|
Array
In Kaliningrad fand das 5. Internationale Musikfestival "Don Chento Jazz – 2010“ statt. Im Laufe von drei Tagen traten im Sommer-Theater des Zentralparks vor zahlreichem Publikum weltbekannte Stars neben jungen Interpreten auf. Das Kaliningrader Musikfestival ist trotz des Wortes Jazz in seiner Bezeichnung kein klassisches Jazz-Festival. Hier kann man sich sowohl Swing, als auch Dixieland und nat?rlich auch viele andere Musikrichtungen anh?ren. Das Programm wird nach folgendem Prinzip zusammengestellt: es erklingt nur Musik, die die Grundlagen vom Jazz in sich hat – Freiheit im Umgang mit Musikstoff und Improvisation. „Don Chento Jazz“ wurde sofort zum Lieblingsfestival der Kaliningrader, ganz unabh?ngig von ihrem Alter und den musikalischen Vorlieben. M?glicherweise deshalb, weil die Freiheitsgef?hle und die Expression der Jazz-Musik mit der Mentalit?t von St?dtern ?bereinstimmt. Zugegeben, es war beinahe unm?glich, sich nicht in das „Don Chento Jazz“ zu verlieben, wo schon beim ersten Festival im Jahre 2006 das legend?re Gesang-Quartett „Manhattan Transfer“ zu dessen Headliner wurde. Seitdem kommen nach Kaliningrad jeden Sommer solche Ber?hmtheiten, wie Incognito und Cosmos, Fuse und Touch And Go, De Phazz und Us3, Vayo Con Dios und Richard Galliano, Victor Bailey, Lenny White und Nino Katamadse. Dieses Jahr war in Kaliningrad eine Vielfalt von Stilen und Kunstrichtungen vertreten: die ungarische ethno-fusion Band Djabe, die unglaubliche deutsche Jazzanova LIVE mit dem Steve Hackett, Gitarristen aus GENESIS, das expressive Brass Bastardz Orchestra aus Litauen, die holl?ndische Saxofon- und Herzensk?nigin Candy Dulfer, Nachfolger des jazzigen kanadischen Gesangstandarten Matt Dusk sowie die h?bsche Interpretin vom sch?nen Lounge-Jazz aus Italien, Gabin. Das Amphitheater, die Aussichtsplattformen und die gr?ne Zone des Sommer-Theaters waren ?berf?llt von Zuschauern. Die Wetterlage wirkte dabei etwas bedrohlich. Gewitterfronten wechselten einander ab und ergossen sich auf die Stadt mit starken Regenf?llen. Als Gl?ck im Ungl?ck kann man Regenpausen betrachten, die immer zum Programmbeginn eintraten, so dass das Himmelswasser keinesfalls die Erdenmusik gest?rt hatte. Der Regen bedeutet f?r die Kaliningrader ohnehin kein wesentliches Hindernis. Das ?rtliche Sprichwort r?t: „Soll Ihnen das Kaliningrader Wetter nicht gefallen, dann warten Sie f?nf Minuten ab“. Die Festival-Atmosph?re war traditionsgem?? jazzig, freiz?gig und wohlwollend. An keinem der drei Abende brauchte das Publikum viel Zeit, um sich gut zu f?hlen und ihre Emotionen mit den B?hnenschwingungen zu vereinen. Die Fl?che vor der B?hne f?llte sich schnell mit Tanzenden auf. Mitspielbereitschaft und die positive Stimmung der „Don Chento Jazz“- Fans verschafften den Musikern zus?tzliche Energie, f?r die sie sich mehrmals herzlich beim Publikum bedankten. Es war eine absolute Einigkeit und volles Verst?ndnis. Das sind Markenzeichen von „Don Chento Jazz“. Eine Best?tigung daf?r war der Auftritt von Candy Dulfer, die das Festival-2010 abgeschossen hat. Ihr ber?hmter Song Lily Was Hier l?sst bis jetzt keinen Kaliningrader gleichg?ltig. Candy hat das Publikum nicht nur durch ihre meisterhafte Beherrschung des traditionell m?nnlichen Instruments Saxofon oder durch ihre Sch?nheit begeistert, sondern auch durch ihre pers?nliche Teilnahme an der Feier: sie stieg von der B?hne hinunter und tanzte umgeben von ihren Fans. Dabei verga? sie nicht ihre Saxofonpartien zu spielen. Abgeschlossen wurde ihr Aufritt mit einem tausendstimmigen Chorgesang vom Song Sax A Go-Go. Wer sagt denn, dass Jazz eine Elite-Musik ist? Es stimmt eher eine andere Behauptung: Musik kann schlecht oder gut sein. Beim „Don Chento Jazz“ gibt es nur gute Musik, was Jahr f?r Jahr neu bewiesen wird. Zum Abschied versprachen die Organisatoren eine ?berraschung, die auf die G?ste beim n?chsten Festival wartet. Es gibt keinen Zweifel daran, dass diese ?berraschung tats?chlich sehr lebhaft und bemerkenswert sein wird. Jetzt bleibt uns nur ?brig, geduldig auf den August 2011 zu warten. Marina BELOWA
Foto: Die holl?ndische Saxophonistin Candy Dulfer zeigte den Kaliningrader den echten Jazz. Und gewann ihre Herzen
|