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Nach 70 Jahren staatlicher Atheismus kam in Russland ine religi?se Renaissance. Es werden die alten Kirchen unterschiedlicher Konfessionen restauriert und neue erbaut. Jeder, der sich an Gott wendet, hat ein Recht darauf, sein Gebet an einem Ort zu machen, das seinem Glauben entspricht.
Ein solches Recht haben auch die Mitglieder der russisch-orthodoxen Altgl?ubigen-Kirche. Es ist tats?chlich eine sehr altert?mliche Kirche, deren Riten der orthodoxen Tradition entsprechen, die im Russischen seit dem X. Jahrhundert gelten. Der von der absoluten monarchischen Macht unterst?tzte Klerus f?hrte im XVII. Jahrhundert neue religi?se Riten ein, welche mit viel Massengewalt und Brutalit?t eingeb?rgert wurden. Es kam zu einer kirchlichen Spaltung. Alle, die mit den neuen Riten nicht einverstanden waren, fl?chteten in den Norden nach Sibirien, in den Kaukasus und in die osteurop?ischen L?nder. Seitdem gibt es die Gemeinden von orthodoxen Altgl?ubigen in Rum?nien, Bulgarien, Moldawien, Polen, ?sterreich, T?rkei, Deutschland und sogar in China. Etwas sp?ter entstanden diese auch in Australien sowie im Nord- und S?damerika. F?r einen Laien sind die Riten-Unterschiede nicht von wesentlicher Bedeutung. Doch f?r die Anh?nger von alten Riten sind diese keine Formalit?t, sondern ein unentbehrlicher Bestandteil ihres Glaubens. Wie ein Gef??, das beim Zerbrechen seinen Inhalt verliert, so sind f?r die Altgl?ubigen die neuen Riten, welche die Grundlage ihres Glaubens zerst?rten.
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Aus diesem Grund k?nnen die Altgl?ubigen nicht in der orthodoxen Kirche der neuen Ordnung beten, obwohl in ihren eigenen Kirchen alle Orthodoxen zum Gebet zugelassen sind. Die Altgl?ubigen brauchen eine eigene Kirche. Nach 300 Jahren der Unterdr?ckung hat die Altgl?ubigen-Kirche endlich Freiheit und Anerkennung bekommen; es wurde ihr die M?glichkeit gegeben, eigene Tempel zu bauen. Davon gibt es mittlerweile Dutzende. Im Kaliningrader Gebiet gibt es schon seit sechs Jahren eine Altgl?ubigen-Gemeinde. Organisiert und geleitet wird diese vom Vater Witalij, der in Kaliningrad seit 1946 ans?ssig ist. Doch einen Tempel hat die Gemeinde immer noch nicht. Vater Witalij f?hrt durch die Region, um die Gemeindemitglieder bei ihnen zu Hause zu taufen und das Abendmahl zu geben. Oft kann er die ihm gestellte Frage: „Wo k?nnen wir Sie besuchen?“ nicht beantworten. Mit dieser Frage kommen n?mlich nicht nur die Kaliningrader an, sondern auch Interessenten aus Deutschland und Litauen. Und die B?rger Hannovers kommen j?hrlich nach Kaliningrad, um ihr Abendmahl zu empfangen.
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„Einen Tempel brauchen wir, wie die Atemluft!“ – sagt Vater Witalij. „Heute versammeln wir uns in einer mittelgro?en Stadtwohnung, um unsem Gottesdienst zu dienen und Riten auszuf?hren. Diese Wohnung kann gleichzeitig lediglich zehn Gl?ubige empfangen. Wir sollten zumindest mit dem Bau einer Kapelle anfangen, in der sich die Gemeindemitglieder versammeln k?nnten.“ Mit dem Bau wurde schon begonnen. Das Bauland f?r die Kapelle wurde im Jahre 2009 von der st?dtischen Verwaltung in einem Vorort von Kaliningrad, in der Birjukowo-Siedlung, zur Verf?gung gestellt. Sehr behilflich dabei waren das Stadt- oberhaupt Alexander Jaroschuk sowie der stellvertretende Vorsitzender vom Abgeordneten-Rat, Alexander Pjatikop. Au?erdem wurde die Altgl?ubigen-Gemeinde Kaliningrads von der Grundsteuer-Entrichtung freigestellt. Es gibt schon ein Projekt vom Tempel-Komplex. Dieses Projekt soll aus dem Tempel der Heiligen Gottesmutter-Verk?ndung sowie einer Kapelle vom gleichen apostolischen Heiligen Wladimir und einem Dienstgeb?ude mit kleinem Gasthaus bestehen. Die Arbeiter sind bereit, zun?chst unter Sonderbedingungen zu arbeiten, bis die Mittel da sind. Sie versprechen zum Beispiel, die Kapelle in nur zwei Monaten zu errichten. „Eigene Kr?fte und Mittel reichen uns leider nicht,“ setzt Vater Witalij seine Erz?hlung fort. „Wir k?nnen mit keiner staatlichen Unterst?tzung rechnen. Es gibt nur Hilfe aus Moskau, vom Oberhaupt unserer Kirche, dem Metropoliten Kornilij. Doch diese hat einen sehr begrenzten Umfang. Die Hilfe von anderen russischen Spendern ist durch die Abgrenzung des Kaliningrader Gebietes vom restlichen Russland sehr erschwert.“ Der Leiter der Gemeinde hegt keinen Zweifel daran, dass der Tempel sich mit Gl?ubigen f?llen wird. Die russischen Altgl?ubigen gibt es sowohl in der Region als auch im Ausland. Es sind sehr viele. Und Vater Witalij hofft mit ihnen zusammen, dass sich in Russland und in Europa gute Menschen finden werden, die dabei helfen, den Tempel-Komplex zu erbauen. Igor Kowaljow
Juristische Adresse der Gemeinde: Kaliningrad, Ulitsa Tschekistow, Haus Nr. 40, Wohnung Nr.14 Postadresse: 236004, Russland, Kaliningrad, Pereulok Parkowyj, Dom Nr.6, Wohnung Nr.5 Tel.: +7 906 215 6284
Bankverbindung der Altgl?ubigen-Gemeinde: Steuer-Identifikationsnummer: 3904061595 Konto: 40703810820230100975 Kaliningrader Abteilung von Sberbank RF Nr. 8626 SWIFT 042748634 Kor. Konto 30101810100000000834
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