения соответствующей договоренности с Путиным.
Am 1. Mai wurden alle Wasserspiele in Kaliningrad in Betrieb genommen– am Platz des Sieges, am Stadion „Baltika“, am Monument „Mutter-Russland“, bei der Skulptur „K?mpfende Wisente“, am Haus der K?nste, am Oberteich und in anderen Stadtbezirken. Traditionsgem?? begann die Inbetriebnahme der Springbrunnen am Mittag auf dem Hauptplatz der Stadt – dem Platz des Sieges. Hier gratulierten die Kaliningrader Stadtbeh?rden den Kaliningradern. Auf dem Galakonzert traten die besten K?nstlergruppen der Stadt auf.
Array
Dieses Wasserspiel wurde im September 2008 er?ffnet. Die Rekonstruktion der Uferpromenade am Oberteich wird auf Initiative der Ehefrau des ehemaligen Pr?sidenten Russlands, Ludmilla Putina, durchgef?hrt. Auf dem Westufer entlang der Uliza Th?lmann (Th?lmannstra?e) und gegen?ber dem Park „Junost“ wurden Uferbauarbeiten durchgef?hrt und eine vom Kanal K-1 bis zum Fluss Golubaja f?hrende, ungef?hr einen halben Kilometer lange Uferstra?e gebaut. Die Verkleidung der Umfassungsmauer auf der Uferstra?e ist aus einem dauerhaften nat?rlichen Material, Granit, ausgef?hrt. Die Promenade ist mit Glockenspiel, Stra?enlampen und einem Beleuchtungssystem ausgestattet. ?ber den Fluss Golubaja ist eine neue Fu?g?ngerbr?cke geschlagen worden. An der Uferpromenade kann man auf einem Weg spazieren gehen, der mit neuen Klinkern gepflastert wurde. Parallel zum Fu?weg wurde der erste mit Spezialklinkern gepflasterte Fahrradweg Kaliningrads verlegt. Zwei Wasserkunstanlagen mit den Namen „Stiller Platz“ und „Am Blauen Bach“ erg?nzen das Architekturensemble der Uferstra?e.
Am 30. Juni fand in dem malerischen Ort des Bagrationowsker Kreises das traditionelle Sommerfest der deutschen Unternehmer statt. G?ste des landwirtschaftlichen Komplexes und des ?kologischen und aktiven Tourismus „Hof Muschkino“ waren russische Partner, Vertreter der Regierung des Kaliningrader Gebietes, der Stadtverwaltung Kaliningrads, anderer Gemeinden der Region, f?deraler Strukturen, von Unternehmensvereinen, der Firmen „Landis Trading Kaliningrad“ GmbH, „Grammer-Kaliningrad“ GmbH, des „Reiseb?ro Sputnik – von Rahden“, der HiPP GmbH und der „Stahlbau Stieblich“ GmbH.
Mit Begr??ungsworten traten auf: Dr. Stephan Stein, Leiter der Vertretungen der Handelskammer Hamburg in Kaliningrad und Sankt Petersburg, Leiter der Filiale «Nord-West» der Russisch-deutschen Au?enhandelskammer und Michail Pljuchin, Minister f?r regionale Entwicklung und Zusammenarbeit mit den Organen der ?rtlichen Selbstverwaltung der Regierung des Kaliningrader Gebietes. Das Fest besuchten auch der ehemalige Gouverneur Wladimir Egorow, Abgeordnete und andere Ehreng?ste. In seiner kurzen Rede, beeindruckt vom Gesehenen, schlug Michail Pljuchin vor, Herrn Stein den Titel „des Entdeckers neuer sch?ner Gegenden im Kaliningrader Gebiet“ zu verleihen. Diese Worte wurden von den Anwesenden mit Beifall begleitet und sind zu einer wahren Devise dieses Festes geworden. Und wirklich, hier gab es Einiges zum Staunen.
Nur 25 km von Kaliningrad entfernt – und die G?ste gelangen an einen ?u?erst anziehenden Ort, welcher ?ber alles f?r eine interessante, aktive Erholung verf?gt. Dazu verf?gt der Hof Muschkino (ehemals Gut Morren) ?ber eine reiche Geschichte. Der beginnende Regen ver?nderte das Programm etwas. Leider gelang es nicht, Edelhirsche beim Grasen (von diesen sind 75 St?ck hier und sogar noch eine Lama als Zugabe!) zu sehen und Tontauben zu schie?en. Jedoch versp?rte man keine Entt?uschung dar?ber. Gro?es Interesse l?ste das Forellenangeln aus. In knapp einer halben Stunde wurde eine ordentliche Menge dieses f?r diese Orte ausreichend seltenen, doch sch?nen und kr?ftigen Fisches gefangen, noch mehr entschl?pften. Immerhin, f?r ihren Fang ben?tigt man doch eine Vorbereitung. Aber deren Mangel glich der Eifer der Fischer aus! Ein unvergesslicher Anblick! Daselbst fand die Er?ffnung eines Golf-Clubs statt und jeder der es w?nschte konnte die Meisterklasse erhalten. Die Meisten hielten den Golfschl?ger zum ersten Mal in der Hand und ihre hartn?ckigen Versuche, den Ball zu schlagen, lockten ein L?cheln hervor.
Es fanden sich aber auch richtige Meister. Bereits zum zweiten Mal w?hrend dieses Abends ?berraschte Dr. Stein alle anderen. Von seinem Schlag flog der Ball so weit, dass sich die Anwesenden im Spa? wegen der in der Ferne spazierenden und auf die Menschen nicht achtenden St?rche Sorgen machten. Der Ball erreichte sie nat?rlich nicht, doch h?rte man gleich Stimmen: „Und wer wird die B?lle jetzt einsammeln?“ Wirklich, bis jetzt flogen sie nur 10-15 Meter weit, doch f?r diesen musste jemand sehr lange gehen. Ja, da kann man sich ein Beispiel nehmen. Auf so eine k?rperliche Verfassung kann man nur neidisch sein! Und welches Fest kommt ohne Bewirtung aus! Der gastfreundliche Hausherr Alexander Sakanov gab sich redlich M?he! So eine Vielfalt an Wildgerichten sahen die Meisten vielleicht nur im Kino. Insgesamt gereichte das Fest zur Ehre. Verwunderlich war nur noch, dass fast keiner der Anwesenden, einschlie?lich der Kaliningrader, bis jetzt von diesem Hof wusste. ?brigens f?gte Alexander Sakanov hinzu, dass der Weg von Kaliningrad bald noch k?rzer wird. Jetzt wird eine Abzweigung von der „Berlinka“* gebaut, die die Fahrt in eine Sache von wenigen Minuten wandeln wird. Was den Titel des „Entdeckers“ angeht, au?er dass er ein Ehrentitel ist, verpflichtet er ja zu Vielem. Aber irgendwie zweifle ich nicht ein bisschen daran, dass Herr Stein noch f?r uns nicht nur einen so wunderbaren Ort entdeckt. Ich wage es Ihnen zu versichern, in Kaliningrad gibt es eine Unmenge davon. Hauptsache, dass es Leute gibt, die sorgsam mit der Vergangenheit umgehen und aktiv eine glorreiche Zukunft schaffen, die das reiche Kulturerbe bewahren und vervielf?ltigen und verm?gen entsprechend dem Zeitgeist zu arbeiten, ungeachtet angemessen aller Krisen.
Und diese Leute gibt es hier!
Array
*“Berlinka“ – Volkst?mliche Bezeichnung der Autobahn K?nigsberg-Berlin, die in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut wurde. Der Kaliningrader Abschnitt ist fast v?llig rekonstruiert und wird mit der Er?ffnung des neuen Grenz?berganges Mamonowo-2 - Gzhekhotki im Jahr 2011 auf Hochtouren arbeiten.
Die Halbrotunde stellte eine Bank aus kunstlichem Sandstein mit Balustrade, geschmuckt mit Marmorbuste
der Konigin und Blumen, dar.
In Kaliningrad hat man vor, die Luisen-Halbrotunde im Zentralpark zu restaurieren. In der Pressekonferenz haben die Initiatoren die schon fertig gestellte Kopie der Büste gezeigt und besprochen, was und wie in absehbarer Zeit zu machen ist.
Die Büste war der Mittelpunkt aller Aufmerksamkeiten während der Konferenz, wobei es tatsächlich sogar zwei Büsten waren. Auf dem Postament standen vor den Versammelten zwei Königinnen, als ob Luise eine Zwillingsschwester gehabt hätte. Die erste Büste war das Gipsmodell nach dem Bronzeoriginal in Berlin- Charlottenburg, gegossen von Christian Rauch; die andere war ein Gußstück aus Kunststein, die nach dem Gipsmodell gegossen wurde und momentan im Park aufgestellt ist.
Die Geschichte der Wiederkehr von Königin Luise ist überaus verwickelt. Alles begann mit einer Ausstellung, die das Kaliningrader Museum „Friedländer Tor“ organisierte. Die Ausstellung war der Königin Luise gewidmet und man kam auf die Idee, die alte Rotunde mit der Büste zu restaurieren, die noch im Jahre 1874 im Königsberger Luisen-Park nach dem Plan von Wilhelm I., des deutschen Kaisers und des geliebten Sohnes von Luise aufgestellt wurde.
Alle Deutschen, die diese Ausstellung besuchten, waren sehr begeistert von der Restaurierung. Vier Touristen aus Berlin haben auf ihre Kosten eine Gipskopie der Luisenbüste machen lassen. Danach sandten sie diese Kopie an die Adresse des Zentralparks in Kaliningrad.
Array
Zwei Luisen.
Eine Kopie aus Gips und ein Guss aus Kunststein.
Das Paket war angekommen, aber niemand hat etwas damit anzufangen gewusst und so hat man zunächst auch nichts damit unternommen. Die Büste wurde irgendwo abgestellt und man ging in Abwarteposition. Inzwischen war man in Deutschland schon unruhig geworden, weil nichts mehr über diese Angelegenheit zu erfahren war. Viele Fragen tauchten auf. Schließlich wollte man Gewißheit haben, was mit der Gipskopie geschehen ist und so schrieb man 2009 einen Brief nach Kaliningrad. Irgendwann kam dann bei den Mitarbeitern des Museums „Friedländer Tor“ dieser Brief aus Deutschland auf ihren Tisch. Erst hier war der Brief in den richtigen Händen. Nun gingen die Mitarbeiter des Museums der Sache nach und schließlich kam die Büste in die Hände der Leute, die sie wirklich brauchten.
Die neue Leitung des Parks brachte alles in Ordnung. Heute sind der Zentralpark und das Museum „Friedländer Tor“ interessierte Partner, die mit viel Freude daran arbeiten, das verlorene Denkmal zu restaurieren.
Die Kopie der Büste zur Aufstellung im Park hat die Restaurationswerkstatt „Nasledie“ („Das Erbe“) aus Sankt Petersburg unentgeltlich gegossen. Die Vertreterin des Generaldirektors, Julia Loginowa, erzählte, dass die Königsberger Luise aus Marmor war. Das moderne Skulpturverfahren gab aber keine Gewähr, dass die neue Variante und Rauchs Schaffen visuell identisch sein werden. Deswegen hat man sich entschlossen, den Kunststein zu benutzen, der zu 80 Prozent aus Marmor besteht. Dieses Material ist auch gegen Wettereinflüsse und Luftverschmutzung beständiger und besser gegen Vandalismus geschützt.
Außer der Skulptur selbst sind noch die verloren gegangenen dekorativen Elemente zu restaurieren. Das sind beispielsweise Vasen, Baluster und der Ring, in dem die Büste aufgestellt war. Alles wird wie ursprünglich aus Sandstein gemacht.
Auf der erhalten gebliebenen Rotunde werden auch Restaurations- und Befestigungsarbeiten durchgeführt. Das nahe liegende Grundstück mit der steinernen Treppe, die zum Bach herunter führt, wird ebenfalls in Ordnung gebracht.
Swetlana Sokolowa, Leiterin des Museums „Friedländer Tor“, sagte zu der Angelegenheit, dass die ersten Restaurations- und Befestigungsarbeiten am vorhandenen Objekt 1,7 Mio. Rubel und weitere Arbeiten zur Herstellung der damaligen Gestalt der Halbrotunde noch 1,8 Mio. Rubel kosten werden.
Die gesamten Arbeiten sollen im September 2012 abgeschlossen sein, denn in diesem Monat wird in Russland der Sieg über Napoleons Armee gefeiert. Es ist bekannt, dass die Königin Luise eine wichtige Rolle zur Zeit der Napoleonkriege spielte.
Ob nun alles nach Plan läuft, hängt allein von den Geldern der Sponsoren ab. Mit der Haushaltsfinanzierung ist jedenfalls nicht zu rechnen.
Swetlana Sokolowa betonte in ihren Ausführungen, dass die Absolventinnen des Königsberger Luisengymnasiums (jetzt Bauakademie) ihren Wunsch äußerten, an der Neubelebung des Denkmals mitwirken zu können. „Sie möchten nicht, dass die Restaurierungskosten nur die deutsche Seite trägt“, so Frau Sokolowa. Sie erwähnte auch, dass die Königsberger damals auf ihre Kosten das Denkmal gebaut haben. Dies ist ein gutes Beispiel für die Kaliningrader.
Aristide Fenster, der deutsche Generalkonsul, hat seine Hilfe bei der Suche nach Sponsoren zugesagt. Er hat die Initiative der Denkmalrestaurierung durchaus hoch eingeschätzt und betont, dass sie von einer großen kulturell-politischen Bedeutung ist: die Königin Luise ist das Symbol für die russisch-deutsche Freundschaft. Das Projekt ist ambitiös und nimmt viele Kräfte in Anspruch. Aristide Fenster hofft, dass die Initiatoren enthusiastisch genug sind, um es auch zu vollenden.
Der M?zen Oleg Schkiel f?rderte 2005 den Bau eines neuen Raubkatzengeheges im Kaliningrader Zoo. L?wen und Tiger zogen aus den engen Steinzellen in die bequemen Freigehege um, die Lebensbedingungen nahe denen in freier Wildbahn bieten. Im Februar 2006 bezahlte Oleg Schkiel den Transport eines jungen L?wen aus den Niederlanden in den Zoo Kaliningrads. Der K?nig der Tiere tr?gt den Namen Bonifazius. Im Februar haben der L?we Bonifazius und seine Freundin Tissa Nachwuchs bekommen - 3 L?wenm?dchen und einen -jungen. Am 7. M?rz wurden die Neugeborenen zum ersten Mal Besuchern gezeigt– diese stellten sich als Vertreter der Massenmedien heraus. Wie die Direktorin des Kaliningrader Zoos Ljudmila Anoka berichtete, bekamen die L?wenkinder vor Kurzem ihre Namen – Herkules, Darina, Vilia und Christina. Zurzeit laufen Gespr?che mit Vertretern des Kiewer Zoos ?ber den m?glichen Erwerb von L?wenjungen. Somit ist es absolut m?glich, dass unser Nachwuchs in K?rze die Besucher des Ukrainischen Wildtierparks erfreuen wird.
Der Heringstag in Kaliningrad ist ein inoffizielles Fest. Man kann es ernsthaft Volksfest nennen. Dieses, weil es aus dem Volk hervorgegangen ist und nicht von den Beh?rden initiiert wurde. Ausserdem kommen zum Fest 30-40 Tausend Menschen. Der Hering ist schon 300 Jahre der Volksfisch in Russland.
Der zweite Aprilsamstag macht das Museum des Weltmeeres* und seine Umgebung zu einem menschlichen Ameisenhaufen. Wenn man auf dieses Gedr?nge am 11. April schaut, f?llt einem mit Staunen ein: zum ersten Mal veranstaltete man dieses Fest 2006. Doch es ist ein Gef?hl, als feiere man das Fest schon viele Jahrzehnte. Die Initiative der Museumsdirektorin Swetlana Sivkova und ihres Teams hat sich als ?u?erst gefragt erwiesen. Der Heringstag hat nicht nur gefallen, er wird zu einerneuen Tradition in Kaliningrad. Warum Heringstag? Die Antwort ist so einfach wie ihre Begr?ndung. Erstens, wie schon gesagt, Hering ist der Nationalfisch in Ru?land. Zweitens war K?nigsberg fast 3 Jahrhunderte lang einer der Hauptlieferanten dieser Kostbarkeit nach Ru?land. Und drittens wurde Hering tats?chlich zum «Goldfischchen» f?r die Stadt, die sp?ter Kaliningrad wurde. Mit den Heringsexpeditionen in den Nordatlantik hat die Entwicklung des riesigen Fischerei-Industrie-Komplexes begonnen. Die Steuern davon halfen, nach dem 2. Weltkrieg die H?lfte der Stadt wieder aufzubauen. Geschichte ist Geschichte, und Fest ist Fest. Jedes Jahr wiederholt sich das Ritual: Am Peter-der-Gro?e-Damm legt ein Kutter an, von Bord gehen der B?rgermeister (heute ist es Alexander Jaroschuk) und die Direktorin des Museums des Weltmeeres Swetlana Sivkova. Ihnen werden F?sschen mit gesalzenem Hering ?berreicht und so beginnt die Vorstellung.
Array
Wie ?blich haben T?nzer und S?nger ihr Programm vorgef?hrt, Clowns und Kost?mierte haben die Gesellschaft unterhalten. Alle m?glichen Meereserzeugnisse waren auf den riesigen Fischtheken (Held des Tages war der Hering - in allen denkbaren Variationen) zu finden. Gastgeber und G?ste aus dem benachbarten litauischen Palanga boten Ucha (Fischsuppe) an – jeder seine eigene spezielle. Die Menschen nahmen mit gro?em Vergn?gen an den Wettbewerben teil: sangen Seemannslieder und trugen Gedichte vor, sowie Geschichten in reinem Seemannslatein. Kinder ?bten sich im „Heringsmalen“. Doch gab es auch zwei „Hauptgerichte“, die unmittelbar mit dem Kultus „Hering“ verbunden sind. Die am Kai vert?ute Museumsflotte wurde um ein neues Exponat erweitert. SRT-129 (mittelgro?er Fischertrawler) hat am Flu?ufer als ein der Kaliningrader Fischerei gewidmetes Schwimmexponat festgemacht. Diese kleinen und dem Aussehen nach br?chigen K?hne waren die wichtigsten Heringsfangschiffe in den 50-er und 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ehreng?ste waren diejenigen, die Hering mit eigenen H?nden gefangen haben. Alte Seeleute in Dienstm?tzen mit Orden und Medaillen haben die Darbietungen eingesch?tzt und erz?hlten ?ber eigene Erlebnisse.
Die andere „Speise“ ist eine im wahrsten Sinne des Wortes: Neun K?che aus sieben Kaliningrader Restaurants haben mit vereinten Kr?ften das in Russland popul?rste Heringsgericht zubereitet – «Hering im Mantel“.
305 Kilogramm Gewicht und 7 Meter L?nge - ein Weltrekord. Der letzte Rekordhering im Mantel, hergestellt im russischen Murmansk war kleiner: 255 Kilogramm. Die hohe Teilnehmerzahl an dieser Vorstellung erkl?rt sich mit den Ma?st?ben des Geschehens. An Ort und Stelle hat man alle Charakteristiken der Fischspeise offiziell aufgenommen und die Bewerbung um die Eintragung in «Das Buch der Rekorde und Errungenschaften Russlands“ (das russische Analog des „Guinness-Buches der Rekorde“) verfasst. Und dann wurde die gargantuische Herrlichkeit gen?sslich verspeist. Wozu jedes Gericht auch zubereitet wird. Inmitten des Fischfestes hat man Platz auch f?r den technischen Fortschritt gefunden. Der 12. April ist der Tag der Weltraumfahrt und der Geburtstag des Museums des Weltmeeres. Diese zwei Feste hat man im Voraus mit dem Kontakt mit der Equipe der Internationalen Weltraumstation gefeiert. Das am Museumskai liegende Schiff zur kosmischen Kommunikation «Kosmonaut Viktor Pazajev» ist nicht nur ein Exponat, sondern auch ein funktionierender Operator f?r die Weltraumkommunikation. Alle Interessenten konnten die komplizierte Kommunikationsanlage in Betrieb sehen und Gespr?che zwischen der Equipe und dem Flugleitzentrum h?ren.
Wir warten aufs neue Treffen n?chstes Jahr. Findet das Treffen statt? Unbedingt! Hering verschwindet nicht aus unserem Leben. Und wir werden ihm gegen?ber nicht gleichg?ltig. Ein guter Anlass, sich in einer gro?en, sehr gro?en Gesellschaft zusammenzutreffen und sich einen guten Tag zu machen! Tsch??, Hering!
Array
* Das Museum des Weltmeeres ( Museum des Weltozeans) ist das einzige komplexe Museum maritimem Charakters in Ru?land. Es ist ein gro?es Forschungszentrum der Geschichte der Erforschung des Ozeans und seiner Natur. Das Museum verf?gt ?ber reichhaltige Expositionen. An den Kais des Museums in Kaliningrad haben vier historische Schiffe festgemacht, welche als Exponate und Unterbringungsorte der Expositionen benutzt werden: Das wissenschaftliche Forschungsschiff «Vitjaz», das Bahnverfolgungsschiff «Kosmonaut Viktor Pazajev», der mittelgro?e Fischertrawler STR-129, das U-Boot-Museum B-413». Noch ein Schiff alsMuseum, der Eisbrecher «Krassin» befindet sich in Sankt-Petersburg. ** Hering im Mantel – Schicht f?r Schicht in der Form auslegen: klein geschnittene Matjesfiletst?cke, gekochte und grob geraspelte Pellkartoffeln, rote Bete, Karotten, Zwiebeln. Jede Schicht mit Mayonnaise aufstreichen.
Das Museum „Friedländer Tor“ feierte den Beginn des Winters mit der Eröffnung der Ausstellung „Streifzug durch die Geschichte der Feuerwehr Königsbergs / Kaliningrads“. Sie ist dem 20jährigen Bestehens des Ministeriums für Notfälle in der Russischen Föderation (MCS) gewidmet, dem auch der Feuerwehrdienst angehört.
Autofahrer und Busreisende, die am Museum „Friedländer Tor“ vorbeifahren, betrachten mit großem Interesse und auch etwas beängstigend das Feuerwehrauto, das vor dem Eingang steht. Es gibt aber glücklicherweise keinen Rauch aus den Fenstern und Feuerwehrleute sind auch nicht im Einsatz. Das glänzend rote Fahrzeug dient diesesmal nur als Werbung. Ein „Doppelgänger“ von diesem Fahrzeug als riesiges Bild auf einer großen Tafel befindet sich in der Museumshalle. Vor seinem Hintergrund präsentieren sich stolz die Plastikfiguren der Feuerwehrmänner in voller Ausrüstung. Jeder kann sich daneben stellen und so als „Mitglied“ dieses Feuerwehrteams ein Gedenkfoto mit nach Hause nehmen. Den gesamten Saal umranden zahlreihe Expositionsgegenstände, die alle die Geschichte des Feuerlöschens auf unterschiedlicher Weise erzählen. Der Saal ist nicht groß, daher ist die Anzahl der ausgestellten Gegenstände begrenzt. Das macht der Ausstellung aber keinen Abbruch, dem Besucher einen sehr bildhaften und imposanten Eindruck zu vermitteln. Zu sehen ist unter anderem ein alter, mit Edelrost überzogene Feuerwehrhelm sowie Feuerwehrhaken aus noch älteren Zeiten. Sie liegen unter Glas in einem Schaukasten neben Informationstafeln, die über berühmte Brände in Königsberg erzählen. Es wird auch davon berichtet, wie die Feuerabwehr damals organisiert war. Es glänzen in einem anderen Schaufenster Helme aus jüngeren Zeiten, moderne Plastikhelme, mit denen die Feuerwehrleute auch in Rom, Berlin, New York oder Moskau ausgerüstet sind. In einer Ecke steht eine ganze Palette von Feuerlöschern: mit einem von diesen waren die Feuerwehrleute in der UdSSR in den 70er bis 80er Jahren des XX. Jahrhunderts ausgerüstet, ein anderer diente als Standard in der ehemaligen DDR, weitere stammen aus Deutschland und aus der Sowjetunion der Vorkriegszeit. Daneben prunkt die Paradeuniform des deutschen Feuerwehrmannes aus der Weimarer Republik. Nach den Darstellungen von mehr als dreihundert unterschiedlicher Modelle von Feuerwehrautos kann man sich ein fast komplettes Bild vom Feuerwehrdienst im letzten Jahrhundert machen. Und all diese Ausstellungsstücke bilden nur ein Drittel der Gesamtkollektion! Bei einem Blick in eine andere Ecke dieses Museums entdeckt man dort unter den Plastikfiguren auch Menschen aus Fleisch und Blut, die die Uniform des Ministeriums für Notfälle tragen. Während der Ausstellung erzählte einer von ihnen, der Leiter der Hauptverwaltung des MCS Russlands im Kaliningrader Gebiet, General Jurij Chinchukow, wie die Stadt durch die Arbeit seiner Kollegen vom Feuer geschützt wird. Er bemerkte auch, dass in diesem Jahr die russische Feuerwehr ihr 360jähriges Jubiläum feierte und dass es in Königsberg die Feuerwache schon seit dem XIV. Jahrhundert gab. Die Leiterin des Museums, Swetlana Sokolowa, gratulierte den Feuerwehrleuten zum MCS-Jubiläum und lud sie herzlich zum kostenlosen Besuch aller Museumsausstellungen ein. Laut ihrer Meinung verfügen die Brandbekämpfungsdienste in Kaliningrad über eine Menge von hoch interessanten Exponaten, wovon nur ein geringer Teil in dieser Ausstellung gezeigt werden kann. Diese Besitztümer könnten ein Startpunkt für die Errichtung eines eigenständigen Feuerwehrmuseums werden. Zu den Ausstellungshighlights gehörten zwei Auftritte. Einer von ihnen wurde durch eine Schülergruppe aus Gurjevsk/Neuhausen vorbereitet, die der freiwilligen Feuerwehrhelfergruppe angehören. Diese Gruppe besteht nur aus Mädchen. Wie ihre Gruppenleiterin sagte, meistern die jungen Feuerwächterinnen ganz erfolgreich ihre Feuerwehrausbildung nach speziellen Programmen. Ihre Analyse der Feuerwehrgeschichte erhielt den ersten Platz im Kaliningrader Gebiet unter den wissenschaftlichen Arbeiten im Schulrahmen. Der Einsatz von den Feuerwehrleuten in der Praxis wurde mit der Hilfe eines Videos „Die Brandliquidation“ demonstriert. Der Film wurde dabei an die Wand projiziert, wo gleich unter der Leinwand eine echte Flamme in einem alten Kamin für die Realitätsnähe der Darstellung sorgte. Zu diesem Anlass gab es keine Beanstandungen von den im Saal anwesenden Prüfern, da sich so viele Feuerwehreinheiten auf einer Fläche verteilten, dass jede Bedrohung durch einen Brand gleich ein
Das Kaliningrader Gebiet versinkt immer tiefer im Strudel der skandal?sen Ereignisse rund um die ?bergabe der Kirchengeb?ude aus dem Staatseigentum in das Eigentum der russisch- orthodoxen Kirche. Die Entscheidungen der Regierung tragen zu Konflikten in der Gesellschaft bei und versch?rfen die Spannungen zwischen den Konfessionen. Zwischenstaatliche Probleme treten zum Vorschein. Wir als Redaktion ahnten die M?glichkeit einer solchen negativen Entwicklung (siehe unseren letzten Artikel zu diesem Thema in der KA, № 12, vom Juni 2010). Diese negative Entwicklung h?tte verhindert werden k?nnen, wenn die Staatsduma das Gesetz zur ?bergabe der kirchlichen Geb?ude, das mit dem Beginn des neuen Jahres wirksam wird, mit einem Zusatzartikel zum Sonderstatus des Kaliningrader Gebietes erg?nzt h?tte. Doch das geschah nicht. Unsere Bef?rchtungen wurden Realit?t.
Eine vorher bestimmte Entscheidung Zur Erinnerung: noch vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes ?bergab die f?derale Regierung etwa f?nfzig Objekte mit „religi?ser Bestimmung“ in das Eigentum der russisch-orthodoxen Kirche. Dabei handelte es sich um Geb?ude, die von Katholiken und Protestanten zur Zeit Ostpreu?ens errichtet wurden. Eilig folgte auch die Gebietsregierung diesem Beispiel und es kam zur ?bergabe von Geb?uden aus dem staatlichen Eigentum des Kaliningrader Gebietes. Und dann brach der erste Skandal aus. Die Abgeordneten der Gebietsduma verweigerten auf einer Sitzung am 7. Oktober die ?bergabe von 15 Objekten. Darunter befindet sich auch das Kirchengeb?ude von Arnau (heute Marjino), die katholische Pfarrkirche zur Heiligen Familie, in der heute die Kaliningrader Philarmonie beherbergt ist, weiterhin die Luisenkirche (heute Geb?ude des Puppentheaters), das Kirchengeb?ude in Tollmingkehmen (heute Tschistye Prudy), wo das Museum des lutherischen Pastors und Literaten Christian Donalitius beheimatet ist und die Ruinen einer Reihe von Ordensschl?sser. Die Stimmen reichten jedoch f?r eine notwendige Mehrheit nicht aus, weil nur wenige der Abgeordneten von der Regierungspartei „Einiges Russland“ anwesend waren. Allein das ist der einzige Grund. Und das bedeutet, dass die Entscheidung rein zuf?llig geschah und nicht aus ?berzeugung der Mehrheit der regionalen Abgeordneten. Dass die tats?chliche Entscheidung noch vor der Abstimmung feststand, ist also ganz offensichtlich. Und nichts konnte die Abgeordneten der Partei „Einiges Russland“ davon abbringen, die Entscheidung auch offiziell auf einer zus?tzlichen Sitzung am 28. Oktober durchzukriegen. Nur die „Donalitius-Kirche“ wurde aus der Liste genommen. Der Gerechtigkeit wegen muss man erw?hnen, dass die Polemik in der Gebietsduma wirklich umfassend war. Besonders laut wurden die Stimmen der Abgeordneten aus den unterschiedlichsten Str?mungen der Opposition. Viel und ergreifend sprach Wladimir Ryschkow, der Vorsitzende der regionalen Assoziation der Reiseleiter und ?bersetzer. Er f?hrte den Anwesenden einen m?glichen Verlust jener Geb?ude vor Augen, von denen jedes einzelne ein kulturgeschichtliches Denkmal ist. Die Direktorin des Museums „Friedl?nder Tor“, Swetlana Sokolowa, nannte den Vorgang „eine Katastrophe f?r die Kultur der Region“. Doch das bewegte die Mehrheit der Abgeordneten nicht dazu, ihre Position zu ?ndern.
Die Kultur vor dem „Anti-Kultur-Gesetz“ retten Wir wollen die Intention der Mehrheit der Abgeordneten kurz zusammenfassen: Man muss es bis zum 01. Januar 2011 schaffen, alles an die russisch-orthodoxe Kirche zu ?bergeben, denn von diesem Zeitpunkt ab gilt das neue Gesetz, wonach die Kirchen nur an ihre ehemaligen Besitzer ?bergeben werden k?nnen: an die r?misch-katholischen Kirche und an die Protestanten. Es folgt die Argumentation, dass die „alten“ Eigent?mer kulturelle und bildende Einrichtungen vor die T?r setzen w?rden. Die russisch-orthodoxe Kirche hingegen habe versprochen, sie zu bewahren. So sprach Alexander Kusnezov, ein Abgeordneter von der Partei „Einiges Russland“, folgende Worte: „Wenn wir diesen Schritt nicht heute tun, werden wir morgen all das verlieren, zumindest in der Gestalt, wie es gegenw?rtig verwendet wird.“ Unterst?tzt wird er von vielen seiner Parteigenossen, z.B. von Felix Alexeev: „Angesichts des neuen f?deralen Gesetzes haben wir einfach keine Wahl.“ Die Position der beg?nstigten Seite, der russisch-orthodoxen Kirche, ist ?hnlich. Doch wenn man anfangs die Gefahr betonte, die vom Gesetz zur ?bergabe der kirchlichen Bauten ausgehen w?rde und den Wunsch ber?cksichtigt, diese Gefahr abzuwenden, werden heute auch andere Motive erl?utert. Der Leiter der ?ffentlichkeitsarbeit der Kaliningrader Gemeinde der russisch-orthodoxen Kirche, Michail Seleznew, teilte w?hrend eines Interviews einem Internetportal mit: „Nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird kein Objekt mehr zum Eigentum der russisch-orthodoxen Kirche werden k?nnen. Das ist der Hauptgrund f?r die Massen?bergabe der kirchlichen Baueinrichtungen im Kaliningrader Gebiet.“ Zun?chst m?ssen wir der Frage nachgehen, wie real die Gefahr ist, vor der die regionale Regierung und die russisch-orthodoxe Kirche warnen. Es ist schwer, Vorhersagen zu treffen. Das f?derale Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten, es sind noch nicht einmal alle notwendigen Lesungen im Parlament durchgef?hrt worden, von der Unterschrift des Pr?sidenten ganz zu schweigen. Deshalb gibt es keine Praxis zur Anwendung des Gesetzes. Die Gefahren k?nnten sich verwirklichen; vielleicht aber auch nicht. Andererseits weisen die Opponenten darauf hin, dass das Gesetz eine Klausel enth?lt, welche die Anspr?che religi?ser Organisationen mit leitenden Zentren im Ausland begrenzt. Und als Letztes sieht das Gesetz keine sofortige R?umung ?ffentlicher Einrichtungen aus den Kirchengeb?uden vor. F?r die Suche und den Bau neuer R?umlichkeiten wird eine Frist von sechs Jahren nach der positiven Entscheidung zur ?bergabe des Objektes erteilt. Die Stimmung brodelt. Man muss blind sein, um es nicht zu erkennen. Und blind ist nicht einmal der russische Patriarch Kirill. Mit einem besonderen Apell wendete er sich an die Einwohner des Gebietes. Er sagte, dass es nicht immer leichte L?sungswege f?r Probleme g?be und garantierte die Bewahrung der kulturellen Einrichtungen innerhalb der kirchlichen W?nde. Doch der Zwiespalt wird von Tag zu Tag gr??er und die banale Eigentumsfrage droht sich in eine Glaubensfrage zu verwandeln, eine Frage der Beziehung zwischen Gl?ubigen und Ungl?ubigen.
Der Konflikt mit den Katholiken und Litauens befremdete Haltung Die eilige ?bergabe der Pfarrkirche zur Heiligen Familie an die russisch-orthodoxe Kirche f?hrte zu einer scharfen Kritik durch den katholischen Bischof von Moskau, Paul Pezzi. Schlie?lich erhob die katholische Kirche 20 Jahre lang Anspruch auf das Geb?ude, welcher mit der Begr?ndung „unm?glich“ abgelehnt wurde. Er nannte die ?bergabe des Kirchengeb?udes an die orthodoxe Kirche einen tiefen Fehler und beschuldigte faktisch die Regierung der Diskriminierung nach der Glaubenszugeh?rigkeit. Die Kaliningrader Gemeinde der russisch-orthodoxen Kirche antwortete im ?hnlich scharfen Ton darauf: „Solche Erkl?rungen sind dazu f?hig, die Zusammenarbeit zwischen unseren Kirchen erheblich zu st?ren, nicht nur innerhalb des Kaliningrader Gebietes“. Wird der Konflikt zwischen den beiden christlichen Konfessionen zum Eskalieren kommen? Wird man es schaffen, den religi?sen Frieden, die Zusammenarbeit und die Toleranz, durch welche sich das Kaliningrader Gebiet immer auszeichnete, zu bewahren? Noch vor einigen Monaten erschienen diese Begriffe als fest verankert. Der Eigentumsstreit verbreitete sich schnell ?ber die Grenzen des Kaliningrader Gebietes hinaus. Die Absicht, die „Donalitius-Kirche“ in das Eigentum der russisch-orthodoxen Kirche zu ?berf?hren, versetzte die Bev?lkerung und Regierung Litauens in Erstaunen. Ihre Besorgnis ?ber die Lage sprach die Staatspr?sidentin Dalia Grybauskaite aus. Nur ihrer Reaktion ist es zu verdanken, dass der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, Nikolai Zukanov, diese Kirche von der Liste strich. Aber nicht einmal das ist endg?ltig. Nun wird man ?ber die Zukunft des Objekts mit litauischen Vertretern diskutieren. Und die russisch-orthodoxe Kirche besteht weiterhin auf die ?bergabe des Museums in ihre H?nde. Kurz vor den Feierlichkeiten anl?sslich des 300j?hrigen Jubil?ums von Christian Donalitius, der in die Liste herausragender Kulturtr?ger der UNESCO aufgenommen ist, erscheint die Geschichte mit der Kirche in Tschistye Prudy (Tollkmingkehmen) als eine schlechte Provokation, die den Beziehungen der Region mit den Nachbarn schaden kann. Wir haben lange ?berlegt, konnten aber die Frage nach dem „Wozu“ dennoch nicht mit Hilfe rationaler Argumente selbstst?ndig beantworten.
Protestaktionen mit einer „antiklerikalen“ F?rbung Die ?ffentliche Resonanz ?ber die Entscheidung der Regierung, welche ohne eine breite Diskussion mit der ?ffentlichkeit getroffen wurde, m?ndete gar in gro?en Protestaktionen. Am 14. November fand in Kaliningrad eine Demonstration gegen die ?bergabe des Gebietseigentums in das Eigentum der russisch-orthodoxen Kirche statt. Etwa 250 bis 300 Menschen versammelten sich. Zieht man in Betracht, dass die Organisatoren des Meetings weder bekannte, noch einflussreiche politische Personen waren, ist das eine gro?e Menge. Die beiden Parteien „Patrioten Russlands“ und „Jabloko“ schlossen sich der Demonstration an. Der Hauptanteil der Demonstranten wurde nicht wie gewohnt von politischen Aktivisten gebildet, sondern von Vertretern kreativer Berufe wie Lehrern, Universit?tsprofessoren und Mitarbeitern bestimmt. Neben der Kritik der Regierung kam die antiklerikale Stimmung auf den Plakaten zum Ausdruck. Wahrscheinlich, ist es wieder so ein typisches und einmaliges Kaliningrader Ereignis. Gegen die russisch-orthodoxe Kirche gab es in Russland bisher keine Demos. Parallel dazu sprachen einige Dutzend Kultur- und Kunstmitarbeiter der Region ihre negative Einstellung zur gegenw?rtigen Lage in einem Brief an den Pr?sidenten Dmitrij Medwedew aus. Man bat ihn, eine ?nderung in das Gesetz einzubringen, die die Lage normalisiert.
Eine richtige Entscheidung oder Theater des Absurden? Die Christ Erl?ser Kirche ist gegen?ber dem Platz der Demonstration. Nach einigen gescheiterten Versuchen gelingt es uns Redakteuren der „K?nigsberger Allgemeinen“, mit einer Kirchenbesucherin zu sprechen. „Ob ich von der Demonstration wei?? – Nat?rlich“, sagt Olga. „Und ich bin ihr gegen?ber negativ eingestellt. Da wird das Ansehen der Kirche untermauert, davon habe ich im Internet genug gelesen.“ Wir stellten die Frage nach ihrer pers?nlichen Meinung zur ?bergabe der Philharmonie- und Theatergeb?ude an die russisch-orthodoxe Kirche. Daraufhin wollte Olga gehen, entschloss sich kurzerhand aber doch noch, die Frage zu beantworten: „Ich glaube, dass es richtig ist. Ein Kirchengeb?ude sollte der Kirche geh?ren. Und unsere Kirche wird der Kultur nicht schaden. Ich bin ?konomistin von Beruf und rationales Denken gew?hnt. So verstehe ich nicht, warum die Kirche Schlossruinen aufnehmen m?chte und was sie beabsichtigt, mit ihnen zu machen. Doch meine Zweifel wurden durch die Worte des Patriarchen beruhigt. Er sagte, dass die orthodoxe Kirche nie ihr Wohl auf Kosten anderer anstrebe. Ich glaube, dass sich alles zum Besseren wenden wird. Mich macht nur traurig, dass ich meine Meinung vor Kollegen und Verwandten rechtfertigen muss.“ Nach diesem Interview fragten wir auch einen Abgeordneten aus der Opposition, den Vorsitzenden der Partei „Russlands Patrioten“ und Gewerkschafts- aktivisten Michail Tschesalin, nach seiner Meinung zum Thema. „Die Partei Einiges Russland wei? um ihre schlechten Umfrage- und Rankingergebnisse und versucht deshalb, die russisch-orthodoxe Kirche zu missbrauchen, um die Gl?ubigen f?r die n?chste Wahl zu gewinnen. Daf?r sind sie bereit, sogar etwas in die Waagschale zu werfen, was ihnen eigentlich gar nicht geh?rt, sondern Volkseigentum ist.“ Damit etwas ins Eigentum ?berf?hrt werden kann, muss das Objekt zun?chst registriert und ins Grundbuch eingetragen werden, genau wie das anliegende Grundst?ck. Das wurde nicht getan. Dazu kommt noch, dass Ruinen in der russischen Gesetzespraxis noch nicht als Immobilie betrachtet wurden. Was soll dann an die Kirche ?bergeben werden? Das ist Theater des politisch Absurden.
Der Preis f?r den kostenlose Speck aus der Mausefalle Doch Theater ist keine harmlose Angelegenheit. Diesbez?glich sagte Tschechov: „H?ngt in einer Theaterauff?hrung im ersten Akt ein Gewehr an der Wand, so wird es im Letzten unbedingt schie?en.“ Ob der Staat versteht, was er tut? Seine Reaktion l?sst keine positive Antwort vermuten. Als dieser Artikel geschrieben wurde, ging das Gesetz zur ?bergabe des kirchlichen Geb?udes erfolgreich in die zweite Lesung; der Fall Kaliningrad wurde erst gar nicht neu diskutiert. Warum ?brigens? Schon der ehemalige Gouverneur Georgij Boos sagte, dass eine Bitte um Ver?nderung eingereicht wurde. Doch Michail Tschesalin zweifelt das an: „Die Gebietsregierung hat keine gesetzgebende Inintiative bei der Staatsduma. Die Vorschl?ge zu Gesetzes?nderungen und Verbesserungen k?nnen nur ?ber die Gebietsduma eingebracht werden. Und ich als Abgeordneter habe von diesen nichts geh?rt und keine Dokumente zu diesem Thema gesehen“. Ja, das alles ?hnelt einem Spiel. Doch wer geht daraus als Sieger, wer als Verlierer hervor? Ein russisches Sprichwort sagt: „Kostenlosen Speck gibt es nur in der Mausefalle“. Und den wahren Preis des heute unentgeltlich ?bergebenen Eigentums werden wir erst sp?ter erfahren. Der kleinste denkbare Preis ist das Ansehen der russisch-orthodoxen Kirche im Kaliningrader Gebiet. F?r Russland, ein Land, in dem die Politiker und die Regierung jedes Ansehen schon l?ngst verspielt haben, kann es einen schweren demoralisierenden Schlag darstellen.
Am 3. Oktober waren es 20 Jahre, seitdem Deutschland wieder vereint ist. Anl?sslich dieses besonderen Jubil?ums gab das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad einen Empfang.
Im deutsch-russischen Haus erschienen ?ber 400 G?ste, deren Augen sich eine einzigartige, dem ereignisreichen Jahr 1990 gewidmete Ausstellung ?ffnete. Damals wurde die Parole „Wir sind das Volk“ zum ersten Mal in „Wir sind ein Volk“ umgewandelt. In seiner Ansprache erinnerte der Generalkonsul Dr. Aristide Fenster, dass die deutsche Wiedervereinigung ein Kapitel der Geschichte ist, das an die Verantwortlichkeit gebunden bleibt und den Deutschen das Wunder der Einheit m?glich machte. Und mehr noch: Nach ihr gab es einen Schub von globalen Verl?ufen. „In Deutschland sowie in Europa fing der Verwachsungsprozess von dem an, was urspr?nglich immer schon als einig galt“. Heutzutage kann man die Ergebnisse dieses Prozesses sehen: „Das deutsche Volk ist frei und politisch vereint“, fuhr Herr Fenster fort. „Unsere Grenzen sind sicher, wir befinden uns mitten in einem Kreis von Freunden und Nachbarn; mit 26 von ihnen bildeten wir die Europ?ische Union, ein einzigartiges und erfolgreiches Modell. Trotz vieler Spannungsmomente, die mit der Bew?ltigung des sozialistischen Staatserbes im Osten verbunden sind, freuen wir uns ?ber ein so hohes Lebensniveau, das in anderen L?ndern nur wenige genie?en. Wir sch?tzen die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit hoch ein. Als im Gespr?ch das Thema der deutsch-russischen Beziehungen angef?hrt wurde, unterstrich der deutsche Diplomat deren besondere Wichtigkeit. „Es kann erst auf der Grundlage enger und vertrauter Beziehungen zu Russland Frieden und Wohlstand auf unserem europ?ischen Kontinent geben“. In einem Zeitalter, in dem die Globalisierung Deutschland und Russland vor neue Herausforderungen stellt, legte Herr Fenster gro?e Hoffnungen auf eine Beteiligung bei der wirtschaftlichen Modernisierung Russlands. Er bemerkte au?erdem, dass auch das Kaliningrader Gebiet von den Fr?chten dieser Partnerschaft und Kooperation viel Nutzen haben wird. Dabei bezeichnete er das Gebiet als „den Musterpartner f?r die Bundesl?nder im Rahmen der interregionalen Zusammenarbeit“. Im Namen der neuen Regierung des Kaliningrader Gebietes und des Gouverneurs Nikolai Zukanovs trat die Leiterin des Instituts f?r die internationale Beziehungen des Kalilingrader Gebietes, Silvija Gurova auf. Nach ihr sprachen auch andere prominente Pers?nlichkeiten und Funktion?re. Ganz gleich, ob v?llig oder nicht ganz frei gesprochen, aber jeder fand f?r die Zeremonie herzliche Worte. Es wurden auch Erinnerungsgeschenke ?bergeben. Der offizielle Teil der Veranstaltung wurde dann durch das gesellige Beisammensein abgel?st; nat?rlich auch bei einem Glas traditionellen deutschen Bieres.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 31. Mai 2011 um 21:22 Uhr
Array
Am 11. September feierten die Kaliningrader den Geburtstag ihrer Stadt.
H?hepunkt des Programms war das Feuerwerk, welches jedes Jahr zu einer bestimmten Zeit erwartet wird. Jedes Mal setzen die Bewohner und G?ste der Stadt hohe Erwartungen auf das Feuerwerk und freuen sich auf etwas Bezauberndes und Au?ergew?hnliches. Und bisher wurden sie in diesen Erwartungen nie entt?uscht. Auch diesmal nicht, denn nach Meinung vieler Zuschauer war das Feuerwerk besonders gut gelungen. Begleitet wurde es von einer Lasershow auf den W?nden des ber?hmten Kaliningrader „H??lings-Hauses der R?te“. Eine kleine Intrige gab es jedoch vorweg – sie bestand darin, dass diesmal eine Moskauer Firma den von der Kaliningrader Stadtverwaltung ausgeschriebenen Wettbewerb zur Veranstaltung des Feuerwerks gewonnen hat und damit die bisherige Firma aus der Region abl?ste, die schon seit Jahren mit ihren farbenpr?chtigen Feuerspektakeln die Kaliningrader ?berraschte. Doch buchst?blich im letzten Augenblick erkl?rte die Firma ohne Angabe von Gr?nden, dass sie ihren Verpflichtungen bez?glich des Feuerwerkes nicht nachkommen k?nne. Aus der bedr?ngenden Situation halfen die gepr?ften Meister der Pyrotechnik aus Kaliningrad. Wom?glich hat diese Situation ihnen sogar neuen Ansporn gegeben, wor?ber sich Zehntausende der Einwohner und G?ste der Stadt Kaliningrad gefreut haben. Begonnen hat das Stadtjubil?um mit einer morgendlichen Gymnastik, welche f?r die vielen Versammelten am Stadion „Baltikum“ von den bekanntesten Sportlern des Gebietes vorgef?hrt wurde. Man muss bemerken, dass es an diesem Tag sehr viele sportliche Angebote gab. Wahrscheinlich viel mehr, als denn je. Hier, am Stadion, demonstrierten die Meister der ?stlichen Kampfk?nste ihr K?nnen. Auf einem extra errichteten Platz mit Hindernissen sind Mannschaften in Parkour gegen einander angetreten.
Die Laufbahnen des Stadions wurden von Autorennfahrern „okkupiert“, die einen Sieger in den kurzen Rallyes suchten und ihr Geschick an den Tag brachten. Im Verlauf einer „Mini-Olympiade“ zeigten die Kosaken ihr K?nnen beim Umgang mit dem S?bel und anderen Attributen des Kosakentums. All das konnte man von dem Gipfel eines k?nstlichen Felsens beobachten, den am liebsten jeder erklimmen wollte. Vor dem Stadioneingang trug der Sport volkst?mliche Charakterz?ge: hier wurden „Bogatyr“-Spiele durchgef?hrt (vergleichbar mit Highlander-Spielen). Man konnte seine Kr?fte zeigen, indem man einen gro?en und schweren Sack m?glichst weit von sich wirft. Sport war auch auf der neuen Uferpromenade des Oberteiches das Hauptereignis. Die Uferpromenade wurde p?nktlich zur Feier des Stadtgeburtstages fertiggestellt; sie ist mit Granit- und Klinkersteinen verlegt. Die h?heren regionalen und st?dtischen Beamten er?ffneten feierlich den neuen Skate-Park. Auf den Skate wagte sich keiner von ihnen – den Politikern reichte eine kurze Fahrradtour auf dem entlang der Promenade errichteten Radweg. Umso mehr freuten sich die jungen Kaliningrader auf das langersehnte Ereignis und mit gro?er Begeisterung probierten sie die Bahnen und Pipes auf ihren BMX-Fahrr?dern, Inlinern und Skates aus. Auf dem Pregel bekamen die Zuschauer und vor allem die Teilnehmer der Jachtrennen ihren Adrenalinanteil. Eine der zentralen Stra?en der Stadt wurde w?hrend des Festes zur Fu?g?ngerzone erkl?rt; sie war den ganzen Tag ?ber mit feiernden Menschen ?berf?llt. Einige junge Graffiti-K?nstler empfingen die Feiernden an den Zug?ngen zum Platz des Sieges. Vor den Augen der Zuschauer zauberten sie in Minutenschnelle wahre Kunstwerke. Gegen?ber traten einige Theatergruppen auf, die ihrerseits mit einer Gruppe „Lebendiger Skulpturen“ um die Aufmerksamkeit der Zuschauer konkurrierten. Wie immer wurde die Gr?nanlage um das Denkmal Peter des Gro?en zu einer Handwerker und Volksgewerbemesse. Keramik, Bernstein, Holz, Stoffe, Glas, Farben – alles, was man f?r die Herstellung von Bildern, Figuren und anderen Kunstwerken verwenden kann, war dort zu finden. Viele der Kunstwerke konnte man bei den Handwerkern selbst erwerben – alles Rarit?ten und alles „hand made“ gefertigt. Nahe dem Springbrunnen am Dramatheater gab es Musik: Jazz, Folk, Blues. Mit den Lauten von Hoochie-Coochie-Man bewegen wir uns weiter, staunend ?ber die farbenfrohe Aufmachung der Stadt und viele lachende Gesichter. Und nun zu den „technischen“ Details des Festes – es gab eine Reihe von Oldtimern. Jeder von diesen ist ein Kult seiner Zeit. Und ein Kult f?r immer. Nur selten kann man solche Autos auf den Stra?en der Stadt sehen, ganz zu schweigen davon, sich reinsetzen und das Lenkrad anfassen zu d?rfen, was die Besitzer manchmal eifers?chtig erlauben. Nahe des Denkmals der Astronauten befand sich noch eine Szene. Hier sollten die bekanntesten Bands der Stadt auftreten, aber man h?rte deutsche Volksmusik. Anstatt einer Vorband haben die Veranstalter ein Spiel durchgef?hrt, was bei den Bayern „Feuerwehr“ hei?en soll. Die Regeln sind einfach: solange Musik klingt, gehen die Menschen um die aufgestellten St?hle herum, doch sobald sie aussetzt, muss man einen pers?nlichen Gegenstand auf den Stuhl werfen. Ob dieses Spiel tats?chlich so in Bayern gespielt wird, ist ungewiss, aber man am?sierte sich gro?artig, als man beobachtete, wie schnell die Taschen der Spieler leer waren und dann schlie?lich die ersten Kleidungsst?cke ausgezogen wurden. Die ganz mutigen Teilnehmer wurden durch Lachen und Applauss unterst?tzt und herausgefordert. Der Zentrale Park wurde wohl zum wichtigsten Veranstaltungsort. Hier gab es wirklich alles! Sogar ein Stra?entheater, das ein Festival unter dem Motto „M?nchhausens Enkel“ veranstaltete; selbstverst?ndlich in der Umgebung des Denkmals des ehrenhaftesten Barons der Welt. Daneben war eine „Handwerkerstadt“ aufgebaut worden, wo es nicht nur kleine Anfertigungen zu kaufen gab, sondern man auch den russischen, polnischen und litauischen Meistern bei der Herstellung ihrer Arbeiten ?ber die Schulter schauen konnte. Auch pers?nliche Bestellungen wurden entgegengenommen. Dies war wahrlich ein Tag der Unterhaltung. Die Menschen wetteiferten um die Treffsicherheit beim Ballwurf, sangen zusammen, malten abstrakte Bilder auf einer speziell aufgestellten Leinwand, probierten Ritterausr?stung an und lie?en sich mit M?rchenhelden fotografieren. Ausgerechnet von hier startete um 18 Uhr der Zug durch die Fu?g?ngerzone, die an diesem Tag f?r die Autos geschlossen war. Als der Kopf des Zuges sich schon dem Siegesplatz n?herte, war das Schlusslicht immer noch am Park, der drei Kilometer entfernt liegt. Das gro?e Konzert auf dem Siegesplatz versammelte rund 30 000 Menschen. Es traten bekannte russische S?nger und S?ngerinnen auf. Um elf Uhr kamen noch einmal so viele Menschen, um das angek?ndigte Feuerwerk zu bestaunen.
Die Ergebnisse des Sch?nheitswettbewerbes „Miss K?nigsberg –2010“, der von der Zeitung „K?nigsberger Allgemeine“ unter deren Leserinnen veranstaltet wurde, sind bekannt. Das Finale fand am 7. August w?hrend der 100j?hrigen Jubil?umsfeier der Brauerei „Ostmark“ statt.
Im Laufe eines ganzen Jahres bekam die Redaktion Fotos von Wettbewerbsteilnehmerinnen mit ihren kurzen Essais ?ber sich und aus ihrem Leben. Wir machten eine Fernbekanntschaft mit Hunderten von interessanten, h?bschen und selbst?ndigen jungen Frauen. Unter ihnen waren nicht nur Kaliningraderinnen, sondern auch Bewerberinnen aus der Region, aus anderen Teilen Russland und sogar Staatsangeh?rige aus Deutschland, ?sterreich, Litauen, Polen und den Niederlanden. Es war eine sehr angenehme Aufgabe, die Siegerinnen zu ermitteln, doch keinesfalls eine einfache. Als erstes wurden die Leserstimmen auf der Internetseite der Zeitung, www.koenigsberger-allgemeine.com, gez?hlt. Dann wurde die Sache von der Wettbewerbsjury mit dem Chefredakteur der KA an der Spitze, Michail Palej, ?bernommen. Die Jury bestand aus Prominenten, die in Kaliningrad das Ansehen der B?rger genie?en: Alexander Orechow, Gebietsdumabgeordneter; Alexander Danischewskij, Abgeordneter des Kreisrates der Stadt Swetlogorsk (ehem. Rauschen); Jerbol Tergubaew, Abgeordneter des Kreisrates Kaliningrads; Viktor Hoffman, Pr?sident vom Russisch-Deutschen Haus in Kaliningrad und Vize-Pr?sident der F?derativen Autonomie von Russlanddeutschen; Unternehmer Jurij Golodnew und Wladimir Belous. Im Vorfeld sollten aus der ganzen Vielfalt der Sch?nheiten lediglich f?nf Kandidaten ausgew?hlt werden. Das fiel der Jury am schwersten. Alle Teilnehmerinnen waren so einmalig, dass man am liebsten gleich alle f?r das Finale ausgew?hlt h?tte. Obwohl es eine Fotowahl ist, musste die Jury stets daran denken, dass alle Finalistinnen bei der Siegerzeremonie pers?nlich vor dem Publikum erscheinen m?ssen. Als am 7. August Jana Antipenkowa, Natalie K?lsch, Tatjana Pugatsch, Olga Tschepelewitsch und Julia Schomko die B?hne betraten, wurde es dem Publikum sofort klar, dass die Jury ihr bestes getan hat.
Alle diese M?dchen und jungen Frauen w?rden bei jedem Sch?nheitswettbewerb auffallen! Jana Antipenkowa ist 18 Jahre jung. Doch trotz ihres jungen Alters hat sie schon den Technologie-Kolleg in Sowetsk (ehem. Tilsit) abgeschlossen und arbeitet zur Zeit im Kaliningrader Flughafen. Dabei bildet sie sich weiter: sie studiert an der Rechtsakademie. Jana interessiert sich f?r Kinokunst und reist sehr gerne. Olga Tschepelewitsch, die 17 Jahre jung ist, will nach der Schule eine Fachkollegin von Jana werden, indem sie ebenfalls Jura studieren m?chte. In der Freizeit besucht Olga das Studio des modernen Tanzes, interessiert sich f?r historische Rekonstruktionen, besonders f?r das Schie?en mit dem mittelalterlichen Pfeil und Bogen. Natalie K?lsch aus Hanau bei Frankfurt am Main ist 21. Nach ihrem Gymnasiumsabschluss hat sie beschlossen, das Freiwillige Soziale Jahr in Kaliningrad zu absolvieren, um gleichzeitig Russisch zu lernen und etwas Gutes f?r die Gemeinschaft zu tun. Mittlerweile arbeitet sie seit zehn Monaten beim Sozialdienst der Luther-Kirche. Natalie hat es in Kaliningrad sehr gut gefallen. Jetzt hat sie hier viele Freunde und gute Bekannte gefunden. Tatjana Pugatsch, die 27 Jahre jung ist, lebt in Tschernjachowsk (ehem. Insterburg). Sie leitet ein Estraden-Studio. Ihre Sch?ler sind sowohl Kinder als auch Erwachsene. Ihre Erfolge demonstrieren die Studioteilnehmer bei verschiedenen Wettbewerben. Gegenw?rtig nimmt das Studio von Tatjana Pugatsch am Wettbewerb des gr??ten Fernsehsenders Russlands teil. Julia Schomko wurde in Wolgograd geboren und zog sp?ter nach Kaliningrad um. Hier besuchte sie eine Kunstschule, dann absolvierte sie ein Studium an der Architektur-Fakult?t des Kollegs. Julia arbeitet als Designerin und setzt ihr Architekturstudium an der Uni fort. In ihrer Freizeit besucht sie ein Tanzstudio. Nur zur Erinnerung: „Miss K?nigsberg“ ist kein professioneller Model-Wettbewerb. Mehr als die physischen Parameter der Teilnehmerinnen interessiert uns die Harmonie zwischen ihrer ?u?eren Erscheinung und ihrem inneren Wesen und letztlich ist auch noch ausschlaggebend, inwiefern sich die Teilnehmerinnen gesellschaftlich angagieren. Und wieder musste die Jury hart arbeiten. Ist ja auch v?llig klar, dass der Mensch auf dem Foto und der Mensch im Leben sich sehr leicht voneinander unterscheiden k?nnen. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass die Juryvertreter sich manchmal ganz hart gestritten haben, bis endlich die Hauptsiegerin bestimmt werden konnte. Zur „Miss K?nigsberg – 2010“ wurde Natalie K?lsch ernannt, eine Mitarbeiterin vom internationalen Sozialdienst und eine in jeder Hinsicht wirkliche Sch?nheit! Den zweiten Platz errang Olga Tschepelewitsch, auf den den dritten Platz kam Jana Antipenkowa. Die Jury-Mitglieder und die Sponsoren dieser Veranstaltung ?berreichten den Siegerinnen wertvolle Preise. Alle Finalistinnen bekamen Diplome und Statuen mit der Wettbewerbs-Symbolik: Crystalpyramiden mit einer durch Laser gefertigten Innengravur; eine freundliche Geste des „Crystal-Service“ Unternehmens und dessen Generaldirektors Witalij Sinowjew. Diese Firma ist der einzige regionale Hersteller von Souvenirartikeln, der in seiner Produktion die Lasergravur-Technologie einsetzt. Natalie K?lsch als „Miss K?nigsberg-2010“ bekam als Preis einen LCD-Fernseher, der so gross war, dass man den Eindruck hatte, dass die Siegerin selbst in dessen Box passen w?rde. Andere Finalistinnen bekamen etwas kleinere Ger?te. Jetzt k?nnen sie sich damit das Video ihrer erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerbsfinale ansehen. Nicht weniger Freude bescherte den Teilnehmerinnen und dem Publikum das Geschenk des Jubilars – der „Ostmark-Brauerei“. Jede von Ihnen bekam ein F?sschen mit Bier. Obwohl die Teilnehmerinnen nun wirklich nicht danach aussehen, dass sie Biertrinkerinnen sind, haben sie aber bestimmt jemanden, den sie mit dem Fassinhalt begl?cken k?nnen. Und nat?rlich gab es Blumen. Wundersch?ne Str?u?e, die die Sch?nheit und Anmut der jungen Leserinnen von der Zeitung „K?nigsberger Allgemeine“ noch unterstrichen. F?r die Sch?nheit gibt es bei uns immer einen Platz.
Igor KOWALYOW
Foto: Auf der B?hne: Finalistinnen des Sch?nheitswettbewerbes „Miss K?nigsberg-2010“: Julia Schomko (Russland); Tatjana Pugatsch (Russland); Olga Tschepelewitsch (Russland), Natalie K?lsch (Deutschland)
Das Kaliningrader Komitee der AHK Filiale Nord-West ist in die neuen R?ume in der Kutusowa Stra?e 26 in Kaliningrad umgezogen. Diesbez?glich fand am 29.06.2010 das Einweihungsfest mit ?ber 150 geladenen G?sten aus Wirtschaft und Politik der Region Kaliningrad, Partner und Freunde, statt. Dr. Stephan Stein, Leiter der Filiale Nord-West der Deutsch-Russischen AHK in der Russischen F?deration, hie? die G?ste herzlich willkommen. Ein Gru?wort sprach der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Kaliningrad Dr. Aristide Fenster aus Herr Uwe Stieblich, Leiter des Kaliningrader Komitees der AHK-Filiale Nord-West und der Firmen Stahlbau Stieblich und Stieblich Industriebau Projektierungsb?ro, berichtete den G?sten ?ber die aktuelle Wirtschaftslage und die zunehmende Rolle der AHK. Viele prominenten Redner w?nschten der Kaliningrader AHK-Filiale Erfolg und Erweiterung der Aktivit?ten zum Nutzen der AHK-Mitglieder und deutscher und russischer Unternehmen. Der Einweihungsabend verlief in der gem?tlichen Gartenatmosph?re.
Das IV. Internationale Wirtschaftsforum, dessen Grundzweck die F?rderung von Investitionen ist, fand erneut im Kaliningrader Gebiet statt, das inzwischen zum st?ndigen Gastgeber geworden ist, wenn sich Vertreter vom Klein- und Mittelunternehmertum treffen.
Wie immer wurden auch diesmal wieder Delegierte und G?ste in einer regionalen Kleinstadt empfangen. Bisher waren die St?dte Sowjetsk (ehem. Tilsit), Gusew (ehem. Gumbinnen) und Polessk (ehem. Labiau) die Gastgeber gewesen. Jetzt war Jantarnyj (ehem. Palmnicken) auserw?hlt. Rund 500 Teilnehmer aus Wirtschafts-, Unternehmer-, Regierungs- und Ver- waltungskreisen besprachen Kooperationsm?glichkeiten der Kleinunternehmen sowie Fragen der internationalen Zusammenarbeit und Entwicklung in der Bernstein- und Touristikbranche.
Kleinunternehmer geben in der Kaliningrader Region den Ton an Der Gebietsgouverneur Ge- orgij Boos hat die Bedeutung des Kleinunternehmertums besonders hervorgehoben. Hier werden die Unternehmer zur der ?berzeugung gebracht, dass sie mit diesem Forum eine eigene Verhandlungsplattform haben. Hier k?nnen sie nicht nur ihre Probleme und Ideen besprechen, sondern auch Partnerkontakte schlie?en. Ob das alles so notwendig ist? Die Experten sagen: „Ja“. Daf?r gibt es gute Gr?nde, denn die meisten Treffen mit ?hnlichem Format werden von solchen Bossen veranstaltet, die man mehr oder weniger als „Business-Haie“ bezeichnen kann. Sie sind es, die zusammen mit Vertretern der politischen Elite weitreichende Entscheidungen treffen. Die ?konomischen „Knaben“ bleiben am Rand dieses Prozesses, obwohl sie in allen Staaten mit gut entwickelter Wirtschaftsstruktur 50 bis 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bestimmen. Es sei daran erinnert, dass Russland es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Anteil von Klein- und Mittelunternehmen zu erh?hen. Gegenw?rtig betr?gt dieser Prozentsatz durchschnittlich etwas mehr als ein Viertel. Doch im Kaliningrader Gebiet machen diese Unternehmen heute schon 60 Prozent des regionalen Bruttoinlandproduktes aus. Aus diesem Grund ist ein internationales Wirtschaftsforum f?r das Kleinunternehmertum gerade in der Kali- ningrader Region eine ganz nat?rliche und selbstverst?ndliche Sache.
Die Exklusivit?t der Kaliningrader Region ist das Problem Mit sehr beachtungswerten Vorschl?gen trat Sergej Borisow auf, Vorsitzender des Allrussischen Unternehmerverbandes „Opora Rossii“ (dt. „Die St?tze Russlands“). Er nannte M?glichkeiten, die Steuergesetze des Landes so zu ver?ndern, damit die Kommunen einen bedeutend gr??eren Anteil der Steuer-Einnahmen bek?men. Weitere Aufgaben w?ren eine Vereinfachung und Liberalisierung der Besteuerung f?r Kleinunternehmen sowie die Erweiterung des Systems f?r die Vergabe von Patenten f?r einige T?tigkeitsfelder. Wenn man in Betracht zieht, dass Herr Borisow unter anderem auch ein Mitglied der F?deralen ?ffentlichen Kammer ist, dann kann man sicher sein, dass seine Vorschl?ge ganz gewi? noch in den B?ros auf h?chster politischer Ebene ankommen werden. Auch die spezifischen Arbeitsbedingungen in den Unternehmen im Kaliningrader Gebiet blieben nicht ohne Beachtung. „Das Problem sind die Grenzen dieses Gebietes“, so bezeichnete Sergej Borisow die Situation. „Um Waren aus dem Kaliningrader Gebiet ins russische Mutterland zu verschicken, muss man unglaubliche Hindernisse bew?ltigen“. Wo kommen diese Hindernisse her? Wer macht sie? Wladimir Schumejko, Initiator des Forums, Ex-Sprecher des russischen F?derationsrates, Regierungsvertreter des Kalinin- grader Gebietes im f?deralen Verwaltungsorgan und Leiter der Landsmannschaft „Kaliningrad“ in Moskau sieht die Ursache f?r alle Hindernisse unter anderem darin, dass die f?deralen Beamten nicht immer verstehen, mit der Exklusivit?t der Region Kaliningrad richtig umzugehen. „Die Beamten konnten vieles nur mit gro?er M?he nachvollziehen,“ erkl?rte W. Schumejko und erg?nzte: „Erst jetzt, und nicht zuletzt auch dank der Weltfinanzkrise, gibt es Anzeichen f?r durchbrechende Ver?nderungen“. Irak hat den Bernstein im Visier Die gr??te Aufmerksamkeit zog zweifellos die Pr?sentation der Sektion des Forums „Kleinunternehmertum in der Bernsteinbranche“ auf sich. Das um so mehr, weil die Stadt Jantarnyj (ehem. Palmnicken) das Weltzentrum der industriellen Bernsteingewinnung ist. Obwohl das ber?hmte Bernsteinkombinat nicht in das Kleinunternehmerformat passt, besch?ftigen sich ausschlie?lich kleine Firmen und einzelne Meisterbereiche mit der Bernsteinverarbeitung sowie mit der Produktion von Schmuck und Sachgegenst?nden. Diesmal zeigten sogar Vertreter von solch exotischen L?ndern wie Irak und Taiwan ihre Aufmerksamkeit f?r die Kaliningrader Breiten, indem sie sich f?r die Entwicklung des Bernsteinhandels interessierten. Der irakische Unternehmer Abdel Jalil Abboud sagte zum Beispiel, dass sein Land auf die Gr?ndung eines Jointventure f?r Bernsteinverarbeitung wartet. Seine Worte best?tigte auch der Vertreter von der irakischen Botschaft, indem er staatliche Unterst?tzung versprach. Dieses Angebot wurde auch vom Generaldirektor des Bernsteinkombinates, Jurij Muchin, mit Interesse wahrgenommen. Nach seiner Meinung ist das Unternehmen mehr an der Verarbeitung, als an dem Handel mit Rohbernstein interessiert. Auch die Stadt Jantarnyj blieb nicht ohne einen „Investitions-Bonus“. Der Vorsitzende des Stadtkreises, Alexander Blinow, unterzeichnete mit dem bekannten russischen Unternehmer und ehemaligen Wirtschaftsminister des Kaliningrader Gebietes, Nikolaj Wlasenko (der ?brigens in Jantarnyj geboren wurde), eine Vereinbarung zum Wiederaufbau des historischen Schloss-Hotels. Es ist geplant, in dieses Projekt 60 Millionen Rubel (ca. 1,6 Millionen Euro) zu investieren. Das F?nf-Sterne-Hotel soll im Jahre 2011 er?ffnet werden. Gleich danach soll die zweite Projekt-Reihe realisiert werden: die Errichtung eines neuen Hotelgeb?udes mit 90 Betten, welches mit 5 Millionen US-Dollar bewertet wird.
Im n?chsten Jahr werden die Mitglieder des Forums in einer anderen Stadt des Kaliningrader Gebietes empfangen. Welche Stadt das sein wird, entscheidet sich im Oktober. M?glicherweise k?nnte es dann Baltijsk (ehem. Pillau) sein.
Der kroatische Pr?sident Ivo Josipovi? stattete dem Kaliningrader Gebiet einen Besuch ab. W?hrend seines Besuchs ?bergab er einen Gro?betrieb seiner Bestimmung, der mit kroatischer Finanzhilfe errichtet worden war, er?ffnete eine Bilderausstellung von einem kroatischen Maler und nahm an einer Sitzung des Wissenschaftsrates der Russischen Staatsuniversit?t „Immanuel Kant“ teil, auf der ihm der Ehrendoktortitel verliehen wurde.
Besuchsreisen von kroatischen F?hrungskr?ften in die westlichste Region Russlands werden immer h?ufiger. Vor ihm wurde auch sein Vorg?nger Stjepan Mesi? empfangen, der ?brigens auch diesmal unter den Delegierten war. Auf die Frage, warum ein Pr?sident dieses nicht gerade gro?en Balkanlandes ins russisches Baltikum kommt, gibt es eine ganz einfache Antwort: das Kaliningrader Gebiet ist ein Vorzeigebeispiel f?r die ?konomische Zusammenarbeit zwischen Kroatien und Russland. Kroatische Investoren haben hier vor 10 Jahren den russlandgr??ten Betrieb f?r die Herstellung von tiefgek?hlten Gefl?gelfleisch-Halbfabrikaten gebaut und diesen ?ber die ganze Zeit durch Fachkr?fte betreut. Der Chef des Betriebes, Stefano Vlahovi?, ist nicht nur Kroatiens Ehrenkonsul, sondern auch der Vorsitzende der Vereinigung der Ausl?ndischen Investoren des Kaliningrader Gebietes.
Gefl?gel auf kroatisch Wie bereits sein Vorg?nger, ?bergab Ivo Josipovi? bei seinem Besuch auch einen von Vlahovi? & Co gebauten Betrieb seiner Bestimmung; diesmal war es eine Fleischkonservenfabrik in der Stadt Gusew (ehem. Gumbinnen). Die erste Produktionsreihe soll die Herstellung von 3,5 Millionen Konserven gew?hrleisten. Die zweite, die in einem Jahr in Betrieb genommen wird, soll die Konservenproduktion verdoppeln. Der Produktionsbeginn in diesem Betrieb war zugleich ein Anfang zur Realisierung eines noch viel umfangreicheren Projektes. Ivo Josipovi? und der Gebietsgouverneur Georgij Boos haben dazu den Grundstein in das Fundament eines neuen Komplexes f?r Gefl?gelzucht und -verarbeitung gelegt. Hier sollen an einem Ort Brutk?sten, Gefl?gelh?fe und Betriebe f?r Futtermittelherstellung und Gefl?gelverarbeitung konzentriert werden. Laut Stefano Vlahovi? wird die Realisierung dieses 300 Millionen US-Dollar teuren Projektes 2,5 Jahre in Anspruch nehmen. Der Komplex wird 2000 neue Arbeitspl?tze schaffen. Pr?sident Josipovi? dankte dem Gouverneur Boos f?r seinen Beitrag zur Realisierung eines Projektes, das sowohl f?r Kroatien, als auch f?r das Kaliningrader Gebiet von gro?em Nutzen sein wird. Herr Boos seinerseits w?nschte, dass alle kroatischen Projekte in der Region von einem guten Omen begleitet sein m?gen.
Ehrendoktortitel an Ivo Josipovi? verliehen In der Kathedrale Kaliningrads, wo eine feierliche Sitzung des Wissenschaftsrates der Russischen Staatsuniversit?t „I. Kant“ stattfand, wurden dem kroatischen Pr?sidenten ein Diplom und die Ehrendoktormedaille ?berreicht. Wie der Rektor der Universit?t, Andrej Klemeschew, in seinen Ausf?hrungen betont hat, ist Ivo Josipovi? nicht nur als Politiker, sondern auch als ein gro?er Wissenschaftler im Rechtsschutzbereich bekannt. Die Verleihung des Ehrendoktortitels begr?ndete der Rektor der Universit?t mit der „Anerkennung und W?rdigung f?r seinen herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft, der demokratischen Institutionen und zur F?rderung der internationalen Zusammenarbeit.“ Die vorbildliche Zusammenarbeit der Kaliningrader Region mit Kroatien erlaube es dem Rektor, die bevorstehende Er?ffnung eines Zentrums der kroatischen Sprache und Kultur in seiner Universit?t anzuk?ndigen. „Die Urkunde zum Ehrendoktortitel werde ich unbedingt an einen w?rdigen Platz in meinem Arbeitszimmer anbringen“, sagte Herr Josipovi? in seiner Dankesrede und schlo? mit den Worten: „Das soll als Beweis daf?r k?nden, dass ich in Russland Freunde habe und wir eine gemeinsame Friedensbestrebung haben.“
Kaliningrad – eine russische Stadt, die an Kroatien am n?chsten liegt Im Kulturprogramm war der Besuch einer russisch-orthodoxen Kirche vorgesehen, die in der Uschakowo Siedlung (ehem. Heiligenwalde) liegt. Das Kirchengeb?ude stammt aus dem XIV. Jahrhundert und wurde mit Hilfe von ?ffentlichen deutschen Institutionen und Privatpersonen restauriert. Eine Besonderheit der Kirche vom Heiligen Johannes, dem T?ufer, besteht darin, dass sie neben der religi?sen auch noch eine auszubildende Funktionen hat, denn hier befindet sich das ?rtliche Kultur- und Bildungszentrum. Diese Symbiose zwischen den Siedlungsbewohnern, der orthodoxen Di?zese und der Stadtverwaltung l?st auch auf deutscher Seite eine allgemeine Zufriedenheit aus. Auch dem Bernsteinmuseum musste der kroatische Pr?sident seinen Besuch erstatten. Hier machte er sich mit der neuen Ausstellung „Bernstein in K?nigsberg“ bekannt und verabschiedete sich mit dem Eintrag im G?stebuch: „Ein wundersch?nes Museum. Hier vereinen sich Geschichte und Sch?nheit“. Au?erdem hat Herr Ivo Josipovi? eine Bilderausstellung des kroatischen Malers Bane Milenkovi? in der Kunstgalerie er?ffnet, was ?brigens eine gelungene ?berraschung f?r den Maler war! In seiner Er?ffnungsrede sagte Herr Josipovi?, dass diese Ausstellung ein Anfang ist f?r den k?nftigen Kunstaustausch zwischen Russland und Kroatien, zwischen russischen und kroatischen St?dten. „Ich gr??e Sie in der russischen Stadt, die am n?chsten an Kroatien liegt“. Mit diesen Worten, in denen der Kern der Wahrheit liegt, wendete sich der Ausstellungsorganisator und Leiter der kroatischen Wirtschaft in Kaliningrad, Stefan Vlahovi?, an den Pr?sidenten seines Landes, an Dr. h. c.
Der Kaliningrader Heringstag ist ein Volksfest. So lautet das unbestreitbare Axiom. Aus diesem Grund l?sst sich absolut niemand und durch nichts vom Feiern abhalten, weder durch Wind, der einem die Kopfbedeckung wegrei?t, noch durch Regen, der kalt ins Gesicht peitscht. So war es auch am 10. April, als das Weltozean-Museum von ?ber 25 000 Einwohnern und G?sten der Stadt aufgesucht wurde.
С Gem?? der langj?hrigen Tradition bekamen der Gouverneur von Kaliningrad und die Vertreter der regionalen Verwaltung je ein F?sschen Hering zur Feierer?ffnung geschenkt. Die ?bergabe fand am Ehrenmal „F?r Pioniere der Atlantikforschung“ statt, das sich am Kai Peter des Gro?en befindet. Anschlie?end ging es mit Musikbegleitung in Richtung Museum, wo schon ein vielseitiges kulturelles und sportliches Programm begonnen hatte und alle gastronomischen Einrichtungen auf einen gro?en Besucherstrom eingerichtet waren. Auf zahlreichen B?hnen gab es Unterhaltung f?r jedermann; es wurde gesungen, getanzt und Gedichte wurden rezitiert. Anspruchsvolle Festbesucher kamen ?berall dort auf ihre Kosten, wo lehrreiche und auch lustige Geschichten von Laienkunstgruppen als auch von professionellen K?nstlern dargeboten wurden. Wer sein Bestes gibt, soll auch belohnt werden. Daran dachten die Organisatoren dieses Festes, indem sie Wettbewerbe auf den verschiedenen Gebieten ausschrieben. Da wetteiferten Gesang-, Humor- und Erz?hlungsk?nstler um die begehrten Preise. F?r eine ganz besonders lustige Unterhaltung sorgte der Faschingswettbewerb, der die Seemannsbekleidung zur Thematik hatte. Keiner der Akteure blieb ohne einen freundlichen Ansporn durch die Zuschauer, man ging begeistert mit und ein anhaltender Beifall war Dank und Anerkennung. Unterhaltung am laufenden Band gab es im Kongresszentrum. Zu diesem Festtag erfreute das Ozean-Museum seine G?ste mit ausgezeichneten Filmen ?ber die See und seine Bewohner, welche nonstop liefen. Wer sich f?r die Kaliningrader Maler und Volkskunstmeister interessierte, ging zu den R?umen, wo die K?nstler ihre Zeichnungen, Skulpturen, Wandbilder, aber auch Spielzeug und Souvenirs ausstellten. Und nat?rlich gab es unter den Landschaftsbildern und Artefakten aus Bernstein immer wieder genug Platz f?r den Hering – den Urheber der Freude an diesem Festtag. Ob keramisch oder gl?sern, einzeln oder in Scharen, frei oder gefangen – f?r jeden Geschmack war etwas dabei. Alle Unterwasserger?tschaften, Boote, Anker und sogar Museumsexponate der milit?rischen Schiffausr?stung aus den verschiedenen Epochen wurden immer wieder eilig von Kinderscharen best?rmt. Dabei f?hlten sich die Kinder als gro?e Seefahrer und Helden, sodass es ihren Eltern sehr viel M?he gekostet hat, sie aus dieser traumhaften Begeisterung f?r die See herauszurei?en. Doch selbst die Eltern wollten diesen Tag keineswegs nur passiv erleben. Dabei sein und Mitmachen, sich arrangieren und in fr?hlicher Ausgelassenheit seine Kr?fte messen, das war etwas Besonderes. Dazu bedurfte es keiner Sportger?te, auf Fantasie kam es an. Warum also nicht auch mal Heringsf?sschen stemmen? Am Heringstag doch erst recht! Einer hatte die Idee und im Handumdrehen fanden sich zahlreiche faire Gegner ein, die sich mit wahrer Begeisterung spielerisch bet?tigten. Nicht so spielerisch ging es bei den „Fortgeschrittenen“ zu. Hier wurde ein echter Anker eines Fischkutters zum Sportger?t erkl?rt und jeder behauptete von sich, diesen Anker am l?ngsten bei ausgestrecktem Arm halten zu k?nnen. Wer dabei seine Kr?fte zu sehr verausgabte und demzufolge eine St?rkung notwendig hatte, musste f?r einen leckeren Fisch nicht meilenweit laufen. Es war doch Heringstag und so war dieser Geselle ?berall zur Stelle auf gleicher Welle. Er mundete k?stlich und ganz besonders immer dann, wenn niemand die Bef?rchtung zu haben brauchte, dass er vielleicht im Halse stecken bleiben k?nnte, denn zum Nachsp?len flo? reichlich Gerstensaft aus jedem Bierhahn. Und au?erdem, das sei hier verraten, ist der Fisch in Russland als eine traditionelle Bierbeigabe sehr beliebt. Die Fischverkaufsreihen mit ihrer Devise „Von Sprotte bis Salm“ waren tats?chlich ?bervoll mit Meeresfr?chten verschiedener Arten und Gattungen. Sie waren mit viel Fantasie und auf unterschiedliche Weise zubereitet worden worden, dass jedem schon beim Anblick das Wasser im Munde zusammen lief. So manch einer konnte der Versuchung nicht widerstehen und musste die soeben gekauften Fische gleich an Ort und Stelle verspeisen. Bei vielen anderen vermutete man wegen der prall gef?llten Tragetaschen eine abendliche Fortsetzung des Heringsfestes im h?uslichen Familienkreis und nicht selten war da auch ein Hering, der seinen Schwanz aus der T?te streckte. Der Hering war nat?rlich der unumstrittene Hauptheld des Tages und damit zentraler Anziehungspunkt. In jeder Hinsicht ist er ein guter Fisch. Doch man will immer vom Guten das Beste haben und warum auch nicht beim Hering den Allerbesten? Einfach ist die Sache mit dem Hering aber nicht, wie es manchem vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag. Auch nicht trotz seiner Volkst?mlichkeit. Sogar in gesalzener Form braucht er eine gekonnte Zubereitungsweise. F?r alle, die lernen wollten, diese Kunst beherrschen zu k?nnen, wurde auf dem Deck des Museumstrawlers ein Workshop zur Heringszubereitung veranstaltet. Etwas ?bung und schon wird der Hering zum Leibgericht, zu einem wahren Lieblingsmahl. Litauische Freunde aus Polangen haben ebenso viel Respekt vor dem Hering, bringen jedoch zu jedem Heringstag ihren eigenen Helden mit, den Stint. Beliebteste Speise ist zweifelsohne die Kaliningrader Fischsuppe (russ. Ucha). Um diese zu bekommen, muss man sich immer geduldig in eine Schlange einreihen. Diese gro?e Nachfrage beruht auf den einzigartigen Unterschied der Kaliningrader Fischsuppe zur Fischsuppe im russischen Mutterland. Beide Zubereitungsarten sind sich weder in ihren Zutaten noch in ihren Geschmacksrichtungen ?hnlich. Der Kaliningrader liebt die Fischsuppe ohne Kartoffeln, was f?r Russland sehr un?blich ist, daf?r mit Zitrone und Zwiebeln. Erinnern wir uns an den Heringstag des vergangenen Jahres. Die vorj?hrige Erfahrung bei der Zubereitung eines gigantischen, neun Meter langen „bem?ntelten Herings“ nach traditioneller Art entsprach allen Geschm?ckern. Traditionell bedeutet, dass es sich hierbei um einen geschichteten Salat aus Hering und Gem?se unter einem Sahnemantel handelt. Diesmal wurde beschlossen, die Speise in Form eines Herings und einer noch gr??eren Ausf?hrung vorzubereiten. Das Ergebnis der Kochkunst war dann 11,5 Meter lang und 488 Kilogramm schwer! Das hat es noch nie gegeben! Die Daten wurden von einer speziellen Kommission aufgenommen und werden demn?chst in der russischen Ausgabe des Guinnessbuches der Rekorde ver?ffentlicht. Zum Geschmackstest dieses Rekord-Herings wurde eine „Volkskommission“ gebildet, der mehrere Hundert Festteilnehmer angeh?rten. Der Erfolg des diesj?hrigen Heringstages l?sst vermuten, dass sich im n?chsten Jahr ein neuer Rekord einstellen wird. Hoffentlich platzt dann das Weltozean-Museum bei steigenden Besucherzahlen nicht aus allen N?hten. Einem Optimisten erscheint diese Sorge jedoch grundlos. Beim diesj?hrigen Kaliningrader Heringstag gab es noch genug Platz. Und noch etwas zeigte sich: die Kaliningrader trotzen jedem Wetter, wenn es ums Feiern geht. всем хватит места. Не взирая на погоду.
Array
Eine neue Zolldienststelle bringt Zeitersparnis f?r Transportfirmen
Das Gebiet von Kaliningrad ist ein kleines Land von etwa 90 x 150 km. Staatsgrenzen an allen Seiten. Nichts kann ein- oder ausgef?hrt werden, ohne am Zoll vorbei zu m?ssen. Da das aber so ist, dann kann man dem G?terverkehr nur durch eine gute Organisation helfen. In dieser Richtung – das kann man schon sagen – sind merkliche Schritte unternommen worden.
Anton Schmidt
Bagrationovsk (Preussisch-Eylau) ist eine Stadt mit einem russisch-polnischen Grenz?bergang. Am 2. M?rz wurde hier ein neuer Zollkomplex er?ffnet.
HUNDERT OLLERKL?RUNGEN N 24 STUNDEN Alles wird auf einem grenznahen Grundst?ck erledigt, nur wenige hundert Meter von der Landesgrenze entfernt. Fahrzeiten und die Zeiten f?r die Erledigung der Formalit?ten wirden verk?rzt – der G?terstrom w?chst, wie auch der G?terumschlag und der Geldstrom. Je schneller, desto billiger und besser. Dieser Komplex mit einer Halle f?r vor?bergehende Lagerung ist von der OOO "Sirius" gebaut worden. Er ist darauf ausgerichtet, alle Warenarten und Sortimente abzufertigen, mit Ausnahme derjenigen, die mit einer Verbrauchssteuer belegt sind. Hier wird der Fahrer mit seinem LKW gleichzeitig von einer Gruppe von Z?llnern, staatlichen Kontrolleuren f?r landwirtschaftliche Erzeugnisse und vom Personal von "Sirius", der Bankabteilung und von sonstigen Zollagenten bedient. Zusammen k?nnen sie bis zu 100 Zollabfertigungen in 24 Stunden leisten.
Array
ALLE DIENSTLEISTUNGEN N EINEM FENSTER Heute verf?gt der Komplex im Bereich der Zollkontrolle ?ber eine Fl?che von 2000 Quadratmeter, ?berdachte R?ume f?r eine zeitbegrenzte Lagerung von 400 Quadratmetern, f?nf K?hlkammern f?r 40-Fuss-Container. Die Arbeitsbedingungen f?r Kunden und Arbeiter sind recht komfortabel. Staus f?r die Abfertigung der G?ter soll es nicht mehr geben, denn die Annahme der Dokumente wird nach dem „Ein-Fenster-Prinzip“ von mehreren Z?llnern gleichzeitig durchgef?hrt. Dies schlie?t die Lauferei von einem B?ro zum anderen aus, verringert den Zeitaufwand und reduziert das Ausma? der Korruption. Die Inspekteure von Rosselchoznadzor verf?gen ?ber ein eigenes Labor, in dem ein beliebiges pflanzliches oder tierisches Produkt analysiert werden kann, vor Ort also. Es gibt auch eine in Kaliningrad einmalige Ausr?stung: eine mit einem Zertifikat versehene Desinfektionskammer. In ihr werden G?ter, in denen Sch?dlingsinsekten festgestellt worden sind, sanit?r behandelt.
Array
PL?NE: MOBILE UNTERSUCHUNG UND ROBOTER Die Leitung der OOO "Sirius" spricht schon heute ?ber ihre Zukunftspl?ne. Da bisher nur ein Drittel des betriebseigenen Grundst?cks von 55.000 Quadratmetern genutzt wird, gibt es noch Raum f?r die Errichtung weiterer zus?tzlicher Anlagen. Man wird einen Platz f?r eine mobile Untersuchung anlegen und diesen so einrichten, dass die Ladung eines durchfahrenden Lastwagens durchleuchtet werden kann. Eine weitere Entwicklungsrichtung ist der Bau von ?berdachten Lagern mit vollautomatischer G?terabfertigung. Ein Roboter wird auf Kommando die entsprechende Ladung zu einer vorgesehenen Stelle im Lager bringen und sie von dort auch sp?ter wieder abholen.
Array
VOM ZOLLPOSTEN ZUM TERMINAL Betrachtet man die Er?ffnung dieses Zollpostens nicht als Einzelfall, so kann man ihn als einen ersten Schritt bezeichnen, eine vor kurzem angenommene staatliche Konzeption ?ber die Zollabfertigung und die Zollkontrolle in der N?he der staatlichen Grenzen der Russischen F?deration in die Tat umzusetzen. Der Gr?nder der OOO "Sirius", Alexander Hirsekorn sagt, "dass die Forderung der Konzeption nicht im Bau neuer Zollposten an der Grenze besteht, sondern dass es auf die Errichtung neuer, zivilisierter und r?cksichtsvoller Formen der Wechselbeziehungen zwischen dem Staat und den Teilnehmern am Au?enhandel ankommt." Laut Hirsekorn muss sich in den Entwicklungspl?nen der Zolldienststellen der Wunsch der Unternehmen widerspiegeln, die hohen Anforderungen des Landes zu ber?cksichtigen, die sich wiederum aus den staatlichen Forderungen ergeben. Heute entspricht die Zollstation "Bagrationowskaja" den meisten Anforderungen zu einem transport-logistischen Terminal. Und "Sirius" GmbH (OOO Sirius) hat vor, diesen Anforderungen m?glichst schnell vollkommen zu entsprechen.
Am 10. M?rz wurde im Park der Stadt Gusew (ehem. Gumbinnen) ein Sport- und Gesundheitskomplex (SGK) er?ffnet. F?r ein Provinzst?dtchen war das ein sehr bedeutendes Ereignis.
Der Komplex mit einer Gesamtfl?che von fast 11,5 Tausend Quadratmeter besteht aus drei gro?en Objekten: einem Schwimmbad, einer Sport- und einer Eishalle. Au?erdem gibt es hier noch Heilschwimm- und Spa?b?der, R?ume f?r Kampfsport und Tischtennis sowie einen Saal f?r Choreographie?bungen. Aber dar?ber hinaus finden auch die Freunde des Kegelsports hier Bet?tigungsm?glichkeien. Zur Unterhaltung kann man ins Kino gehen oder mit Freunden im Caf? sitzen. Auch f?r die Kleinsten Familienmitglieder ist hier gesorgt, sie k?nnen sich in einem Kinderspielraum vergn?gen. Solch ein Sportcenter mit derartig vielen Bet?tigungsm?glichkeiten bahnt allen Sportfreunden, die sich intensiv und zielgerichtet bet?tigen wollen, den Weg in h?here Ebenen. Viel zu bescheiden ist daher der Name „Sport- und Gesundheitskomplex“. Das ist ein Sportpalast! Warum nennt man ihn nicht so? In diesem Zusammenhang muss man an die Worte von Boris Gryzlov erinnern, der als Vertreter der russischen Staatsduma in seiner Rede zur Er?ffnung des SGK unter anderem hervorhob: „Ich habe nicht viele Sportzentren von solcher Gr??e in Russland gesehen...“ Herr Gryzlov?s Weg f?hrte nicht zuf?llig hierher. Der Sport- und Gesundheitskomplex hat 400 Millionen Rubel (etwa 10 Millionen Euro) gekostet und wurde dank finanzieller und organisatorischer Unterst?tzung der Partei „Jedinaja Rossija“ (zu deutsch: “Einheitliches Russland“) errichtet, die unter anderem von Herrn Gryzlov geleitet wird. Neben ihm stand auch Georgij Boos als Gouverneur des Kaliningrader Gebietes auf der Ehrentrib?hne. Wer heute den Sport- und Gesundheitskomplex betritt, wird durch eine Ehrentafel am Eingang an diese beiden hohen G?ste erinnert. Benannt wurde dieser Sportkomplex jedoch zu Ehren von Jevgenij Popow, eines Menschen, der mit Parteien nun ?berhaupt nichts zu tun hatte. Dieser vor kurzem verstorbene Trainer f?r Kindersport hat die Stadt Gusew auf dem Gebiet des Sports in ganz Russland bekannt gemacht, denn die heutigen Leichtathleten waren seine Sch?ler. An der Er?ffnungszeremonie nahmen daher die Witwe, die Tochter und die Sch?ler von Jevgenij Popow teil. Die SGK-Er?ffnung wurde wie ein richtiges Fest gefeiert – mit einem Feuerwerk nat?rlich. Zur Publikumsunterhaltung im Park sorgten mehrere Artisten, das Orchester von der Baltischer Flotte sowie eine in Russland bekannte Popband. Es gab Wettbewerbe und Leistungsdemonstrationen, die alle Anwesenden auf einem Gro?bildschirm verfolgen konnten. Der olympische Champion Dmitrij Nosow gab den Judoka-Sportlern einen kurzen Unterricht in der Meisterklasse. Junge Karate-Sportler, Gymnastinnen, Schwimmer und Anh?nger von Sportt?nzen zeigten ihr K?nnen. Gro?es Interesse weckten Futsal- und Hockeyspiele zwischen der starbesetzten Gastmannschaft und der Veteranen-Auswahlmannschaft des Fu?ball-Klubs „Baltikum“ sowie die aus Gebietsregierungsmitgliedern bestehende Hockeymannschaft. Alle wollten die bekannten russischen Fu?ballspieler Dmitrij Alenitschew, Alexej Smertin, Sergej Kirjakow, Rinat Dasaew und Konstantin Jerjomenko sehen, aber ebenso auch die Hockeymannschaft unter der Leitung des legendenumworbenen Alexander Jakuschews. ?brigens siegten die Hockeystars ?ber die Kaliningrader Beamten lediglich nach Strafst??en. Es ist bemerkenswert, dass der er?ffnete Sport- und Gesundheitskomplex in Gusew der erste in einer Reihe ?hnlicher regionaler Sporteinrichtungen ist. In seiner Rede sprach der Gebietsgouverneur G. Boos bereits ?ber genau so einen Komplex, der zum 1. Juni in Swetlogorsk (ehem. Rauschen) er?ffnet werden soll und dem dann in Sowjetsk (ehem. Tilsit) ebenfalls einer folgen wird. Weitere zwei Komplexe sollen im Gebietszentrum im laufenden Jahr angefangen werden und ein drittes ist f?r das Jahr 2012 ins Auge gefasst. Gouverneur Boos sieht in einem solchen Sport- und Gesundheitskomplex ein Modellprojekt und deshalb wurde es allen St?dteregionen des Gebietes unter den Bedingungen einer Kofinanzierung angeboten.
Die Fastnachtswoche ist ein traditionelles altrussisches, spielerisches Massenfest, das am l?ngsten und am lustigsten gefeiert wird. Die Fastnachtswoche kann man mit dem italienischen oder brasilianischen Karneval vergleichen.
Die Tradition, die Fastnachtswoche zu feiern, stammt aus heidnischen Zeiten. Da bis zum XV. Jahrhundert das Neujahr in Russland am 1.M?rz gefeiert wurde, war die Fastnachtswoche wahrscheinlich auch mit diesen Feiern verbunden. Es war ein Fest des Abschieds von dem Winter und des Treffens mit der warmen Sonne. Als Symbol dieser w?rmenden Sonne werden ?berall als Hauptspeise der Fastnachtswoche die runden goldbraunen, flambierten Blini (russische Pfannkuchen) angeboten, die in gro?en Mengen gegessen werden. Mit dem Christentum ist es dann gelungen, das Enddatum dieser st?rmischen Feiern der Fastnachtswoche dem Anfang der gro?en Fastenzeit des Osterfestes anzupassen. Trotzdem vergn?gten sich die Menschen die ganze Fastnachtswoche vom Montag bis Sonntag. Man durfte sich nicht an unerledigte Sachen oder anderer Sorgen erinnern. Jeder Tag war bestimmten Zeremonien und Traditionen gewidmet: man hat gesungen, gespielt, sich mit bunten Kost?men verkleidet, oder Umz?ge veranstaltet, einander besucht, auch von den Bergen hinunter gerodelt und sogar Schneefestungen gebaut und f?r diese gek?mpft. Der letzte Fastnachtstag hei?t „Proschenoje Voskresenje“ (Verzeihungssonntag). An diesem Tag bittet man um Verzeihung f?r die einander zugef?hrten Beleidigungen. Au?erdem wird an diesem Tag der Winter verabschiedet. Man zieht einer Strohpuppe alte Frauenkleider an, dann tr?gt man diese auf einer Stange an den Zuschauernmassen vorbei und zum Schluss wird die Strohpuppe in einem gro?en Feuer verbrannt. Am 14. Februar versammelten sich in Kaliningrad Tausende Menschen, um sich vom Winter zu verabschieden. Einerseits ist es eine gute Tradition, andererseits ein Bed?rfnis, da der Winter in diesem Jahr schon aufdringlich geworden ist. Mittelpunkt des Volksfestes waren die Stadtparks, wohin die Menschenstr?me dr?ngten. Auf den Alleen des Luisen-Parks bildeten sich sogar st?ndig Staus. Unsere Kaliningrader reagierten aber auf diese mit Geduld und Gelassenheit, weil man sich schon an diese regelm??igen Staus gew?hnt hat. ?berall wurde eine Vielfalt von Speisen angeboten. Die Blini waren aber auf jeden Fall dabei: mit Butter, saurer Sahne, mit verschiedenen F?llungen, rund, gerollt bzw. als Viereck zusammengelegt. Als Hauptgetr?nk wurde Tee angeboten. Es w?re nat?rlich nicht schlecht, sich bei einem so kalten Wetter lieber einen hei?en Gl?hwein schmecken zu lassen. Da dieses Getr?nk in Russland aber nicht traditionell ist, trinkt man es in der Fastnachtswoche nicht. Der Tee passt aber auch gut! Hunderte von Erwachsenen und Kindern rodelten die H?nge hinunter. Daf?r wurden nicht nur Schlitten, sondern auch andere Gegenst?nde, die f?r eine Abfahrt vom eisbedeckten Hang geeignet sind, benutzt. Auf der Kleinkunstb?hne des Sommertheaters sang man festliche Lieder, das ganze Amphitheater verwandelte sich in eine Tanzfl?che. Ein gro?er russischer B?r konnte sich lange von den Umarmungen der Menschen, die sich mit ihm fotografieren lassen wollten, nicht losrei?en. Um 13 Uhr hatten die Schauspieler in ihren russischen Volkstrachten die Strohpuppe auf einer langen Stange hinausgetragen. Begleitet von einer Menge feiernder Menschen, sind sie mit Liedern durch den ganzen Park gezogen. Damit haben sie noch mehr die feierliche Stimmung unter den Leuten angehoben. Ein wirkungsvolles Schlussbild, eine Apothese, war das gro?e Feuer, in dem der Winter symbolisch verbrannt wurde. Das Feuer taute den Schnee ringsherum auf und erw?rmte die Menschen, die sich um das Feuer herum gesammelt hatten. Obwohl der Winter nicht besonders erschrocken war und nicht sofort weichen wollte, waren die Kinder dadurch ?berhaupt nicht entt?uscht. Sie rodelten mit Vergn?gen und Eifer jede B?schung und jeden Hang hinab und tobten sich mal richtig aus. Auch die Erwachsenen wollten nicht gleich nach Hause gehen: das Fest war noch nicht zu Ende und die Blini waren noch l?ngst nicht alle aufgegessen! Wie lustig der Gedanke: dieses Jahr ?berschneiden sich am 14. Februar gleich mehrere Feste. Au?er der Fastnachtswoche ist das auch der St. Valentins Tag und das ?stliche Neujahr. In der Menge der feiernden Menschen haben sich Bitten um Vergebung mit Liebesbekenntnissen und Neujahrgr??en einander vermischt. Und die Blini mit Tee waren in harmonischer N?he mit den Herzchen und Tigerfig?rchen – den astrologischen Zeichen des angefangenen Jahres. Die Feste zu trennen, kam keinem in den Sinn. Je mehr desto besser! – Ja, das ist die russische Art des Feierns! Marina BELOWA
In der Kaliningrader Gebietsgalerie f?r Kunst wurde eine Ausstellung aus den privaten Sammlungen «Unbekannter K?nigsberg» er?ffnet.
Die Exposition stellt die einzigartigen Seiten des k?nstlerischen Lebens K?nigsberg XVII bis Anfang der XX. Jahrhunderte aus den Sammlungen der Kaliningrader Sammler Denis Dunajewski, Maks Popow und Alexander Kusmenko vor. Auf der Ausstellung werden hunderte Kunstwerke, unter denen die Graphik, die Skulptur, die B?cher und die dekorativen Gegenst?nde der Innenausstattung demonstriert. Viele Werke werden vor den Kunstwissenschaftlern, den Heimatforschern, von den Sammlern und dem breiten Publikum zum ersten Mal erscheinen – deshalb hat die Ausste-llung so einen Titel «Unbekannter K?nigsberg» bekommen. In den graphischen Werken der Meister aus K?nigsberg sind verschiedene Techniken vorgestellt: haupts?chlich ist es die Grav?re auf dem Baum, des Kupfers und des Stahls, sowie die Lithographie und die Radierung. Die thematische Vielf?ltigkeit der Exposition nimmt nicht nur die Aussichten der Stadt, sondern auch die historischen Zeichenereignisse, zum Beispiel, die Kr?nung Wilhelm I, die Portr?ts der bekannten Pers?nlichkeiten auf, deren Leben mit K?nigsberg eng verbunden ist, die Szenen aus dem st?dtischen Leben Den gr??ten Wert nach Meinung von Kunstwissenschaftler und Sammler stellen die graphischen Werke der Maler aus K?nigsberg des Anfangs des XX. Jahrhunderts vor. Die Technik und der Stil unterscheidet jeden Meister pers?nlich, und die Namen von diesen Meister aus K?nigsberg sind in die Geschichte der Kunst eingegangen: Friedrich Lars, Emil Stumpp, Helene Neumann. Die Arbeit des Professors k?nigsbergischer Kunstakademie Heinrich Wolff - "Kant in seinem Arbeitszimmer" (1909) wurde im Originalrahmen Rahmen pr?sentiert und zu Recht f?r das Wertvollste Ausstellungsst?ck bezeichnet. Das besondere Interesse wird erweckt bestimmt auch das Geschirr des XVII. Jahrhunderts, das durch Wunder bis zu unseren Tagen erhalten blieb. Die Meisten graphischen Werke der Exposition sind mit XIX. Jahrhundert datiert, damals wurden mit den Grav?ren nicht nur B?cher, sondern auch Zeitungen und Zeitschriften illustrierten. Zum Anfang des XX. Jahrhunderts, hat die Fotografie gro?e Verbreitung bekommen, und die Kunst der Graphik wurde weniger in der Verlagst?tigkeit gefragt und deswegen vollst?ndig in den Bereich des k?nstlerischen Schaffens ?bergegangen ist. Es sind die neuen M?glichkeiten f?r die Experimente mit der Graphik entstanden, dass die Ausstellungsst?cke demonstrieren. Jedoch die Hauptvorteile der graphischen Kunst sind die einzigartige, individuelle Verfassertechniken und die ?sthetik, die uns die Talentgrenzen der alten Meister, die auf der Ausstellung «Unbekannter K?nigsberg» vorgestellt sind er?ffnet. (К.А.)
Die Ausstellung bleibt bis zum Ende M?rz ge?ffnet.
Im Kaliningrader Bernsteinmuseum hat am 12. Dezember der erste Sch?nheitswettbewerb „K?nigin von Samland“* stattgefunden, der vor den Augen der Kaliningrader den Anfang einer neuen gro?artigen Tradition gemacht hat. Die Museumsmitarbeiter haben vor, ?hnliche Veranstaltungen jedes Jahr zu organisieren. Alle Bewerberinnen haben den Zuschauern nochmal bewiesen, dass unsere Stadt nicht nur f?r Bernstein, sondern auch f?r sch?ne Frauen ber?hmt ist. An der Vorauswahl hatten mehr als drei?ig Frauen teilgenommen. Aber nur f?nf von ihnen erreichten das Finale: Anna Belousowa, Olga Tschepelewitsch, Anna Radsewskaja, Ekaterina Matcnewa und Julia Schomko. Siegerin und „K?nigin von Samland“ wurde Anna Radsewskaja. Als Symbol des Sieges erhielt sie eine Griwna mit dem Bernstein „Tr?nen der Heliaden“,** die von der Moskauer K?nstlerin Anna Jaroschenko angefertigt wurde. In der Zukunft soll eine echte Krone extra f?r den Sch?nheitswettbewerb „K?nigin von Samland“ fertiggestellt werden.
*Samland – eine Halbinsel in der Ostsee **Heliaden sind Figuren der altgriechischen Mythologie, die Schwestern des Phaetons. Sie beweinten den Tod ihres Bruders untr?stlich und wurden in B?ume verwandelt; aus ihren Tr?nen entstand der Bernstein.
Der russische Premierminister Vladimir Putin besuchte das Kaliningrader Gebiet. Ende Oktober f?hrte er hier die Versammlung des Pr?sidiums des Rates zur Entwicklung der ?rtlichen Selbstverwaltung durch. Dar?ber hinaus weihte er einige gro?e Bauobjekte ein
Die Umsetzung des Programms zur Krisenbew?ltigung wurde zum Hauptthema der Ratssitzung. An ihr nahmen au?er Vladimir Putin, auch der Vizepremier Sergej Ivanov, die Minister f?r Wirtschaft und regionale Entwicklung Elvira Nabiullina und Viktor Basargin, der Vertreter des Pr?sidenten im nord-westlichen f?deralen Bezirk Ilja Klebanov, sowie eine Reihe Gouverneure und Leiter russischer Munizipalit?ten teil.
Die Ma?nahmen zur Krisenbew?ltigung und das Postkrisenprogramm Laut Putin haben die Ma?nahmen zur Krisenbew?ltigung ihre Aufgabe erf?llt. Ungeachtet dessen, dass „60 % der Russen entweder nichts ?ber die Ma?nahmen der ?rtlichen Beh?rden zur Bek?mpfung der Krise wissen oder der Meinung sind, dass ?berhaupt nichts dagegen unternommen wird“, wie aus dem Bericht von Minister Basargin hervorging. Dennoch, eine Massenarbeitslosigkeit sei verhindert worden. Seit Mai 2009 gehe ihr Niveau sogar zur?ck, insgesamt um 12 % innerhalb des vergangenen halben Jahres. Die Industrieproduktion sei im September um 5% gestiegen. Das Programm zur St?tzung der Besch?ftigung solle dabei keineswegs eingestellt werden. Dessen entscheidende Stossrichtungen sieht Putin in der Qualit?tssteigerung der Arbeitsressourcen, in der gezielten Hilfe f?r besonders bed?rftige Teile der Bev?lkerung, der Unterst?tzung von Eigeninitiative, der Beg?nstigung von Investitionen sowie der Gr?ndung neuer Unternehmen. Es wurde auch dar?ber gesprochen, dass die russische Regierung an einem Programm zur Entwicklung der Wirtschaft nach der ?berwindung der Krise arbeitet. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist die Erkl?rung Putins, dass das Ziel nicht darin bestehe, die Besch?ftigungsstrukturen der Vorkrisenperiode wieder herzustellen: „Der Wiederaufbau alter Besch?ftigungsstrukturen w?rde der allgemeinen Logik und Richtung widersprechen, die auf die Erh?hung der Arbeitsproduktivit?t und die Beseitigung alter, nicht konkurrenzf?higer Unternemehen abzielt.“ Es gehe um das Wiedererreichen des fr?heren Besch?ftigungsniveaus bei gleich- zeitiger grundlegender ?nderung der Besch?ftigungsstrukturen. Die L?sung dieser aus- gesprochen umfangreichen Aufgabe k?nne das sozio-?konomische Bild Russlands vollst?ndig ver?ndern. Daher r?hrt auch das besondere Augenmerk auf die Situation kleinerer und mittlerer Unternehmen. In diesen Bereichen w?rden in Russland heute 20% aller Besch?ftigten arbeiten. Im Vergleich zu entwickelten Volkswirtschaften sei das kein besonders hoher Anteil. Vladimir Putin verwies in diesem Zusammenhang auf das Kaliningrader Gebiet, das er dabei sehr positiv bewertete. Hier liege diese Zahl um einiges h?her, n?mlich bei 33%. Noch gr??er sei der Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen im regionalen Bruttoinlandsprodukt. „Weg mit den Vermittlern!“ Als gr??tes Hindernis auf dem Weg der Entwicklung nannte Putin die B?rokratie, die administrative Barrieren errichten w?rde. Diese seien nur mit Hilfe bestimmter Vermittler zu ?berwinden, die mit Beamten zusammenarbeiten und eine Art korrup- tes Tandem bilden w?rden. Dieses Problem ist lange bekannt und auch fr?her wurde schon viel dar?ber geredet. Die Beh?rden haben auf verschiedenen Ebenen mehrfach Erkl?rungen ?ber Ma?nahmen zur Normalisierung der Situation abgegeben. Jedoch ?ndert sich diese entweder ?berhaupt nicht oder in g?nzlich unbedeutendem Ma?e. Dieses Mal klang die Kritik aus dem Munde des Premiers aber wie eine unmi?verst?ndliche Drohung in Richtung korrupter Verquikungen und wie eine direkte Anordnung zur Ergreifung von Gegenma?nahmen. Die Wortwahl dabei war auf Einfachheit und maximale H?rte ausgerichtet, eine besondere Spezialit?t Putins: „Die gehen mittlerweile allen auf die Nerven, diese bezahlten Vermittler! Sie arbeiten sowohl auf lokaler, als auch auf regionaler und f?deraler Ebene. Man muss all diese Vermittler hier mit einem vedammten Besen rauskehren, damit sich keine Organisation zwischen den B?rger und die Beh?rde stellen kann, zu der die Menschen mit Tritten hingetrieben werden, damit sie dort ihr Geld lassen.“ Wie Putin selbst sagte, st?tzte er sich bei seinen Aussagen auf konkrete Dokumente der Generalstaatsanwaltschaft. Manche davon nannte er „himmelschreiende Fakten“. Dabei bleiben die vorgeschlagenen Gegenma?nahmen nach wie vor dieselben: Verankerung einheitlicher Standarts und administartiver Reglementierungen; Errichtung multifunktionaler Zentren f?r B?rgeranliegen, die nach dem Prinzip des „einen Fensters“ funktionieren sollen; Nutzung moderner elektronischer Verfahren. M?glicherweise wurde dieses Mal gerade in Kaliningrad endlich ein echter Startschu? f?r diese Ma?nahmen gegeben. Andererseits sagte Putin, dass die Regierung bereits damit besch?ftigt sei, eine umfassende Auflistung kostenpflichtiger Leistungen mitsamt festegelegten Preisen zu erstellen, die von den Beh?rden gegen?ber den B?rgern erbracht w?rden. Danach m?sse alles, was nicht in der Auflistung enthalten sei, kostenlos zur Verf?gung gestellt werden. Den Regionen und Munizipalit?ten gab er den nachdr?cklichen Rat, dasselbe zu tun. Es bleibt zu hoffen, dass die Empfehlung von Vladimir Putin mehr ist, als die ?u?erung eines bescheidenen Wunsches. Geh?lter f?r Piloten und die Er?ffnung der Autobahn Die grunds?tzliche L?sung einer, f?r die Kaliningrader schmerzlichen Frage, konnte beim Treffen zwischen Vladimir Putin und dem Gouverneur des Gebiets Georgi Boos erziehlt werden. Der Premiermnister hat den Auftrag erteilt, den Berg ausstehender Geh?lter f?r die Mitarbeiter der bankroten Fluggesellschaft „KD-Avia“ aus f?deralen Mitteln zu kompensieren. Das Geld ist bereits vor einiger Zeit aus dem f?deralen Haushalt an die Region ?berwiesen worden und sollte dazu dienen, die Fluggesellschaft zu st?tzen. Noch vor der „Zerschlagung der Vermittler“ er?ffnete Vladimir Putin den ersten Abschnitt der Primorskaja Ringstra?e. Von nun an verbindet sie Kaliningrad mit Zelenogradsk (Cranz) und dem internationalen Flughafen „Chrab- rowo“. Dieser Streckenabschnitt ist 27 Kilometer lang, verf?gt ?ber zwei Spuren in beide Richtungen und ?ber eine Mittelleitplanke. Die Trasse wird nirgends unterbrochen und ist vollst?ndig beleuchtet. Damit ist eine sichere Fahrt bei einem Tempo von 120 km/h m?glich. Nach der Besichtigung und nach einem Test der neuen Autobahn, hat der Premier angemerkt, dass er „mit dem Zustand der Infrastruktur im Kaliningrader Gebiet zufrieden“ sei. Sicher, ein solches Lob ist sehr angenehm. Es ist jedoch fraglich, ob der Gro?teil der Bewohner der Region mit so einer Einsch?tzung einverstanden ist. Die Dinge, die noch gemacht werden m?ssen, ?berwiegen noch immer diejenigen, die bereits gemacht wurden. Deshalb sind viele ?ber die Fortsetzung der Arbeiten besorgt, besonders jetzt, in Zeiten der Krise. Die n?chste Nachricht stimmt allerdings zuversichtlich: Wie Putin bekannt gab, w?rden f?r die Finanzierung des zweiten Abschnitts, von 24 Kilometer L?nge, von Zelenogradsk nach Svetlogorsk mit Sicherheit Mittel gefunden werden. Der f?derale Haushalt w?rde sich an dem Projekt beteiligen. Daf?r seien dort etwa vier Milliarden Rubel vorgesehen. Nach der Munizipalit?tssitzung war eine weitere Einweihung vorgesehen. Auf Vladimir Putin wartete der festlich geschm?ckte Sportpalast „Jantarnyi“. Das ist das modernste Sport- und Vergn?gungscenter in Russland, mit einem Fassungsverm?gen von 7500 Zuschauern. Die Anlage eignet sich f?r alle Hallensportarten, sowie f?r Konzerte und andere Massenveranstaltungen.
Sport und Politik im „Jantarnyi“ Zur Er?ffnung war die Durchf?hrung der Viertelfinalbegegnung im offenen russischen Volleyballpokalwettbe- werb geplant. Die Halle war voll, allerdings waren die meisten offenbar nicht zum Spiel, sondern „zum Putin“ gekommen. Die Zuschauerr?nge waren von Fahnen der Partei „Einiges Russland“ und anderer politischer Organisationen ?bers?t, die dieser Partei des russischen Premiers nahe sind. Das politische Spektakel, welches dem sportlichen die Show stehlen sollte, fand jedoch nicht statt. Aus unerfindlichen Gr?nden erschien Putin gemeinsam mit Boos erst kurz vor dem Ende des zweiten Spiels. Der Gro?teil „politischer“ Zuschauer hatten zu diesem Zeitpunkt den Saal bereits verlassen. Daf?r gab es Gl?ckw?nsche von Seiten des Regierungschefs an die kaliningrader Mannschaft „Dinamo-Jantar“, die gegen die lettische Auswahl einen Sieg erringen konnte. Und eine Menge Autogramme f?r die Kinder.
Info: Der Pr?sidentenrat der Russischen F?deration zur Entwickelung der ?rtlichen Selbstverwaltung wurde gegr?ndet, um die Umsetzung von Staatspolitik im Bereich der ?rtlichen Selbstverwaltung zu organisieren. Er soll die Funktionsweise und die Zusammenarbeit von staatlichen Beh?rden und ?rtlichen Beh?rden der Selbstverwaltung koordinieren. Der Rat wird von Dmitrij Medwedew angef?hrt. Vorsitzender des Pr?sidiums ist Premierminister Vladimir Putin.
Gouverneur des Kaliningrader Gebiets und Pr?sident Russlands
Nach dem Besuch der gro?en Milit?r?bungen "Sapad-2009“ („Westen-2009“)gab Russlands Pr?sident den Wiederaufbau der russischen Marine in den n?chsten 10 Jahren bekannt und billigte die Entwicklungsprojekte der Region und Kaliningrads.
Dmitrij Medvedev besuchte unsere Region zum ersten Mal. Doch der Anlass des Besuchs vom h?chsten Beamten des Staates stand formell nicht mit kaliningrader regionalen Angelegenheiten in Verbindung. Herr Medvedev inspizierte die Milit?r?bungen "Sapad-2009", deren Man?ver zum Teil auf den lokalen Truppen?bungspl?tzen, zum Teil in anderen Regionen nordwestlichen Regionen Russlands und in Wei?russland abgelaufen sind.
„UNSERE ?BUNGEN D?RFEN NICHT ALS BEDROHUNG AUFGEFASST WERDEN“ „Es gab seit Langem keine Milit?r?bungen solcher Art. Das sie nun in solchem Umfang stattfinden ist erfreulich“ – so lautete die allgemeine Bewertung des Pr?sidenten. Und tats?chlich gab es seit 1981, den Zeiten der Sowjetunion, keine ?bungen mit einem vergleichbaren Ma?stab. Viele Menschen, sowohl in Russland als auch im Ausland, wollen Antworten auf die Fragen „warum?“ und „mit welchem Ziel?“ bekommen. Die zweite Frage beantwortete der Pr?sident selbst: – Ich m?chte betonen, dass das Ziel unsere ?bungen einen Verteidigungscharakter hat. Wir drohen niemand. Doch warum die ?bungen ausgerechnet jetzt und mit einem solchen Ausma? stattfanden, musste man sich selbst erdenken. Der s?dossetische Konflikt im August 2008 brachte gro?e Probleme an den Tag und stellte ernste Aufgaben in Bereichen der Verbesserung der Koordination und Lenkbarkeit und der Modernisierung der Streitkr?fte. Die Milit?r?bungen „Sapad-2009“ sollten am Beispiel der Konfrontation und Zusammenarbeit unterschiedlicher Truppengattungen und Gruppierungen auf dem riesigen Territorien der Staaten Russland und Wei?russland zeigen, welche Schlussfolgerungen gemacht wurden. Dmitrij Medvedev wurden Prototypen f?r eine Serie neuer Milit?rtechnik vorgef?hrt, die schon jetzt oder in k?rzester Zeit zur Ausr?stung russischer Armee geh?ren wird. Zum Beispiel das Gewehr АДС. Er kann sowohl auf dem Festland, als auch unter Wasser eingesetzt werden und verf?gt ?ber ausreichend Feuerkraft, um eine gepanzerte Wand eines Kampffahrzeuges zu durchschie?en. Die im Kaliningrader Gebiet vorgef?hrte Technik hatte eine deutliche Spezifik – die Eignung f?r den Einsatz auf See. So der mobile Komplex „Panthera Plus“, welcher auf einer Tiefe bis zu einem Kilometer Soforthilfe f?r Besatzungen untergehender Schiffe leisten kann. Besonders harte Taucheranz?ge, in welchen die Taucher auf einer Tiefe bis zu 365 Metern unter normalen Druckverh?ltnissen arbeiten k?nnen. Ein schnell aufblasbares Wasserfahrzeug, welches f?r die Nutzung in speziellen, einschlie?lich der antiterroristischen, Operationen vorbestimmt ist.
„WIR BRAUCHEN EINE STARKE FLOTTE“ Dmitri Medvedev schilderte auch die Perspektiven der Entwicklung der russischen Streitkr?fte: – Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Marine im n?chsten Jahrzehnt auf jenem Niveau reproduzieren, welches f?r unser Land angemessen ist. Und wir brauchen eine starke Flotte. Die Kaliningrader haben diese Worte als eine positive Nachricht f?r die regionale Wirtschaft aufgefasst: Wom?glich wird das Schiffsbauwerk „Jantar`“ („Bernstein“) wieder Auftr?ge f?r den Bau von Milit?rschiffen unterschiedlicher Klassen erhalten. Mit den neuen Auftr?gen w?ren eine Wiederherstellung eines 10-Tausend Mann starken Arbeitskollektivs und eine Wiederaufnahme von Hochtechnologieproduktion im vollen Zyklus, anstelle der heutigen Produktion von „leeren“ Geh?usen f?r ausl?ndische Auftraggeber, verbunden. Im Laufe der ?bungen konnte sich Russlands Pr?sident nicht nur ein Bild von der Kampfbereitschaft der Landstreitkr?fte, der Baltischen Flotte und unter ihrer Patenschaft stehender Schiffe der Nord- und der Schwarzmeerflotte und der milit?rischen Luftfahrt machen, sich einige Vortr?ge anh?ren und Geschenke empfangen (Der Pr?sident bekam einen Kampfschwimmer- Messer), sondern trat mit einer Reihe wichtiger Erkl?rungen auf. Herr Medvedev best?tigte Russlands Verzicht auf die Pl?ne der Aufstellung der Raketenkomplexe „Iskander“ im Kaliningrader Gebiet, was sicherlich als ein Antwortschritt auf den Beschluss ?ber die Revision der Pl?ne ?ber die Errichtung eines Raketensystems in Polen und Tschechien des US-Pr?sidenten Barack Obama zu sehen ist. Diese Aussage wiederholte der russische Pr?sident auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh. Die Bewohner des Gebiets nahmen beide Nachrichten mit Erleichterung wahr. Denn jede Spannung um die russische Exklave verursacht auf eine oder andere Weise eine Verschlechterung der Lebensqualit?t der Kaliningrader. Wohl der einzige unangenehme Vorfall war der Verzug, in welchen der Pr?sident mit der Gratulation von Angela Merkel zu gewonnenen Wahlen in Deutschland gekommen ist. Nachfolgend gab es keine ?berzeugenden Erkl?rungen, so dass sich unz?hlige Kommentatoren zu diesem Thema auslassen konnten. Vom Standpunkt der Kaliningrader ist es wichtig, dass Kommunikationsprobleme nicht in Entfremdung m?nden und die russisch-deutsche Partnerschaft und Zusammenarbeiten nicht gef?hrden. „PROJEKTE VOM PR?SIDENTEN GEBILLIGT“ Im Laufe seines Besuchs in Kaliningrad traf sich der Pr?sident Dmitrij Medvedev mit dem Gouverneur des Gebietes Georgij Boos. Die Presseabteilung der regionalen Regierung teilte mit, dass es auf dem Treffen um Konzepte der Entwicklung der Region und seines administrativen Zentrums, um soziale Probleme und Schaffung neuer Arbeitspl?tze ging. Der Gouverneur zeigte dem Pr?sidenten Bebauungsmodelle einiger Wohnviertel Kaliningrads, einschlie?lich des historischen Zentrums mit dem K?nigsberger Schloss, die Pl?ne eines in Errichtung stehenden Jachthafens in Pionersk (ehemalig Neukuhren) und des F?deralen Universit?tszentrums. „Der Pr?sident billigte unsere Projekte“ – sagte Georgij Boos. Folgt dieser Billigung die notwendige materielle Unterst?tzung? Ohne f?derale Mittel werden die Projekte unter den Bedingungen der anhaltenden Krise kaum bald genug Investoren finden. W?hrend seiner Amtszeit billigte auch der Vorg?nger des Pr?sidenten, Wladimir Putin, die Wiedererrichtung des K?nigsberger Schlosses. Und machte sogar so manche Anordnungen ?ber die Teilnahme an der Finanzierung. Aber die Sache bewegte sich nicht von der Stelle. Und hier handelt es sich sogar um mehrere gro?e Projekte. Es w?re bedauerlich, wenn die Worte erneut nicht in Taten umgesetzt werden. Inzwischen schenken die Beobachter ihre Aufmerksamkeit verst?rkt einigen Momenten des Treffens des Pr?sidenten mit dem Gouverneur, welche ihrer Meinung nach eine Bedeutung haben und Andeutungen ?ber den Charakter der Zusammenkunft geben. Als erstes trug Herr Medvedev w?hrend des Treffens Milit?runiform und stellte dadurch die milit?rischen Angelegenheiten seines Erscheinens in der Region in den Vordergrund und betonte die Nebens?chlichkeit des Besuches im Geb?ude der regionalen Regierung. Als zweites ist die auff?llig geringe Beleuchtung des Treffens durch die Presse auff?llig. F?r die russischen Verh?ltnisse sind solche Ereignisse Anl?sse f?r gro?e PR-Erkl?rungen und -Kampagnen, umso merkw?rdiger erscheint das bescheidene Schweigen des Presseamtes vor dem Hintergrund der W?rter ?ber «die volle Billigung des Pr?sidenten». Igor Kowaljow Foto: Eduard Moltschanov
In September feierte die Stadt Kaliningrad zum dreizehnten Mal ihren Geburtstag.
Seit 1997 und bis zu diesem Jahr feierte man das Fest am vierten Juli, dem Tag der Umbenennung der Stadt von K?nigsberg in Kaliningrad. Jedoch wurden die Feierlichkeiten im letzten Jahr auf September verlegt und dem lagen einige Argumente zugrunde. Darunter auch die gr??ere historische ?bereinstimmung mit der Geschichte der Stadt, denn urkundlich liegt ihre Gr?ndung im September. Am Samstag, dem 12 September fing man an, den Geburtstag der Stadt zu feiern. Das offizielle Programm – der Empfang internationaler G?ste und Auszeichnung neuer Ehrenb?rger- wurde von dem Volksfest vor dem Museum des Weltmeeres gefolgt. Hier konnte man nicht nur Schaschlik und Ucha (eine russische Fischsuppe) probieren und durch die Reihen der Souvenirh?ndler spazieren, sondern auch bei Regattasegeln zusehen. Und zum Hauptereignis dieses Tages wurde die Feier des 70. Geburtstags des ber?hmten Forschungsschiffes „Vitjaz“.
Array
Der Schlossberg verwandelte sich zum Schauplatz erbitterter Ritterk?mpfe. Die Kaliningrader stimmten f?r die besten Ritter, so wie es Brauch ist, mit einer Rose, manche nahmen Schilder und Schwerter und gingen selbst auf das Kampf-feld hinaus. Nicht nur M?nner, sondern auch Jugendliche und Frauen wollten sich in Kraft und Geschicklichkeit messen. Das am Samstag auf dem Zentralen Platz stattgefundene Galakonzert bekannter Popmusiker wurde zu einer Massenveranstaltung. Der ganze Raum vom Nizhnee Ozero (ehem. K?nigsberger Schlossteich) bis zur Szene war von einem tanzenden Menschenmeer gef?llt. Gekr?nt wurden die Feierlichkeiten von einem 20-min?tigem Feuerwerk. Am n?chsten Tag wurde eine drei Kilometer lange Strecke zum Zentrum des Geschehens erkl?rt: Das Territorium vom Siegesplatz bis zum Zentralen Park wurde zur einer Fu?g?ngerzone. Ein Umzug aus Erwachsenen, Kindern und Senioren bewegte sich auf der Fahrbahn des Prospektes, Autos konnte man lediglich von den Trib?nen des Stadions sehen, wo eine Rennshow stattfand...
Array
Mitte August staunten all jene nicht schlecht, die in der N?he der Ausgrabungen am K?nigsberger Schloss vorbei gegangen oder gefahren sind oder sie dachten vielleicht zu tr?umen. Unten am Schlossberg spazierten die Ritter des Teutonischen Ordens in vollem Kampfgewand hin und her, als ob sie aus den ausgegrabenen, antiken Kellern heraus gestiegen w?ren. Auf dem Berg wurde ein gro?es Zelt aufgebaut. Rund herum fanden diese wirkungsvollen Handlungen statt. Die Anz?ge und die L?nder wurden zusammengew?rfelt: es waren Ritter, preu?ische K?mpfer und englische Bogen- und Armbrustsch?tzen. Insgesamt wurden dort Rekonstruktionen des Mittelalters von 10 Klubs vorgestellt. Man konnte dabei nicht nur zuschauen, sondern auch beispielsweise das Bogenschie?en erlernen. Die Organisatoren dieses Minifestivals „Das Goldene Schwert“ waren das Kaliningrader historisch-k?nstlerische Kreismuseum und der Klub "Wildenburg", dessen Mitglieder sich mit der Geschichte des Teutonischen Ordens besch?ftigen. Es ist kein Wunder, dass diese Vorstellung der Klub "Die Kreuzritter" in Kaliningrad mitorganisiert hat. Erstaunlich, dass der Hauptinitiator der Turniere, der Klub "Wildenburg", nicht aus dem lokalen Umfeld, sondern aus der alten russischen Stadt Wladimir stammt! Aus Wladimir kam auch die Exposition, die dem Orden gewidmet ist. Diese wurde im Kaliningrader historisch-k?nstlerischen Kreismuseum ausgestellt. F?r die Zukunft ist die Durchf?hrung eines offenen, nicht kommerziellen Ritterturniers geplant. Jeder, der Lust hat, kann ohne Einschr?nkungen und ohne Geld daran teilnehmen. Die einzige Bedingung lautet, die R?stungen und die Waffen sollen den Originalen vollst?ndig entsprechen: sowohl in materieller Hinsicht als auch in der technischen Herstellung.
Array
Den slavjano-goritskij’schen Kampfstil hat der Kaliningrader Klub "Ratowische" pr?sentiert. Es ist die Nachstellung einer beliebten Art des Volksvergn?gens im fr?heren Russland. Die ?u?erliche Aggression des Handkampfes ist eine Illusion, hinter der sich eine meisterhafte Technik und eine echte Kampfkunst verbergen. Doch in erster Linie geht es dem K?mpfer darum, seinem Gegner auch Respekt zu erweisen, besonders dann, wenn ihm dieser ohne Schwert gegen?ber steht.
Array
Foto: Jurij GORBUSHIN
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
Array