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Wohl jeder interessiert sich fьr die Geschichte seines Wohnortes. Desto mehr, wenn die Geschichte so ungew?hnlich ist wie die Kaliningrader. „Was war hier?“ ist eine ?bliche Frage, nicht nur von Touristen. Das Territorium des heutigen Bezirkes Nr.24 geh?rte im fr?heren K?nigsberg zum Bezirk Mittel-Hufen. Dieses ist ein Teil des gr??eren Bezirks Hufen. Seinen Namen hat er von der Ortschaft Hufendorf geerbt, welche sich noch im 15. Jhd. auf diesem Territorium befand. Hufen – das bedeutet nicht, dass hier Schmiede ans?ssig waren, sondern der Name kommt von den hufeisenf?rmigen Schluchten, die den Zoo und den Zentralen Park durchziehen und durch die auch heute ein Bach flie?t. In der Mitte des „Hufeisens“ erbaute man damals ein Dorf. Noch in der Mitte des 19. Jhd. war dieser Kreis nicht der nahe gelegenste Vorort. In den Privath?usern wohnten hier keine armen K?nigsberger, sondern Leute, die sich w?nschten, m?glichst weit weg von st?dtischer Enge und L?rm zu sein. Und sie wurden immer mehr. Das war der Ansto? zur, wie man heute sagen w?rde, Entwicklung der Infrastruktur: Stra?enbahnlinie, das Luisen - Theater (heute - Dramaturgisches Theater Kaliningrad), der Park Luisenwahl (heute: Zentraler Park), das Hufen-Gymnasium (heute: Schule f?r St?dtebau), verschiedene Sporthallen, einschlie?lich des Walther-Simon-Stadions ( heute: Stadion „Baltika“), der Zoo wurden gebaut und andere Gr?nanlagen angelegt. Den Status eines Stadtbezirkes bekam Hufen erst im Jahre 1912, als die Festungswerke abgerissen wurden, die sich vom Fluss Pregel ?ber den Hansa-Ring (Gwardejskij Prospekt) und die Kavalleriestrasse (Tschernjachowsker Stra?e) entlang erstreckten, und auch das Steindammer Tor, dessen Reste sich jetzt unter dem Shoppingtempel „Europa-Center“ befinden. Die Stra?en im Bezirk bildeten sich im Gro?en und Ganzen seit Mitte des 19. Jhd. heraus. Und nat?rlich wurden sie, im Gleichklang mit dem Wachsen Hufens gen Westen, in die Richtung des heutigen Oktjabrskij Bezirkes angelegt und gebaut. Die heutige Stra?e ul. Krasnaja entstand relativ sp?t, Anfang des 20. Jhd. Auf dem Stadtplan von 1910 ist ihr unterer Teil, von der Hufen-Allee (Prospekt Mira) bis zur Hagenstrasse (Karl-Marx-Stra?e), schon eingezeichnet. In ihrer N?he ist auch die Schillerstrasse eingezeichnet. Gegen 1931 verband sie schon die Hufen-Allee (Prospekt Mira) mit der Stresemannstra?e (Sowjetskij Prospekt). Diese Stra?e wurde nach einem ber?hmten deutschen Schriftsteller, von Schr?tter benannt, – Schr?tterstra?e.
Das war schon keine mittelalterliche Gasse mehr. Der Fortschritt machte ihre Stra?enfahrbahn in der Breite f?r den zweispurigen Verkehr mit Kraftfahrzeugen nutzbar, von den breiten B?rgersteigen, mehr ?hnlich Alleen zum Spazierengehen, waren Fahrradwege abgeteilt. Die H?user des an die Hufen-Allee angrenzenden Teils baute man solide, jedoch nicht als Luxusbauten, ausgerichtet auf B?rger mit gutem Einkommen, doch nicht f?r Reiche. Kleine G?rten und Blumenbeete geh?rten unbedingt zu jedem Haus. Zum Jahre 1938 erstreckte sich die Schr?tterstra?e noch viel weiter als der heutige Sowjetskij Prospekt und wurde zur l?ngsten Stra?e K?nigsbergs. Die Krasnaja Stra?e bleibt auch heute die l?ngste in Kaliningrad. Auf demselben Stadtplan von 1910 sehen wir eine Stra?e, die heute den Namen des Kosmonauten Leonow tr?gt. Damals hie? sie Bahnstrasse, weil sich auf ihrer rechten Seite die „Haltestelle Mittelhufen“ der Eisenbahnstrecke K?nigsberg – Cranz (Zelenogradsk) befand. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stra?e zu Ehren des Feldmarschalls Hindenburg in Hindenburgstrasse umbenannt. Er lebte einige Zeit in K?nigsberg in der heutigen Frunse Stra?e (K?nigstrasse) und war von 1925-1934 Pr?sident der Weimarer Republik.
Im Unterschied zur Schr?tterstra?e (Krasnaja Stra?e) wurden hier H?user f?r besser betuchte B?rger gebaut. Das Haus an der Ecke der Hufen-Allee wurde noch Mitte des 19. Jhd. erbaut. Nach der Rekonstruktion in den 1970-er Jahren wurde sein ehrw?rdiges Antlitz nicht erhalten. Nur die S?ulenhalle, in welcher der B?rgersteig verl?uft, erinnert daran, dass dieses nicht ein gew?hnliches sowjetisches Bauwerk ist. Dort, wo sich heute das Cafe «Blin-za-za» und der Teeladen «Unzija» befinden, befand sich ein solides Restaurant «Hufenlaube». Das rote Ziegelgeb?ude im neogotischen Stil, in dem sich einstmals die Kaliningrader Schule Nr. 18 befand, wurde 1905 als H?here M?dchenschule erbaut. 1921 kaufte der Staat das Haus und ?bergab es an eine andere Bildungseinrichtung – das H?here Hufen-Lyzeum. Diese «schulische» Tradition setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute fort. Wenn man den Innenhof betritt, kann man ?ber der Eingangst?r noch ein echtes Kunstwerk sehen: M?dchenk?pfe aus Keramik aus dem Schaffen des bekannten K?nigsberger Bildhauers Stanislav Kauer. Er schuf das Schiller-Denkmal, welches heute in der Gr?nanlage vor dem dramaturgischen Theater des Kaliningrader Gebietes steht.
Das heutige Restaurant «Grand-Hall» befindet sich in einem Geb?ude von 1912. Das Geb?ude wurde im Stil des Klassizismus mit Elementen des vereinfachten Barocks ausgef?hrt, was noch heute zu erkennen ist. In ihm war das Eichamt untergebracht. Unser Hauptpostamt bewahrt die Nachfolge: in diesem Geb?ude waren ebenfalls die Post und das Telegraphenamt untergebracht. Damit man sich vorstellen kann, wie diese Stra?e erdacht und erbaut wurde, sollte man sich das Haus Nr. 27 ansehen. Das „Jugendstil“-Bauwerk wurde gegen 1900 errichtet und stellt ein typisches Beispiel der damaligen Elitewohnung dar: viele Zimmer, gro?e Loggien und Badezimmer. Wie wir sehen, war dieser Bezirk damals als Elitebezirk gedacht. Er ist es bis heute geblieben. Diese historische Atmosph?re und reale Bequemlichkeit muss man bewahren!
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